Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Fantasy Bücher > Cold Belt - Feuerblut
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Cold Belt - Feuerblut, Deborah C. Winter
Deborah C. Winter

Cold Belt - Feuerblut


Band 1

Bewertung:
(286)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
2142
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
Überall im Handel
Drucken Empfehlen
Hörprobe:


„Na? Hast du dir deine Verwandlung so vorgestellt?“, fragte Chabral die etwa Achtzehnjährige, deren blondes Haar blutverschmiert war. Sie trug nur ein weißes Kleid, das bis zu ihren Knien reichte und ebenso mit ihrem Blut getränkt wurde, das aus einer tiefen Wunde an ihrem Oberschenkel lief. Die zweite Wunde, die ihr durch einen Dolch zugefügt worden war, befand sich am Oberarm. Chabral glitt mit seinem Zeigefinger über ihre Wange, wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht, die stetig aus den Augen des Mädchens liefen.


Sie biss auf ein Seidentuch, mit dem sie geknebelt war, so dass sie Chabral nicht antworten konnte. Jedoch hallte ihr durch den Knebel abgestumpfter Schrei durch den Raum, als er mit seinem Finger in ihrer Wunde bohrte.


„Wir haben uns dann doch leider dagegen entschieden. Du bist halt einfach nicht unsere Kragenweite.“ Er leckte sich seinen Finger ab und betrachtete das Mädchen mit weißen Augen, schaute dann zu seinem Clan.


„Ich habe das Gefühl, ihr hört mir nicht richtig zu. Bitte bedient euch.“ Er hatte sich selbst bereits großzügig an ihr gelabt, teilte den Rest aber mit seinem Clan, deren Mitglieder sich nun auf das Mädchen stürzten, bis ihre Schreie verstummten.


Chabral blickte auf einen Käfig am Ende des Raumes, der direkt neben dem erloschenen Kamin stand. Darin kauerten vier weitere junge Menschen in weißer Kleidung, die sich weinend in den Armen lagen.


„Dakur.“ Chabrals Schritte hallten durch den Raum. Dank seiner Stahlklappenschuhe wirkte jeder einzelne Schritt bedrohlich. Beinahe gelangweilt setzte er sich wieder auf seinen Platz, schaute auf Theeslar herab, der sich nicht weiter gerührt hatte.


„Du kannst auch essen. Noch ist es frisch.“ Mit einer gleichgültig scheinenden Handbewegung deutete er Theeslar an, sich ebenfalls an dem Mädchen bedienen zu dürfen, deren Laute bereits verstummt waren.


„Dakur …“, raunte Chabral. Auf seinem markanten, mit Narben übersäten Gesicht, zeichnete sich ein Lächeln ab. Seine weißen Augen zeugten allerdings davon, dass es keinesfalls ein wohlwollendes Lächeln war.


„Sie werden uns auch umbringen …“, wisperte ein rothaariges Mädchen, welches wie das auf dem Tisch nur ein knielanges, weißes Kleid trug. Alle vier waren unversehrt, zitterten aber vor Angst. Jeder von ihnen ahnte, dass ihnen das gleiche Schicksal bevorstünde.


„Nicht, wenn wir ihr Ritual bestehen. Alles wird gut!“, meinte ein Junge, der Jennifer in den Arm nahm und sie dadurch trösten wollte.


„Wenn, wenn, wenn …“, murmelte Chabral, dem die Unterhaltung seiner frisch eingetroffenen Lebensmittel nicht entgangen war. So stand er auf und lief auf den Käfig zu, besah sich die jungen Menschen darin, die nur wenige Jahre jünger waren als er selbst.


„Gebt euch Mühe. Dann werdet ihr vielleicht verwandelt. Andernfalls erfüllt ihr einen anderen Zweck.“


Eines der Mädchen hielt sich seine Hände vor das Gesicht, als zwei der Vampire ihre Freundin aus dem Zimmer brachten. Ihre Haut war weiß wie Porzellan und ihre Augen standen offen.


