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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Engel der Elemente, Sophie R. Nikolay
Sophie R. Nikolay

Engel der Elemente


Zusammenkunft

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Prolog


 


 


Sommer 1989


 


Da lagen sie, die Babys in ihren Wiegen.


Kleine Mädchen, wunderhübsch und friedlich schlafend.


Die vier Elternpaare standen nebeneinander am Fußende der Bettchen.


Das erste Baby war Edna, geboren an einem strahlenden Sonntag.


Im Anschluss daran folgten Layla, Isa und Raven, die jeweils fünf Tage nach der Vorherigen geboren waren.


Voller Liebe blickten die Mütter auf die Mädchen herunter, die zwei Wochen alte Edna rümpfte im Traum die Nase. Die gestern geborene Raven, hatte bisher nichts anderes getan, als Essen und Schlafen.


Die Götter lächelten ob des schönen Anblicks. Einzig Arthemis trug kein Lächeln auf den Lippen.


 


Vor vier Jahren erst hatte sich die Welt verändert. Die magischen Wesen lebten offen mit den Menschen zusammen. Vampire, Hexen, Elfen, Wandler und Gnome leben nun in Eintracht mit der Menschheit. Welch eine gute Fügung, dass nun kleine Engel geboren waren – um inmitten der verschiedenen Spezies aufzuwachsen.


Wenn ihr einundzwanzigster Geburtstag nahte, wäre es an der Zeit. Die wahre Natur der Mädchen würde sich offenbaren, ihre Körper sollten eine Wandlung durchleben und die Kämpfe beginnen. Das ist es, wozu sie geboren wurden. Die Engel der Elemente - fähig ein Element zu beherrschen sowie in sich zu tragen. Gezeugt von einem Gott, ausgetragen von einer menschlichen Frau. Einzig zu dem Zweck, Samael und seinen Dämonen Einhalt zu gebieten. Denn die Welt muss stetig im Gleichgewicht sein!


 


 


1


 


 


Edna lag in ihrem Bett und schlug die Augen auf. Sie sah auf ihren Wecker, die leuchtenden Ziffern zeigten zwei Uhr achtundfünfzig an. Das war das vierte Mal in dieser Woche. Nach nur drei Stunden Schlaf war sie ganz und gar ausgeruht. Sollte ihre Umwandlung etwa begonnen haben?


Bin ich die Erste?, fragte sie sich. War die Zeit gekommen?


Die Mädchen würden zu vollendeten Engeln werden, um gegen das Böse zu kämpfen. Die christlichen Vertreter auf Erden würden sie ohne Frage nicht als Engel bezeichnen. In deren Augen waren die Mädchen nichts anderes als Nephilim.


Edna dachte an ihren Vater, den Feuergott, den sie niemals gesehen hatte. Wie auch ihre Mutter, die an der Seite des Gottes lebte. Das gleiche galt auch für die Eltern der drei anderen Mädchen. Keine hatte sie in Erinnerung, da die jungen Engel seit ihrem ersten Geburtstag auf Erden lebten. So waren die Mädchen ohne Eltern aufgewachsen. Sie hatten Matalina, ihre herzensgute Amme. Jetzt schien es, als würde Edna die Erste sein, die sich verwandelte.


Sie war nicht aufgeregt, nur gespannt. Wie sehr würde sie sich verändern? Sie war groß für eine Frau, maß einen Meter achtzig. Sehr schlank, eher dürr sogar, weil es an ihr keinerlei Kurven gab. Das Haar leuchtete flammend rot und fiel in weichen Wellen über ihre Schultern. Ihre Haut erschien fast weiß und die Augen leuchteten in einem wunderschönen Grün.


 


Edna fühlte sich nicht anders … seufzend stand sie auf. Was sollte sie bloß tun? Die anderen drei Nächte hatte sie sich die Zeit mit Lesen vertrieben. Heute hatte sie jedoch keine Lust zu lesen. Es war drei Uhr morgens und Stille hüllte das Haus ein. Alle anderen schliefen.


Bisher hatte Edna noch keinem gesagt, das der Schlaf bei ihr weniger wurde. So hatte sie erneut eine Nacht allein vor sich. Sie nahm sich vor, die anderen beim Frühstück einzuweihen. Bald schon konnte sie überhaupt nicht mehr schlafen, denn als Engel würde sie keinen Schlaf mehr brauchen.


Sie setzte sich an ihren Schreibtisch und sah durch das große Fenster in die Nacht hinaus. Der Mond stand hoch und war fast voll. Keine Wolke störten den Blick auf die Sterne, die sich am Nachthimmel ausstreckten. Wie oft Edna den Himmel auch betrachtete, es gab niemals ein Zeichen ihrer Eltern, die auf der göttlichen Ebene weilten. Eine Verbindung aufzunehmen, schien unmöglich. Jetzt wünschte sie sich noch mehr als sonst, ihre Eltern wären bei ihr. Eine so wichtige Phase ihres Lebens schien zu beginnen – doch sie war wie immer allein, wenn man von den Mitbewohnern des Hauses einmal absah.


