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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Engelsmacht, Sabine Niedermayr
Sabine Niedermayr

Engelsmacht



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Prolog Geräusche lodernder Feuer und der Geruch qualmenden Rauches drangen langsam in ihr Bewusstsein, holten sie aus der schwarzen, gedankenlosen Tiefe hervor, zurück in die Wirklichkeit. Und noch im selben Augenblick fühlte sie einen brennenden Schmerz am ganzen Körper, konnte nur erahnen, wie schlimm es um sie stand. Zögernd öffnete sie die Lider, erst nur einen Schlitz breit, dann beinahe weit aufgerissen vor Entsetzen. Ihre Augen begannen im hellen und heißen Schein der Flammen und dem Qualm der Feuersbrunst zu tränen, doch zunehmend gewöhnten sie sich daran und sie musste erkennen, dass die Erde zu einem glühenden und brennenden Ort der Zerstörung geworden war. Das Bild, das sich ihr bot, hätte nicht surrealer sein können, als wäre es direkt aus einem Film entsprungen. Und wenngleich sie noch mit sich und ihrer Situation haderte, ihren Kopf schüttelte, als ob sie dieses aberwitzige Szenario einfach loswerden und erwachen könnte, fraß sich die gleißende Luft in ihre Haut, erschwerte ihr das Atmen. Ihre Umgebung konnte sie nur unscharf erkennen und während sie sich mühsam erhob, starrte sie ungläubig auf die verwüstete, ehemals blühende Erde, auf der alles Leben vernichtet und unwiderruflich ausgelöscht war und erkannte auf grausame Weise, dass sie versagt hatte. Wie hatte es nur geschehen, sie selbst es nicht aufhalten und abwenden können? Das alles war wie ein Alptraum, aber einer, aus dem es kein Erwachen gab. Obgleich alles um sie herum ein Opfer der Flammen und flüssiger Lava geworden war, lebte sie, vielleicht gerade so lange, um qualvoll mitzuerleben, dass ihre Welt unterging. Unter ihren Füßen knirschte und knackte es, ließ sie unbeholfen vorwärts stolpern, aber wohin sie sich auch wenden würde, es erschien ihr zwecklos, denn kein Flecken Erde war verschont und unberührt geblieben. Verzweifelt suchte sie in dem dichten schwarzen Rauch nach ihr gleichgesinnten Seelen, Menschen, die vielleicht überlebt hatten, aller Logik zum Trotz. Unweit entfernt von ihr standen nur mehr stählerne, glühende Gerüste, wo sich einst die Gebäude der Stadt befanden. Der große Fluss mit den grünen Wiesen des Parks, ein Raub der Flammen, in Bruchteilen verdampft! Stattdessen schlängelte sich flüssiges Gestein über die Erde, grub sich tief hinein und riss dabei auch die letzten Reste und Zeugnisse der Zivilisation mit sich. Meterhoch türmten sich Schutt und Asche und ein seltsamer Wind wehte über die Ödnis, riss die Flammen nur noch höher in den Himmel, färbte ihn rot. Ihre Füße brannten und obwohl sie wusste, was diese Schmerzen bedeuteten, wagte sie es nicht, hinunterzusehen, konnte sie doch unmöglich mehr erblicken als zwei blutige Stumpen und schon bald würden auch die sie nicht mehr tragen. Trotz aller Ausweglosigkeit fürchtete sie sich davor aufzugeben, sich einfach hinzusetzen und auf das erlösende Ende zu warten, wenn es denn eines war. Nach allem, was sie getan hatte, wie konnte sie da hoffen, Erbarmen und Frieden zu finden? Nein, sie musste weiter, konnte nicht verweilen und auf den Tod warten, obwohl sie schon mit mehr als nur einem Bein im Grab stand. Erneut machte sich wie schon in den Tagen zuvor Verzweiflung breit, sie empfand ihre ganze Situation so ausweglos und endgültig. Wieso war sie nicht einfach mit all den anderen gestorben, schnell und schmerzlos? Stattdessen musste sie sich mit der Gewissheit quälen, dass sie