„Ich kann das nicht mehr! Wir sind seit Tagen hier! Warum sucht uns denn niemand?“, wimmerte das Mädchen mit den langen schwarzen Haaren und fing an, an dem Gitter des Käfigs zu rütteln.


„Wer vermisst schon solche Freaks wie euch. Hallow Release? Lächerlich.“ Abschätzig trat Chabral gegen die Käfigstäbe, erwischte beinahe die Finger des Mädchens, die sich panisch zurückzog und in die Arme ihrer Freundin flüchtete.


Die anderen Vampire brachen in schallendes Gelächter aus, verließen dann einer nach dem anderen den Raum. Bis auf eine junge Frau, die wohl in dem gleichen Alter war, wie die Beute der Vampire. Sie war die einzige, die sich nicht an dem Bankett beteiligt hatte. Nervös schob sie ihre Brille mit den runden Gläsern zurecht und schaute auf den Tisch, an dem sich bereits getrocknete und frische Blutflecken befanden.


„Und, Cylia? Wen hättest du gerne als nächstes?“, rief Chabral durch den Raum, deutete dabei auf die vier jungen Menschen, die nicht mehr lange leben würden. Cylia sah auf zu ihrem Anführer, dann auf den Käfig. Aber sie schwieg.


„Sag‘ mir, wer von ihnen hat am meisten Angst zu sterben?“ Chabral lachte.


In ihrem rosafarbenen Kleid mit gebundener Schleife auf dem Rücken, den weißen Kniestrümpfen und Ballerinas wirkte Cylia nicht wie eine Vampirin. Jedoch verrieten ihre weißen Augen, dass sie sehr wohl zu dem Clan der Achata Dazitas gehörte.


„Und sage mir nicht, dass du es nicht weißt.“


Cylia klammerte sich an den feinen Stoff ihres Kleides, starrte zu Boden, wobei ihr einige hellbraune Haarsträhnen in ihr Gesicht fielen. Ihr Pony war gerade geschnitten und weilte über ihren Augenbrauen. Ihr rosafarbener Haarreif passte perfekt zu ihrer restlichen Kleidung.


„Wisst ihr, Cylia kann nämlich eure größten Ängste sehen. Sie weiß ganz genau, wovor ihr euch fürchtet. Niemand kann sich vor ihrer Fähigkeit verstecken.“ Er flüsterte dies nur, aber es war laut genug, dass es die vier Menschen verstanden.


„Da habe ich dir extra dieses wunderschöne Kleid gestohlen und du willst es mir immer noch nicht sagen?“ Er sprach freundlich, schlug im nächsten Moment aber mit geballter Faust auf den Käfig. Der Klang von aufeinandertreffendem Metall wurde erzeugt, da er seinen Körper für wenige Sekunden in Stahl verwandelt hatte. Cylia schreckte wie die vier Menschen zusammen, die zudem noch schrien und sich aneinander festklammerten.


„Es ist doch egal, wer! Sie haben alle Angst! Du wirst doch sowieso jeden von ihnen töten!“ Cylia zitterte am ganzen Körper, hasste sich für ihre Kraft. Viel lieber würde sie sich jetzt unsichtbar machen können, wie Theeslar es konnte oder wie Chabral ihren Körper in Stahl verwandeln. Aber ihre Kraft half ihr nicht weiter. Nicht bei so einem Tyrannen wie Chabral, dem sie dienen musste, wenn ihr ihr Leben lieb war.


„Das habe ich nicht gesagt. Ich werde niemanden töten. Ich verspreche es.“ In seiner Stimme schwang ein ironischer Unterton mit, doch Cylia hätte ohnehin gewusst, dass er es nicht ernst meinte. Und da sie ahnte, was auf sie zukam, wenn sie sich ihm nicht fügte, streckte sie ihren Arm aus und deutete auf den Käfig.


