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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Die Hexen von Astarien, Wolfgang Ring
Wolfgang Ring

Die Hexen von Astarien


Eine Reise beginnt

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Mit schmerzenden Beinen begaben sich Heike, Birgitt, Andreas und Christoph zu dem Frühstücks Buffet. Dort gab es auch einen herrlich duftenden Kaffee. Jeder nahm sich erst einmal eine große Tasse und etwas zu Essen mit an den Tisch. Der eine nahm seinen Kaffee mit Milch, der Andere ohne, aber mit Zucker, der Andere wieder ohne. Jeder sehnte sich im Moment nach einer guten Tasse Kaffee. Danach sah der Tag schon ganz anders aus und die Schmerzen in den Beinen waren teilweise vergessen oder gar nicht mehr so schlimm. Das Frühstück brachte schließlich auch die verlorenen Kräfte wieder zurück und man beschloss, ein bischen herum zu fahren und sich die Gegend anzuschauen. Als erstes wollte man den Flughafen besuchen. Dieser war kürzlich erst vergrößert worden. Aber die letzten Baumaßnahmen waren noch nicht abgeschlossen worden. Danach gingen alle im Park eines herrlichen Schlosses spazieren. Und schließlich, so waren es die Vier aus Köln gewohnt, einen Bummel durch die Kasseler Innenstadt. Schließlich war es Nachmittags, so gegen sechzehn Uhr. Sie fuhren zurück zu der Hotelanlage bei den Helfensteinen und begaben sich auf die Zimmer, um noch etwas zu schlafen. schließlich wollte man heute Nacht das Gelände erkunden. Und da wollten alle doch so einigermaßen ausgeschlafen sein. Es war mittlerweile einundzwanzig Uhr geworden und der unliebsame Wecker, den man aus Köln mitgebracht hatte, riss alle aus dem Schlaf. Aus der Kasseler Innenstadt hatte man sich mit Proviant für die Nacht versorgt. Eine halbe Stunde später waren Heike, Birgitt, Andreas und Christoph vor dem Eingang, für die hoffentlich spannende Nachtwanderung verabredet. Nicht weit von der Hotelanlage befand sich ein Drehkreuz, durch das man auf das weiträumig mit Gras überwachsene Gelände gelangte. Sie gingen erst einmal gerade aus und dann weiter in Richtung des kleinen Waldes. Dort wo die Buchen in drei Reihen angepflanzt wurden. Man musste nur diesen Wanderweg wiederfinden und diesem folgen. Unweit davon befand sich auch das Hexenhaus. Es schien wirklich eine interessante Nacht zu werden. Die Sonne war bereits untergegangen, aber es war noch etwas hell und man konnte noch ohne Taschenlampe sehen. Nur fünfzehn Minuten später war es damit aber vorbei. Und die Taschenlampen kamen zum Einsatz. Nach einigem herumlaufen wurde auch der Wanderweg wieder gefunden und man folgte diesem. Da aber das Gelände den Freunden nicht bekannt war, schauten alle vorsichtig auf den Boden, um nicht über eine Wurzel oder ähnliches zu stolpern.


 


»Irgendwo hier ist doch dieses kleine Waldstück.«


 


»Das meinst jenes, dort wo die Bäume in drei Reihen stehen?«


 


»Ja, genau.«


 


»Aber dann kann es nicht mehr weit sein.«


 


»Ich erinnere mich genau. Es ist hier ganz in der Nähe.«


 


»Hoffentlich sind wir nicht daran vorbei gelaufen.«


 


»Das könnte durchaus der Fall sein.«


 