machtlos ihrem Schicksal gegenüberstand und was dann? Würde sie einfach an einem schönen Ort erwachen oder war diese brennende Welt bereits die Hölle, die auf sie wartete? Ihre Schritte wurden langsamer, ihre Kräfte schwanden und sie spürte, dass ihr Geist nicht mehr lange über ihren völlig zerstörten Körper triumphieren, sie voran treiben konnte. Voller Angst und orientierungslos kämpfte sie sich durch die Trümmer, als sich in all das Chaos um sie herum langsam, erst kaum wahrnehmbar, etwas anderes mischte. Es ließ sie für einen Moment die Schmerzen vergessen und gebannt in den grauen Schleier der Feuer starren und es kam ihr vor, als würde sich darin etwas bewegen, einen Weg hindurch bahnen. Der Qualm schien sich auf seltsame Art und Weise vor ihr zu teilen, wie ein Vorhang, der zur Seite gezogen wurde, und in das gleißende Licht der Flammen schlich sich nach und nach ein kleiner dunkler Schatten, der auf sie zukam, von einer anfänglich bizarren Form mehr und mehr zu einem Körper wurde - dem Körper eines Menschen! Ein letzter Funken Hoffnung nahm von ihr Besitz, ließ sie ihre ganzen Kraftreserven mobilisieren und auf den dunklen Fleck vor ihren Augen zutaumeln. Hatte sie sich geirrt, hatte jemand diese Katastrophe überlebt? Je näher sie dem Unbekannten kam, desto ruhiger wurde sie, bestärkt in der Gewissheit, dass sie nicht alleine sterben würde. Nur noch wenige Meter trennten sie von diesem einen Menschen und doch konnten es Hunderte sein, sie hatte kaum mehr die nötige Kraft, ihn wirklich zu erreichen, aber sie gab alles, um es zu versuchen. Dieser letzte Kampf verlangte ihr alles ab, was sie zu geben hatte, selbst der Schweiß verdampfte, ehe er ihr hätte Kühlung bringen können. Jeder Muskel in ihrem Innern bäumte sich auf und es war ihr, als ob sie die einzelnen Fasern in ihren Armen und Beinen reißen und vor Überanstrengung aufzugeben spürte. Vielleicht zwei, drei Schritte vor ihrem Ziel ließ sie ihr Körper im Stich und sie stürzte, fiel haltlos zu Boden und die glühende Erde fraß sich nun vollends in ihr Fleisch, ließ sie aufschreien. Trotz allem konnte sie ihren Blick nicht abwenden, streckte ihre Hände dem Fremden entgegen, der sie scheinbar mühelos erreicht hatte und sich zu ihr herunterbeugte - offenbar völlig unversehrt! Keinerlei Brand- oder Rußflecken, keine Verletzungen, als ob er sich nicht auf demselben Planeten befinden würde wie sie. Seine Hände, so weich und liebevoll, als er sie berührte, doch erst als er ganz dicht vor ihr stand, erkannte sie, durch den von Asche und Dreck getrübten Schleier ihrer Augen, sein Gesicht. Ein erschreckter Aufschrei durchschnitt den tosenden Lärm, hallte durch die Feuersbrunst und in derselben Sekunde wich sie vor ihm zurück, starrte ihn an. Sie kannte ihn, sein ganzes Aussehen war perfekt imitiert, gleichwohl konnte sie in seinen Augen etwas Fremdes erkennen. Er war nicht der, für den er sich ausgab, vielmehr nur eine Hülle, ein Platzhalter für jemand anderen. Die eiserne Hand des Todes griff nach ihr, wollte sie in die Dunkelheit reißen, doch noch ein allerletztes Mal holte sie Luft, entkam für einen kurzen Augenblick ihrem endgültigen Schicksal. »Wer bist du?« Es war kaum mehr als ein Flüstern, das sie zustande brachte. Das fremde Wesen in dem Körper lächelte hingegen, hatte trotz allen Lärms verstanden, was sie wissen wollte. »Aber das weißt du doch längst.« Es lag so viel Wärme in seinen Worten, dass sie ihre Angst vergaß und hörbar mit einem tiefen Seufzer der Erlösung ihren Atem entweichen ließ. Dann schloss sie dankbar ihre Augen...


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