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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Das Lied der Fledermäuse, El Creeco
El Creeco

Das Lied der Fledermäuse



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"Robert, kommst du bitte runter? Vladimir steht vor der Tür und möchte mit dir auf irgendeinen Vortrag. Er sagt, du wüsstest Bescheid!"

"Sag ihm, ich bin gleich fertig!", rief er von oben.

Vor einigen Tagen hatte Robert auf dem Weg zum Markt ein großes Schild vor der Kirche stehen sehen, das seine Aufmerksamkeit geweckt hatte. Ein gewisser J. Dawling aus England wollte einen wissenschaftlichen Vortrag halten, in der Halle direkt hinter dem Gotteshaus. Da sich in diesen Ort nur selten ein Fremder verirrte, wollten sie auf alle Fälle hingehen und sich anhören, was er zu sagen hatte.

Gertrude wollte zu Hause bleiben, für den Fall, dass Frank mit den Kindern kam. Dass ihre Gäste vor verschlossenen Türen standen, wollte sie unter keinen Umständen.

So machten sich Robert und Vladimir auf den Weg. Unterwegs stießen noch Pedro, John und Michael dazu. Als sie ankamen, waren sie überrascht - der halbe Ort stand vor der Halle.

"Was ist denn hier los?", rief Pedro, "so viele auf einmal hab ich hier noch nie gesehen!"

Nach einer Weile wurde das Tor geöffnet und die Leute strömten hinein. Es gelang ihnen, einen Platz in der vordersten Reihe zu ergattern. Ein Mann mit schulterlangen, lockigen Haaren und Dreitagebart trat hinter den Rednerpult. In gespannter Erwartung lauschten sie, was dieser wohl zu sagen hätte.

"... ist es mir eine große Ehre, hier vor ihnen, die sie so zahlreich erschienen sind, sprechen zu dürfen", begann er.

"Transsilvanien war schon immer, überall weltweit bekannt als das Land der Mythen und vor allem - Vampiren!"

John und Robert sahen sich überrascht an. Das versprach interessant zu werden.

"... ist es einem sehr bedeutenden Kollegen, Professor der Universität Oxford und mir gelungen, die Existenz von Untoten nachzuweisen."

Gemurmel machte sich unter den Anwesenden breit.

"Nun, die Beweise fanden wir nach vielen Ländern, die wir gemeinsam bereisten, in diesem Buch hier!", fuhr er fort, während er ein großes, dickes Buch, das in schwarzes Leder gebunden war, in die Höhe hob, so dass es für alle sichtbar war. Es schien sehr alt zu sein und sah recht mitgenommen aus.

"Darin", rief er, "steht es geschrieben!"

"Platsch", machte es und mit einem Mal war alles totenstill. Ein Zuhörer, der weiter hinten saß, hatte eine Tomate auf den Sprecher abgefeuert. Weiteres Gemüse folgte aus allen nur erdenklichen Richtungen. Bedingt durch diese Umstände entstand große Unruhe. Am Ende flogen überall Tomaten, Kartoffeln, Eier, sogar Gurken und Paprika durch die Luft. Alle Anwesenden liefen wild durcheinander, was den Polizisten einiges an Mühe bereitete, sich einen Weg durch die tobende Menge zu bahnen.

Vladimir und der Rest der kleinen Truppe nutzen den Tumult, um sich unbemerkt zum Rednerpult durchzuschlagen, nicht ohne mehrfach von fliegendem Grünzeug getroffen zu werden, um letzendlich den armen Dawling zu erreichen, der zusammengekauert am Boden saß, die Arme schützend über das Buch haltend. Er wirkte völlig versört.

"Kommen sie!", rief Robert, wobei er Mühe hatte, seine eigene Stimme zu hören, so laut war es mittlerweile, "es gibt einen Hinterausgang!"

Der Mann zögerte nicht lange und folgte seinen Rettern, das dicke Buch fest an sich gedrückt.

Unbeschadet kamen sie ins Freie, während drinnen die Schlacht weiter tobte.

"Folgen sie uns!", sagte Robert. Dawling ließ sich das nicht zwei Mal sagen. Sie liefen durch eine dunkle Gasse, bis sie die Kneipe "Zum sinkenden Fährmann" erreichten.

"Hier rein!", John gab ihm einen Schubs und Jack fand sich unversehens in einer etwas muffigen Spelunke wieder, in der ein Geiger scheußliche Musik, falls man das so nennen konnte, zum Besten gab. Michael nahm ihn an der Hand und zog ihn zu einer Bank in der hintersten Ecke, die durch Unmengen von Pflanzen vor neugierigen Blicken geschützt war.

"So", knurrte John, wobei ein leichtes Lächeln seine Mundwinkel zierte, "hier bist du erst Mal in Sicherheit! Willkommen in Transsilvanien!"

Vladimir bestellte Bier für alle.

"Nun, mein Lieber", begann Robert, "erzählen sie uns, was sie den Dummköpfen da draußen sagen wollten!"

Jack, der noch nicht verstand, was überhaupt passiert war, fragte verdutzt: "Wer seid ihr?"

"Wir sind der Club der Geächteten", John grinste jetzt. "Und du bist jetzt einer von uns, wie es aussieht", wobei sein Grinsen noch breiter wurde.

Man sah Jack an, dass er nichts von alledem kapierte. "Wieso Geächtete?"

Nun nahm Johns Gesicht einen feierlichen Ausdruck an. "Hier sitzt du den einzigen Zeugen für die Existenz der Vampire gegenüber!"

Der Mund des Engländers stand ungläubig geöffnet, sein Blick nahm einen fragenden Ausdruck an.

"Ihr ... habt sie gesehen?"

"Ihn!", verbesserte Robert. "Wir kennen nur einen persönlich, aber glaub uns, das genügt vollkommen!"

"Ja, wir legen keinen gesteigerten Wert auf diese Bekanntschaft, verstehst du?", bemerkte John ironisch. "Weißt du, über ihn zu reden oder ihm persönlich, von Angesicht zu Angesicht, gegenüber zu stehen, sind zwei Paar Dinge!"

"Aber ... es muss doch unglaublich faszinierend sein, einen leibhaftigen Vampir zu treffen", antwortete Jack verzückt ...

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