Es begann ein kleine Diskussion, welche anscheinend in einem Rätselraten zu enden schien. Es war fast nichts mehr zu sehen ohne die Taschenlampen. Entweder sind Heike, Birgitt, Andreas und Christoph an dem kleinen Waldstück vorbei gelaufen oder es lag noch vor ihnen. Es schien wirklich so, als ob die Freunde, die Orientierung verloren hätten. Das wäre ärgerlich, bemerkte Heike. Also schauten sich alle genau um, aber von dem Waldstück war nichts zu sehen, daher ging man etwas enttäuscht weiter. Doch plötzlich nach dem jeder drei weitere Schritte hinter sich gebracht hatte, erstrahlte das Gelände vor ihnen in einem strahlenden blauen Licht. Da war es, das kleine Waldstück, jenes, in dem die Bäume in drei Reihen standen. Wie gebannt blieben alle stehen und starrten auf das was vor ihnen geschah. Ein gleichmäßiges sehr helles blaues Licht erstrahlte den kleinen Wald von innen her. Nicht aus der Mitte, sondern eher etwas weiter vorn. Christoph und Andreas erinnerten sich daran, das sich vor im diesem Waldstück eine kleine Lichtung befand. Und genau von dort schien das Licht zu kommen. Nicht fähig ein Wort zu sagen, schauten Heike, Birgitt, Andreas und Christoph auf das blaue Licht. Doch plötzlich schien es so, als bewege sich das Licht, es wurde unregelmäßig. Angst machte sind unter den Freunden breit. Birgitt kam im Moment der Gedanke, es wäre doch wohl besser gewesen in Köln zu bleiben. Doch plötzlich schoss etwas zwischen den Bäumen empor. Es war nur kurz zu sehen und verschwand schnell in Dunkelheit der Nacht. Es wurde ruhig, nichts war zu hören und das Licht zwischen den Bäumen schien wieder ruhig und gleichmäßig, doch plötzlich wurde das Licht wieder unruhig und es schoss wieder etwas zwischen den Bäumen hervor und verschwand wie das erste Objekt in der Dunkelheit der Nacht. Das gleiche wiederholte sich noch zweimal und das Licht erlosch. Die Schwärze der Nacht hüllte alles wieder in eine, im Moment, beängstigende Dunkelheit. Heike spürte jeden Herzschlag und tastete nach Birgitts Hand, die sie in der Aufregung nicht fand. Verängstigt standen die vier Freunde auf dem Wanderweg. Niemand wagte zu atmen oder etwas zu sagen. Vorsichtig blickten sich alle um, bis Andreas allen Mut zusammen nahm.


 


»Was war das?«


 


»Woher soll ich das wissen?«


 


»Ich habe keine Ahnung!«


 


»Habt ihr das Licht gesehen?«


 


»Natürlich.«


 


»Aber was ist viermal aus den Bäumen heraus in der Dunkelheit verschwunden?«


 


»Vielleicht etwas Außerirdisches?«


 


»Meinst Du?«


 


»Vielleicht, aber nicht sicher!«


 


»Es ging alles so schnell.«


 


»Ich konnte überhaupt nichts erkennen.«


 


»Und ich war einfach nur verängstigt und erschrocken.«


 


»Ich auch. Nicht das du denkst das eben ging einfach so an mir vorbei.«


 


»Aber was könnte das gewesen sein?«


 


»Vielleicht sollten wir mal weiter gehen!«


 


»Und was erwartet uns dort?«


 


»Wir können auch wieder umkehren.«


 


»Es war bestimmt was Außerirdisches.«


 


»Vier Objekte sind da raus geschossen.«


 


»Ob da noch was herum läuft?«


 


»Wir werden es wohl erst wissen, wenn wir mal nachsehen.«


 


»Jetzt haben wir es bis hierher geschafft. Beruhigen wir uns mal wieder. Versuchen wir es jedenfalls.«


 


»Du hast recht, aber es war wirklich unheimlich.«


 


Jeder sprach jedem Mut zu. In dem Licht der Taschenlampe schauten sich die Freunde an. Langsam verflog die Angst und eine gewisse Art von Neugier machte sich breit. Nach zu schauen, was dort in diesem geheimnisvollen Waldstück passiert war. Also setzte Andreas als erster einen Schritt nach vorn und ging vorsichtig weiter. Die Anderen folgten ihm. schließlich hatten sie den Wald erreicht. Zögernd schauten sie sich im Licht der Taschenlampen um, aber so sehr alle die Umgebung ausleuchteten, es war nicht zu sehen. Alles war unberührt, der Boden des Waldes, die Büsche und Bäume. Nicht ungewöhnliches.


