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Leseproben online - Schmökern in Büchern

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Federführend


von Michael J. Unge

fantasy
ISBN13-Nummer:
9781508461067
Ausstattung:
236 Seiten im Taschenbuchformat
Preis:
3.49 eBook / 8.00 Taschenbuch €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
BookRix GmbH & Co. KG
Kontakt zum Autor oder Verlag:
michael.j.unge@online.de
Leseprobe

Ich marschierte zurück zu Fabian, der sich weit zur Seite lehnte, um Adams knackige Rückansicht im Auge zu behalten. Ich sah das Unheil noch rechtzeitig kommen und stemmte einen Fuß auf die Rollen des Schreibtischstuhls, bevor dieser samt Fabian auf den Boden krachen konnte. Dieser neue Schützling stellte wirklich eine Herausforderung dar. Ein über beide Ohren verknallter Langweiler, an dessen Seite mir mit Sicherheit nicht langweilig werden würde. Die nächsten Stunden verbrachte ich neben Adam, hielt Fabian aber immer im Blick. Nachdem Adam mit seinem Kaffee zurückgekehrt war, passierte ungünstigerweise Nichts, was mich mehr über ihn hätte erfahren lassen. Er hielt ab und an belanglosen Smalltalk mit anderen und ging ansonsten seiner gähnendlangweiligen Arbeit nach. Nicht mal seinem Handy, welches neben der Tastatur lag, schenkte er Beachtung. „Adam?“, sprach ich ihn an. „So kommen wir hier nicht weiter.“ Fabian lugte hinter seinem Monitor hervor und schaute sich suchend um. Ich zog die Stirn kraus, folgte aber meinem Plan. Mit einer lockeren Bewegung aus dem Handgelenk stieß ich gegen die blaue Kaffeetasse. Hoppla! Ich grinste, als er zurückschreckte und sein Schreibtischstuhl umkippte. Fabian war der Erste, der ebenfalls aufsprang. Eine blonde Kollegin kam angestürmt und begann den Kaffeefleck von Adams beigefarbener Anzughose zu reiben. Sie grinste erfreut, während sie gefährlich nah an seinem Schritt herumwischte. Mit einem genervten Brummen riss er ihr das Tuch aus der Hand. „Danke“, meinte er knapp und legte selbst Hand an. „Kein Thema“, antwortete sie ein wenig enttäuscht und trollte sich, um zu ihrem Arbeitsplatz zurückzukehren. Jetzt geh schon!, forderte ich ihn in Gedanken auf. Er tat mir den Gefallen und marschierte motzend in Richtung der Toiletten. Brav, lobte ich ihn und schaute mich um. Die Kollegen hatten von dem Malheur zwar etwas mitbekommen, jedoch schien es nicht allzu außergewöhnlich zu sein, da die Meisten bereits wieder ihrer Arbeit nachgingen. Zufrieden nickte ich und drückte auf seinem Smartphone herum. Das Hintergrundbild ließ leider keine Schlüsse auf seine sexuelle Orientierung zu. Es war ein blaues Bild mit abstrakten gelben Wellenlinien. Ich schob den Finger übers Display, um das Gerät zu entsperren. Missmutig brummte ich in mich hinein, als ich zur Eingabe eines Passwortes aufgefordert wurde. Na toll. Alles umsonst!, ärgerte ich mich. Ich zuckte zusammen, als Adam plötzlich neben mir stand, zuerst auf das noch immer leuchtende Display seines Handys schaute und sich anschließend suchend umsah. Fabian duckte sich hastig hinter seinen Monitor als Adams Blick zu ihm wanderte. Falsch! Ganz falsch! Auffälliger geht es wohl nicht? Statt zu gehen, glitt ich zu Fabian hinüber, um vor Adam dort anzukommen. Ich stand hinter Fabian und hatte die Hände auf seine Schultern gelegt. „Bleib ganz ruhig“, riet ich ihm. Das genaue Gegenteil passierte. Sein Atem beschleunigte sich bei jedem Schritt, den der Blonde nähertrat. Ich hörte Fabians Herz in der Brust wummern, während er sich hektisch nach einer Fluchtmöglichkeit umschaute. Die beiden Kollegen, die ebenfalls an der Sechsertischgruppe saßen, bekamen von alldem gar nichts mit, so tief schienen sie in ihrer Arbeit versunken zu sein. Die anderen drei Plätze waren bis zu diesem Moment noch nicht besetzt gewesen. „Hey Fabian“, sprach Adam ihn an, nachdem er neben dessen Schreibtisch stehen geblieben war. „H…hey, A…dam“, stotterte der verliebte Tropf auf dem Stuhl vor mir. „Ich weiß nicht, ob du das gerade mitbekommen hast, aber …“ Er stockte, als Fabian zur Bestätigung mit dem Kopf nickte und seine Brille in einer nervösen Geste zurechtschob. „Ah, okay. Nachdem ich den Kaffee von der Hose gerubbelt hatte und zurückgekommen war, da … na ja … es war jemand an meinem Handy.