„Es ist das Mädchen mit den roten Haaren. Jennifer.“ Dabei starrte Cylia jedoch auf die verschlossene Tür, aus die die anderen Vampire gegangen waren. Sie wollte nicht in das Gesicht des Mädchens sehen, dessen Todesurteil sie verkündete.


„Ah, die kleine Jennifer.“ Chabral ging in die Hocke und blickte in das verstörte Gesicht des rothaarigen Mädchens, das Chabral mit einer Mischung aus Angst und Wut ansah.


„Wir werden es sehen. Morgen Nacht.“ Er stand wieder auf und lief zu Cylia, legte seine Hand auf ihren Rücken, um sie aus dem Raum zu schieben.


„Du schaffst es. Wenn du das Ritual überstehst und verwandelt wirst, hast du sicher eine so starke Kraft, dass …“, meinte ein Junge, der ebenfalls zu den Anhängern des Hallow Release gehörte.


„Selbst wenn ich verwandelt werde und selbst wenn ich eine starke Kraft erhalte, bräuchte ich Monate, bis ich sie beherrsche.“ Jennifer starrte durch die Gitterstäbe zu den Fenstern. Schaute sehnsüchtig in den Sternenhimmel.


„In einer Woche geht die Schule wieder los. Wer hätte gedacht, dass es sich nicht gelohnt hat, das Referat zu schreiben. Ich hätte ... andere Dinge tun können.“


 


 


Im Cold Belt des Chrysokollya Clans wurde ebenfalls diniert. Gestärkt versammelten sich die Vampire um eine Tafel.


„Wir können zufrieden sein. Die letzten zwei Monate waren sehr aufschlussreich.“ Rhionne blickte zu den anderen fünf Anwesenden, die wie sie eine schwarze Kutte trugen. Ihre Gesichter lagen im Dunkeln.


„Dakur kann uns sehr nützlich sein. Wenn wir ihn auf unsere Seite ziehen …“ Pheru faltete seine Hände und lächelte, als er die anderen Clanmitglieder ansah.


„Auch wenn er in die Zukunft sehen kann, müssen wir sein Vertrauen gewinnen, damit er uns auch nicht belügt.“ Vhennezia lehnte sich zurück, überschlug ein Bein und machte sich einige Notizen.


„Zur Not bringen wir ihn dazu.“ Cyuba sprühte einige Funken, als er mit seiner Faust auf den Tisch schlug, so dass die mit Blut gefüllten Kelche wackelten.


„Reg‘ dich nicht auf, Cyuba!“ Orizonis stand genervt auf und blickte auf einen Käfig, der neben der Tafel stand. Darin befanden sich elf Menschen, die kaum Platz hatten. Ihre Arme und Beine ragten aus den Gitterstäben. Einige weinten. Andere schienen sich bereits aufgegeben zu haben.


„Wir werden sehen“, sprach der Älteste in der Runde. Yurkon, der am Kopf der Tafel saß, deutete auf den Käfig, den Orizonis öffnete und einen jungen Mann an seinem Handgelenk herauszog.


„Bitte! Habt doch Erbarmen! Ich habe nichts getan! Ich habe noch nie eine Straftat begangen! Ich … ich habe noch nicht einmal einen Strafzettel für falsches Parken bekommen. Ich bitte euch! Meine Frau, meine Kinder! Sie suchen mich sicher schon!“ Doch all sein Flehen half dem etwa 30jährigen nicht, dessen Körper von verheilten Wunden übersät war. Er wurde auf die Tafel geworfen, wo ihn Rhionne und Pheru an Armen und Beinen fixierten.


„Bringt ihn zum Schweigen“, meinte Yurkon, dessen faltige Hände einen fliederfarbenen Stein an seinem Ringfinger beherbergten. Seine Hände waren fleckig und die Fingernägel vergilbt.


Rhionne knebelte den Mann, so dass dieser bis auf ein paar gedämpfte Töne nichts mehr von sich gab.


„Vielen Dank“, höflich nickte Yurkon ihr zu, bedeutete Rhionne, sich wieder zu setzen und ihm zu lauschen. 



Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2020 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 4 secs