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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Eve, Silke Winter
Silke Winter

Eve


Das Erwachen & Die Prophezeiung

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Der nächste Morgen verlief um einiges ruhiger. Ich wurde pünktlich wach, da ich diesmal den Wecker auf laut gestellt hatte. Somit konnte ich einen Bus früher nehmen und betrat kurz darauf in aller Ruhe den Schulhof.


Seufzend sah ich mich um. Auf der rechten Seite befand sich der Eingang zu der schuleigenen Schwimmhalle. Links waren zwei etwas abgegrenzte Pavillons, in denen viele bunte Bilder hingen. Von außen konnte ich auch Tonvasen und bunte Seidenschals erkennen. Das waren offensichtlich die Gebäude der AGs, die am Nachmittag stattfanden. Geradeaus befand sich ein großer Eingang mit zwei Türen, den man über eine lange Treppe erreichte. Dies war der Eingang zum Hauptgebäude. Links um die Ecke hinter dem Klassenraum, der etwas in den Weg rein gebaut war, befand sich der Raucherhof. Das wusste ich, denn ich hatte gestern bereits einen Blick dorthin riskiert. In meiner alten Schule war es nämlich so, dass sich dort  nur die Oberstufenschüler aufhielten. Und wer in der Oberstufe war, war cool. Das war ein ungeschriebenes Gesetz.


Auch jetzt zog wieder dünner Rauch aus dieser Ecke.


Man, wie das stank.


Ich rümpfte die Nase. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich tatsächlich den Geruch des Rauches meinte, der sich in etwa 300 Meter Entfernung in Luft auflöste.


Wie konnte das sein?


Wie konnte ich etwas riechen, was in einer solchen Entfernung lag? Und eine neue Frage drängte sich mir auf: Wie konnte ich überhaupt sehen, dass in der Ecke geraucht wurde, wo der Zigarettenrauch doch so fein war und sich innerhalb weniger Sekunden in der Luft auflöste?


Ich runzelte die Stirn und starrte verwirrt auf den dünnen Rauch.


„Du bist neu hier, oder?“ wurde ich von einer männlichen Stimme aus meinen Gedanken gerissen.


„Wie?“ Ich schaute mich suchend um und erkennte einen Jungen neben mir. Er sah älter aus.  Sicher war er in der Oberstufe. Seine Kleidung passte zu meiner Annahme, denn er trug seine blaue Jeans lässig unter seinem Hintern. Sein grünes T-Shirt hatte ein großes Traubenlogo aufgedruckt und sein Blick fiel auf mich über eine tief hängende, schwarze Sonnenbrille.


„Hi, ich bin Mark. Und wie heißt du?“


Mein Stoßgebet, das ich schon auf meiner alten Schule zum Himmel geschickt hatte, hatte sich erfüllt. Jemand aus der Oberstufe redete mit mir. Und noch dazu ein so gut aussehender Kerl. „Ich … Ich bin Eve.“ stotterte ich. „Und ich …“


„Sie ist nicht interessiert.“


Er jetzt bemerkte ich die dunkle Gestalt, die sich hinter Mark bewegte und auf uns zu steuerte. Mit ein paar schnellen Schritten war Kevin bei uns angekommen und legte seine Hand auf Mark’ s Schulter.


„Wer zum Teufel …?“ Mark fuhr herum und wollte ihn erst zurechtweisen. Doch dann erkannte er Kevin und stockte.


Kevin knurrte leise. „Ich sagte, sie ist nicht interessiert.“


Der Geruch von Angstschweiß stieg in meine Nase. Sicher bildete ich mir das nur ein.


„Du.“ Mark machte einen Schritt zurück und ließ so Kevin’ s Hand von seiner Schulter gleiten. Dann fuhr er zu mir herum und meinte verärgert: „Ich wusste ja nicht, dass du dich mit dem da abgibst. Wenn du einen guten Rat hören willst, dann lass es sein. Der Kerl ist verrückt. Genauso, wie sein Freund.“ Mit diesen Worten entfernte er sich schnellen Schrittes und ohne Kevin weiter zu beachten. Kurz darauf war er im Hauptgebäude verschwunden.


Ich starrte verwirrt auf die große Eingangstür, die gerade ins Schloss fiel.


„Was … war denn … das?“


Kevin zuckte mit den Achseln. „Ich bin hier vielleicht nicht bei allen beliebt.“


Es war, als wollte ich eine Last loswerden. Als würde nun etwas aus mir herausbrechen, was ich versucht hatte, die letzten Tage zu unterbinden. Der Frust über die neue Schule. Wütend fuhr ich ihn an: „Und dann verscheuchst du ihn einfach? Hast du ´nen Knall? Das war meine Chance mit dazuzugehören!“ Leiser fügte ich hinzu: „Vermutlich meine einzige Chance.“


„Glaub mir, mit dem willst du ohnehin nichts zu tun haben. Er ist dafür bekannt, dass er sich jedes Jahr an neue Schülerinnen ran macht und sie flachlegt. Er sucht immer wieder nach einem neuen Strich auf seiner Liste. Und außerdem …“


„Ja?“ Wütend sah ich ihn an. Selbst, wenn es so war, so war es schließlich meine Entscheidung, ob ich darauf eingehen wollte. Bevormunten ließ ich mich von niemanden.


Kevin hatte einen seltsamen Ausdruck in seinem Blick. Er wirkte verzweifelt und hilflos. Als wollte er mir etwas sagen. Nur wusste er nicht, wie.


„Es … tut mir leid.“ antwortete er resignierend. „Ich wollte nur nicht … Egal. Du musst in deine Klasse. Die Glocke läutet jetzt.“


Gerade als er den Satz beendet hatte, ertönte die Schulglocke. Ich wollte ihn noch fragen, woher er das gewusst hatte, ohne auf die Uhr zu sehen, doch es war zu spät. Kevin hatte sich bereits herumgedreht und trottete mit gesenktem Haupt zur Eingangstür.


Wie vom Donner gerührt blieb ich stehen und starrte ihm nach. Es passierten zurzeit seltsame Dinge mit mir und um mich herum.


Und jedes Mal war Kevin in der Nähe.



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