“ Fabian schluckte schwer und starrte den nassen Fleck an Adams Anzughose an. „Ihm in die Augen zu schauen, wäre wohl sinnvoller“, murrte ich genervt. Ertappt zuckte Fabian zusammen und sah auf. Adam grinste wissend. Super! Der Kerl weiß also, dass Fabian auf ihn abfährt. Das wird ja immer besser! „Ich … ich war das nicht“, meinte mein Schützling stockend und zeigte zu Adams Arbeitsplatz. „Das hätte ich auch nicht vermutet.“ Fabian entließ erleichtert die Luft. „Ich wollte fragen, ob du zufällig gesehen hast, wer an meinem Platz gewesen ist?“ Fabian schien einen Moment über den Sinn dieser Worte nachzudenken, bevor es bei ihm ‚klick’ machte. Er schüttelte heftig den Kopf. „Da war keiner an deinem Platz.“ „Sicher?“ „Ganz sicher.“ „Na ja, vielleicht in einem Augenblick, in dem du nicht hingeschaut hast“, winkte Adam die Sache ab. „Ich schaue dort immer hin“, erklärte Fabian mit fester Stimme. Ich rollte mit den Augen und schlug mir die Hand vor die Stirn. Fabian sackte weiter in sich zusammen und richtete den Blick zum Fußboden, als auch ihm klar wurde, was er gerade gebeichtet hatte. „Gut zu wissen.“ Adam grinste anzüglich. „Sollte mir jemand etwas klauen, weiß ich, dass ich dich fragen kann, um den Täter zu überführen.“ Fabian nickte leicht, seufzte und schob seine Brille hoch. „Bis dann“, meinte Adam und marschierte zurück zu seinem Schreibtisch. Fabian stöhnte auf und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. „Wie bescheuert kann man eigentlich sein?“, murmelte er leise. „Das frage ich mich allerdings auch“, gab ich zurück. Fabian griff zum Telefonhörer und wählte eine vierstellige Nummer. „Hallo Jochen …“, grüßte er. „Nun ja … genau deshalb rufe ich an. Ich fühle mich nicht so wohl und wollte fragen, ob es okay ist, wenn ich jetzt gehe.“ Ich starrte Fabian entgeistert an. Bitte was? „Ja … morgen bin ich bestimmt wieder fit. Danke.“ Er legte auf und sortierte seine Unterlagen in den Rollcontainer. Kopfschüttelnd schaute ich ihm zu und folgte ihm, als er seinen Arbeitsplatz verließ. Halb zwölf zeigte die große Digitaluhr über dem Eingang. „Hey Fabi!“ Fabian erstarrte und wandte sich langsam zu Adam um, der durch den Raum gebrüllt hatte. Fabi? „Ähm … ja?“ „Machste schon Pause?“ „Nein, mir … öhm … geht es nicht so gut. Ich mache für heute Schluss.“ „Was echt?“ Adam war von seinem Stuhl aufgesprungen und zog die Stirn kraus. „Wirkte gerade, als wir gesprochen haben, gar nicht so.“ Oh je, dachte ich, als ich sah, wie dieser Satz Fabians Wangen zum Glühen brachte. „Bis morgen“, meinte mein Schützling schlicht und wandte sich zum Gehen. Einige der Kollegen schauten ihm verwirrt hinterher. „Puh“, seufzte Fabian, nachdem sich die Aufzugtüren geschlossen hatten. „Ich könnte mich Ohrfeigen“, murmelte er. Ich nickte zustimmend. Ich kann dir gerne behilflich sein!

Klappentext

Von 100 auf 0, vom Ziel zum Start, vom Partylöwen im Glitzerfummel zum Langeweiler im Konfirmationsanzug. Warum hatte man mich ausgerechnet an Fabians Seite gestellt? So öde und ereignislos wie der sein Leben vergeudet, benötigt er doch keinen Schutzengel! Was ist bloß los mit dir? Zu Beginn überlegte ich, die Höheren Wesen zu fragen, ob ich einen anderen Schützling bekommen könnte, doch dann entschied ich mich, Fabian mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln ins wahre Leben zurückzubringen. Dass dieser bereits dort gewesen war und unter keinen Umständen zurück wollte, machte mein Vorhaben nicht leichter und führte zu einigen Peinlichkeiten und einer ordentlichen Portion Verwirrung. Um das Chaos perfekt zu machen, tauchten auch noch Adam und Eva auf, um Fabians Leben die rechte Schärfe, eine Prise Erotik und jede Menge Spaß beizusteuern.

Rezension

Bisher noch keine, da das Buch ganz neu auf dem Markt ist!