Wie oft hatten sich die Mädchen ausgemalt, wie es sein würde, wenn sie vollends zu Engelsgeschöpfen wurden. Sie würden Flügel bekommen und eine besondere Gabe. Jede von ihnen bekam eine andere - gegeben von ihren Vätern. Edna trug das Feuer in sich - als Tochter des Feuergottes Darragh.


Isa, die Tochter von Arthemis, dem Wassergott, würde das Wasser und das Eis beherbergen. Raven, die Tochter des Erdgottes Kidor, würde folglich dessen Element beherrschen. Dann noch Layla, die Tochter des Luftgottes Oisin - sie würde die Luft und das Wetter kontrollieren – in gewissem Maße.


Edna konnte sich noch nicht vorstellen, was genau sie als Engel damit bewirken würden. Sie wusste nur, dass sie zum Kämpfen geschaffen waren. Jetzt saß sie da und starrte in die Dunkelheit, hoffend das die Zeit schnell verging und der Tag anbrach. Obwohl sie sich selbst als ruhig bezeichnete, in ihrem Inneren rumorte es. Doch wollte sie sich die Spannung, die ihr innewohnte, nicht eingestehen.


 


Na endlich!, dachte Edna.


Die Standuhr im Haus schlug acht Mal. Sie war schon lange geduscht und angezogen, jetzt ging sie aus ihrem Zimmer und den langen Flur entlang. Auf dieser Etage waren die Schlafzimmer und Bäder der Mädchen. Jede hatte ein eigenes Bad, das sich jeweils auf der linken Seite der Zimmer befand. Ihre Schritte auf dem Teppichboden im Flur waren nicht zu hören, der dicke Bodenbelag schluckte jegliches Geräusch. Nicht so auf der großen Freitreppe am Ende, gearbeitet aus dunklem und glänzend poliertem Holz. Ihre Hand folgte dem Geländer mit den geschnitzten Sprossen, dabei ließ sie ihren Blick auf die Eingangshalle gerichtet. Der Boden, mit hellem Marmor belegt, war gänzlich leer.


Edna ging schwungvoll hinunter und hörte, dass Maria in der Küche werkelte. Die war die Hausdame und von Anfang an bei ihnen gewesen. Edna roch den aufgebrühten Kaffee und freute sich auf das Frühstück.


Rasch durchquerte sie die Eingangshalle, am Wohnzimmer vorbei, anschließend in die große Küche, die schön und rustikal eingerichtet war. Alle Schränke waren aus dunklem Holz gefertigt. In der Mitte gab es eine riesige Arbeitsinsel, die mit weißen Fliesen belegt einen schönen Kontrast bot. Darüber hingen Töpfe, Pfannen und allerlei Küchenhelfer. Große Fenster ließen viel Licht in den Raum. Auf der Fensterbank standen Töpfe mit allerlei Kräutern. Maria wuselte geschäftig umher.


„Guten Morgen, Maria", begrüßte Edna sie.


„Ich wünsche dir auch einen guten Morgen, Edna", erwiderte diese.


„Ist sonst schon jemand da?“


„Ja, Matalina ist eben heruntergekommen.“


„Gut, danke.“


Edna lächelte, Maria war eine gute Seele. Was immer man wollte, sie gab ihr Bestes. Das Essen und der Haushalt waren ihr Gebiet; wenn man nach etwas suchte, Maria wusste, wo es war. Als Hexe war das keine große Kunst für sie. Allerdings waren ihre Fähigkeiten nicht sehr ausgeprägt, weshalb sie sich eine Anstellung in einem Haushalt gesucht hatte. Zumindest hatte sie den Mädchen das erzählt.


 


Edna ging durch die Halle ins Speisezimmer und begrüßte ihre Amme.


„Guten Morgen, Matalina.“


„Hallo Edna. Du siehst nervös aus.“


Edna lächelte nur, drückte Matalina einen Kuss auf die Wange und setzte sich zu ihr an den Tisch. Gleich darauf kam Maria herein und brachte den Kaffee. Alles andere war schon da. Der Tisch war üppig gedeckt, sodass es wie bei einem Frühstücksbuffet in einem Hotel aussah.


Aus dem Flur war kurz darauf Geplapper zu hören. Es dauerte nicht lange, da kamen Isa und Raven in den Raum. Unterschiedlicher konnten die beiden nicht sein. Isa hatte blondes Haar, das ihr bis in die Hälfte des Rückens fiel. Ihre Augen waren blau wie der Himmel an einem Sommertag. Raven hingegen hatte pechschwarzes, kinnlanges Haar und dunkelbraune Augen. Beide waren etwa gleich dünn - so wie sie alle. Raven war allerdings etwas größer als die anderen Mädchen.