 


»Das gibt es doch gar nicht!«


 


»Was?«


 


»Jeder von uns hat es doch gesehen.«


 


»Aber schau dich doch mal um!«


 


»Ich sehe es, alles unberührt.«


 


»Der Boden, die Büsche, die Bäume.«


 


»Noch nicht einmal ein Ast ist umgeknickt.«


 


»Seltsam!«


 


»Das ist ein bischen mehr als seltsam.«


 


»Aber irgendetwas hat sich hier ereignet.«


 


So sehr man auch darüber nachdachte und spekulierte, sie fanden keine Antwort. Was war hier geschehen. Es blieb demnach nichts anderes übrig als weiter zugehen, oder den Rest der Nacht zwischen den Bäumen, oder auf Waldboden zu verbringen. Man entschied sich weiter zugehen, denn nicht allzu weit entfernt war dieses kleine Haus. Das Hexenhaus. Oder wieder zurückgehen. Da waren sich die Freunde noch nicht so einig. Man entschloss sich schließlich zurück zugehen. Zu den Helfensteinen war es nicht allzu weit. Ein paar hundert Meter weiter befand sich die Straße, die Richtung Hotelanlage gehen und dann wieder durch das Drehkreuz. Dann nur noch bischen bergauf und man hatte die Helfensteine erreicht. Dieser Ort war jetzt allen angenehmer als der unheimliche Wald. Also gingen alle den Wanderweg wieder vorsichtig zurück, Richtung Straße. Den Wald hatte man hinter sich gelassen, einen Grund mehr erst einmal tief durchzuatmen. Doch die Freude währte nicht lange, denn irgendetwas war zu hören. Etwas, das sich den Freunden nährte. Aber nicht zu Fuß, sondern in der Luft. Es war deutlich zu hören und kam näher. Eine Art von Brausen war zu hören. Es kam immer näher. Heike, Birgitt, Andreas und Christoph schauten sich zwar um, konnten aber nichts erkennen. Doch plötzlich ging alles wieder ganz schnell. Irgendetwas flog schnell über die Freunde hinweg. Vier Objekte. Doch es war wieder nichts zu erkennen. Und genauso schnell wie sie gekommen waren, waren sie auch schon wieder verschwunden.


 


»Das sind sie wieder, die vier Dinger.«


 


»Was das auch immer gewesen sein mag.«


 


»Ich habe nichts erkennen können.«


 


»Es ist so dunkel.«


 


»Es war aber auch nichts von den Umrissen zu sehen.«


 


»Alles ging so schnell.«


 


»Aber wenn ich mich nicht irre, sind diese Objekte Richtung der Helfensteine geflogen.«


 


»Da wollen wir doch auch hin.«


 


»Lasst uns lieber wieder ins Hotel gehen.«


 


»Und was willst du da?«


 


»Mir die Decke über den Kopf ziehen.«


 


»Kommt nicht in Frage!«


 


»Wieso?«


 


»Weil ich jetzt doch etwas neugierig geworden bin.«


 


»Hast du denn gar keine Angst.«


 


»Doch.«


 


»Und du willst weitergehen?«


 


»Ja.«


 


»Und wieso?«


 


»Weil das Hotel fast genauso weit entfernt ist, wie die Helfensteine.«


 


Alle hatten Angst und waren gleichzeitig auch neugierig. Was hatte es mit dem geheimnisvollen blauen Licht auf sich. Was war von dort aus in die Dunkelheit der Nacht verschwunden und eben gerade über alle Vier hinweg geflogen, Richtung der Helfensteine? Immer wieder schauten sich Heike, Birgitt, Andreas und Christoph um. Doch die Straße kam immer näher und schließlich erreichten alle ein Drehkreuz. Vorsichtig gingen alle nacheinander durch und vermieden dabei, irgendwelche Geräusche zu machen. Im Moment hielten sie es für angebracht vorsichtig zu sein. Auf der Straße ging man wieder Richtung Hotelanlage. Der Schrecken des Erlebten saß zur Zeit noch tief. Auf der linken Seite der Straße befanden sich Parkplätze. Auf der rechten Seite der Zaun. schließlich kam man auch den Gebäuden näher. Hier und da war eine Außenbeleuchtung angebracht und man konnte sich ein wenig orientieren. Aber um die Hotelanlage zu erreichen musste man noch weitergehen. Zuerst kam das Cafe', dann der Eingang zur Rezeption.


 


 


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