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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Eileithyia, vivien burckart
vivien burckart

Eileithyia



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                                                                 1.Kapitel


 


                                                                 Schlaflos


 


                                                Wenn Gedanken den Schlaf rauben


                                             lichtet sich der Schleier der Dunkelheit


 


Lauschend lag Annie in ihrem großen Bett. Obwohl sie schon fast zwei Stunden ins Dunkel starrte, vermochte sie immer noch nichts zu erkennen. Sie versuchte  die Truhe ausfindig zu machen, auf der sie ihre Kleider gelegt hatte, aber sie sah immer noch fast nichts. Die Truhe war ein Geschenk ihrer Großmutter und stand seither immer an einem festen Platz am Ende ihres Bettes - in jedem zu Haus. Seit ihre Mutter vor 5 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen war, führten sie und ihr Vater beinahe ein Normannenleben. Sie war gerade zwölf Jahre, viel zu jung um ohne Mutter aufzuwachsen, auch wenn ihr Vater mit allen Kräften versuchte, diese Lücke zu füllen.


Aber einen Menschen kann man nicht ersetzen.


Es  war eine schwere Zeit. Fünf Jahre, in denen sie oft nicht wusste, wie sie den nächsten Tag überstehen sollte, weil sie ihre Mutter so schmerzlich vermisste, dass ihr es unmöglich schien, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Fünf Jahre, in denen sie nicht wusste, wie sie ihrem Vater begegnen sollte, weil sie sah, dass er ebenso sehr litt, wie sie und ihr nicht eine Möglichkeiten einfallen wollte, wie sie ihn trösten könnte. Fünf Jahre, in denen sie beide keinen Anker mehr hatten, der ihnen vor den Stürmen der Welt , im Innern wie im Außen, hätte Sicherheit bieten können.


Was sie von dem Unfall wusste, hatte sie in Zeitungen gelesen. Obwohl ihr Vater nie wollte, dass sie diese Artikel las. Er selbst hatte nie darüber gesprochen. Sicher, er hatte es ein paar Mal versucht, ihre Fragen zu beantworten, aber für beide war bald klar, dass es niemandem nutzte. Natürlich gab es auch Zeiten, in denen sie stocksauer darüber war, sauer auf alles und jeden, ihre Mutter, ihren Vater, auf sich und die ganze unfaire, verblödete Welt. Doch schlimme, unglaublich schlimme Dinge passieren eben; Straßen werden unberechenbar, wenn sie nass sind, Rehe springen einfach so aus dem Wald, Menschen sind nicht unfehlbar, Autos überschlagen sich und Menschen sterben… 


Ihr Vater wurde schwer verletzt in das nächste Krankenhaus geflogen. Viele Monate lag er dort im Koma. Keiner wusste, ob er es überleben wüwrde. Gerade als es keine Hoffnung mehr auf ein Erwachen zu geben schien, öffnete er seine Augen, sah sie nur an, und flüsterte:


" Es tut mir so leid!"


Annie konnte sich an diese schrecklichen Monate noch gut erinnern. An jeden einzelnen Tag, der in ihre Seele gebrannt war, als wäre es gestern gewesen; niemals hatte sie sich einsamer gefühlt, als in dieser Zeit. Allein in ihrem Schmerz, ihrer Trauer und der Angst um ihren Vater. Heute war ihr klar, dass jeder Mensch in seinem Schmerz alleine ist. Vielleicht musste das auch so sein, weil jeder Mensch anders trauert. Das war immer so und vermutlich würde das auch immer so bleiben. Und sie wusste ebenso sicher, dass er eigentlich gar nicht mehr zurückkommen wollte. Sie hatte es in seinen Augen gesehen, als er sie öffnete. Diese Leere raubte ihr beinahe den Verstand. Er sah so unendlich traurig aus – und einen kleinen Augenblick bereute sie ihr Dasein, einen kleinen Augenblick machte sie sich große Vorwürfe, auf der Welt zu sein und ihn damit daran zu hindern einfach gehen zu können, zu ihr zu gehen- der Liebe seines Lebens.


 


Er wusste, was passiert war, er hatte es die ganze Zeit gewusst. Er wusste, dass seine Frau niemals mehr zurückkehren würde, dass er und Annie nun ganz alleine auf dieser Welt waren, und er wusste, dass sie ihn nicht auch noch verlieren konnte, dass sie ihn brauchte, nur deshalb war er zurückgekommen.


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