Die beiden waren lautstark am Überlegen, wo sie heute hingehen sollten.


„Guten Morgen, ihr Plappertanten!“, rief Edna ihnen zu. „Wie es scheint, habt ihr gut geschlafen. Ihr solltet mit der Diskussion warten, bis Layla da ist.“


„Hallo Edna, hallo Matalina, hallo Maria!“, sagten die zwei wie aus einem Mund.


„Nun setzt euch erst einmal und frühstückt. Der Tag ist noch lang, ihr habt noch genug Zeit zum Überlegen.“


Matalina sah die beiden streng an. Zumindest, was man bei ihr streng nennen konnte. Matalina besaß ein ruhiges Wesen, schließlich war sie eine Elfe. Die langen gelockten Haare schimmerten wie das Herbstlaub eines Waldes. Das hübsche Gesicht ebenmäßig, mit einem stets ruhigen Ausdruck. So rasch brachte sie nichts aus der Fassung. Wie es allen Elfen und anderen Magischen zueigen war, hatte auch Matalina ein junges Aussehen. Sie erschien wie Mitte dreißig, dabei war sie bereits einhundertsechsundfünfzig Jahre alt.


„Also gut. Dann warten wir noch auf Layla. In der Zwischenzeit können wir ja schon Kaffee trinken.“


Raven setzte sich und nahm sich ein Croissant. Isa zog einen


Schmollmund und setzte sich dazu.


„Wie du meinst“, entgegnete sie mürrisch.


 


Edna konnte nur mit dem Kopf schütteln. So hübsch wie Isa war, genauso zickig konnte sie auch sein. Immerzu wollte sie bestimmen, wohin sie gehen sollten. Was im Übrigen bei vielen anderen Dingen ebenfalls so war - Isa gab gerne den Ton an.


Währenddessen kam Layla lächelnd herein. Sie war genauso groß wie Edna und hatte eine wunderschöne braune Lockenmähne. Dazu stachen graue Augen aus ihrem zarten Gesicht hervor. Obendrein war sie genau so dürr, wie die anderen.


„Na du, auch schon wach?“, neckte Raven sie.


„Sicher doch. Ich habe im Bad etwas länger gebraucht", gab sie zurück.


„Wir haben auf dich gewartet. Wir sind uns mal wieder uneinig darüber, wo wir heute Abend hingehen sollen", Raven grinste.


Edna lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück und sah alle der Reihe nach an.


„Da jetzt alle hier sind … ich hätte euch noch was zu erzählen.“


Matalina blickte auf und sah Edna forschend an.


„Was gibt’s denn Interessantes?“, fragte Isa.


„Nun ja“, Edna sah erneut alle nacheinander an. „Ich habe heute Nacht nur drei Stunden geschlafen.“


„Was denn, und du meinst das wäre ein Zeichen?“, fragte Raven.


„Ich denke schon“, gab sie zurück. „Es war schon das vierte Mal diese Woche.“


Nun lächelte Matalina. „Ich denke, das ist eindeutig. Es geht los mit der Verwandlung.“


„Ich war mir nicht sicher, deshalb habe ich gewartet. Ich wollte nicht voreilig Unruhe stiften", meinte Edna.


„Nein, ist schon gut", gab Matalina zurück. Damit stand sie auf und verließ lächelnd den Raum. Edna sah ihr verwundert nach.


„Wenn du jetzt weniger schläfst, steht das im Zusammenhang mit deinem Geburtstag nächste Woche", rätselte Layla.


„Ja genau. Was heißen würde, wir sind jetzt alle so weit. Wo wir doch alle innerhalb der nächsten Wochen Geburtstag haben“, erklärte Isa, und sah zu Edna rüber. 


„Und das würde heißen, dass wir tatsächlich mit einundzwanzig zu richtigen Engeln werden. Ich kann‘s noch gar nicht glauben. Da warten wir nun schon so lange darauf und jetzt geht’s ernsthaft los.“


„Noch ein Grund mehr heute Abend so richtig einen drauf zu machen!“ warf Raven in die Runde.


 


Sie aßen ihr Frühstück zu Ende und einigten sich darauf am Abend zum 24th7 zu gehen. Wie der Name sagt, hatten sie vierundzwanzig Stunden jeden Tag auf. Der Club gehörte einem Vampir Namens Cal. Er kannte die Mädchen von Kindesbeinen an, und sie waren allzeit herzlich willkommen bei ihm. Seit ihrem achtzehnten Geburtstag gingen sie in den Club zum Tanzen, denn vorher hatte Cal es ihnen nicht erlaubt. Wer sich allerdings vormittags in dem Club tummelte, war für Edna schon immer ein Rätsel.


Es war Isas Lieblingslokal, weshalb sie meistens darauf bestand, dorthin zu fahren. Im Übrigen war es auch das einzige Lokal, das Matalina ihnen erlaubte.


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