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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Circle of Mentalists, Reinhard Schmelzer
Reinhard Schmelzer

Circle of Mentalists


Fantasy-Roman

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Sehr geehrte Damen und Herren,


über eine Person, die ich kaum kenne, habe ich von Ihrem


Unternehmen, C.O.M - Industries, erfahren und dass Sie


einen gut bezahlten Job anbieten. Da ich Sie im Internet


nicht finden konnte, und keiner mir über Sie Auskunft geben


kann oder will, sah ich mich gezwungen, meine Bewerbung


eher schlicht zu gestalten. Da ich keine Ahnung habe, welche


Dienstleistungen Sie anbieten, oder was Sie herstellen,


kann ich Ihnen nicht sagen, ob ich für diesen Job wirklich


geeignet bin oder über entsprechende Vorerfahrungen und


Fertigkeiten dafür verfüge.


In Gruppen werde ich schnell akzeptiert und kann mit Menschen


sehr gut umgehen. Auch mein analytisches Denken


wird Ihrem Unternehmen sehr zugute kommen. Der Grund


für meine Bewerbung ist der Wunsch, mich vor allem beruflich


zu verändern, insofern bin ich für alles offen.


Auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freue ich


mich sehr.


Mit freundlichen Grüßen


Miguel Nantes



Das war meine Bewerbung, die ich Jane gab, einem Mädchen,


welches ich irgendwann mal an einem Parkautomaten


kennenlernte. Wir verstanden uns sofort und gingen öfter


einen Kaffee trinken, trafen uns zum Dart- und BowLispie6


len und gingen auf Partys, für die ich mich mit meinen 28


Jahren fast schon zu alt fühlte.


Mich faszinierte immer wieder ihre geheimnisvolle und


jugendliche Art und natürlich auch ihre blauen Augen und


blonden Haare. Ich steh nun mal auf blauäugige Blondinen,


dagegen kann ich wenig machen.


Irgendwann fragte sie mich, ob ich nicht Lust hätte in


ihrer Firma anzufangen, da vor kurzem ein Kollege aus


dem Unternehmen ausgeschieden sei, wie sie es damals so


nüchtern formulierte. Mit Freude nahm ich dieses Angebot


entgegen, in der Hoffnung, aus meinem langweiligen Bürojob


herauszukommen und natürlich, um irgendwann mal


einen Sportwagen zu fahren. Dieser wurde mir übrigens


bei Bestehen des Einstellungstestes schon als Firmenwagen


versprochen. Wie gesagt, ich hatte keine Ahnung was


C.O.M - Industries eigentlich macht.


Noch seltsamer als diese Tatsache, war das besagte Vorstellungsgespräch.


Ich saß ungefähr zwei Stunden einem Typen


gegenüber, der die ganze Zeit kein Wort sagte und mich


stattdessen nur anstarrte.


Jedes Mal, wenn ich etwas sagen wollte, unterbrach er mich


mit den Worten „Ich weiß".


Das war mein erstes Treffen mit Andrew, einem Autisten,


der bei C.O.M - Industries eine ziemlich große Nummer


war, wie ich noch erfahren sollte.


Die nächste Etappe war eine medizinische Untersuchung,


die zumindest einigermaßen normal verlief, außer dass der


Arzt, Dr. Li, nichts anderes tat, als seine Hand auf meine


Stirn zu legen. Als er mit der Untersuchung - in Anfüh7


rungszeichen - fertig war, gab er mir grünes Licht, um in


der Firma anzufangen. Er gab mir den Hinweis, unbedingt


auf meine Ernährung zu achten und mehr Sport zu machen,


außerdem wäre die nächste Grippeimpfung auch bald fällig.


Das alles fand ich aber noch normal, im Gegensatz zu meinem


ersten Treffen mit dem Chief, der so eine Art rechte


Hand des eigentlichen Bosses war. Kaum jemand wusste


wie er hieß, er bestand darauf von jedem Chief genannt zu


werden. Der Chief war so ziemlich das widerlichste Wesen,


das auf dieser Erde zu wandeln schien.


Es war schon alleine die Art, wie er morgens zur Arbeit


kam, mit seinem übergroßen Geländewagen, der fast schon


wie ein Monstertruck aussah. Jeden Morgen fuhr er mit


Vollgas auf den Parkplatz und rammte alles weg, was ihm


nicht schnell genug ausweichen konnte.


Die absolute Todesstrafe erwartete denjenigen, der sich auf


seinen Parkplatz stellte. Er war der geldgeilste Bock auf


diesem Planeten und interessierte sich nur für den Profit.


Jedem Pawn, so nannte man die Rangniedrigsten, zitterten


die Knie, wenn es hieß: „Ins Büro!"


Da konnte sich nämlich jeder sicher sein, einen Wutanfall


über sich ergehen lassen zu müssen, der seinesgleichen


suchte. Er war, zu meiner Überraschung, nicht nur ein Ekelpaket


und riesengroßes Arschloch, sondern auch ein grüner


Troll.


Der Chief stellte mich zunächst als Pawn ein. Was das für


mich hieß, sollte ich noch feststellen.


8



Kapitel 1 - Die Akte Veron Miles




Die Sonne war schon längst aufgegangen an diesem wichtigen


Sommermorgen. Die Strahlen drangen durch die


Ritzen des Rollladens, während ich versuchte, das störend


ätzende Geräusch des Radioweckers zu ignorieren. Ich


drückte mir das Kissen aufs Ohr, bis ich mich doch dazu


entschloss, nach diesem verhassten Gerät zu werfen.


Es nützte wenig, ich musste aufstehen, mich irgendwie


wach kriegen. Ich taumelte mit verschlafenem Blick und


ohne jede Körperspannung in die Küche, um mir einen


Kaffee zu machen. Schwarz, ohne Zucker und ohne Milch,


oder sonst irgendetwas, was sich Leute in die dunkle Brühe


kippen.


Ich setzte mich mit der Tasse noch eine Weile an den Tisch,


um mich erst einmal zu sammeln, denn heute sollte mein


erster Tag bei C.O.M - Industries sein. Ich wollte es nicht


vergeigen, was auch immer dort auf mich zukommen sollte.


Ich hatte noch immer keine Ahnung was diese Firma


eigentlich macht. Als ich Jane danach fragte, sagte sie nur,


es wäre das Richtige für mich. Gerade in diesem Moment,


als ich an sie dachte, ertönten laute Motorengeräusche von


draußen.


Normalerweise war mein Gehör sehr empfindlich, besonders


morgens bereiteten mir laute Geräusche schwere


Kopfschmerzen, aber dieser Klang war Musik in meinen


Ohren. Es war Janes roter Porsche Boxster, den sie unter


meinem Fenster parkte, wie ich durch einen Blick aus dem


Fenster feststellte.


9


Ich fragte mich ohnehin dauernd, was sie beruflich machte,


um so ein Auto gestellt zu bekommen. Sie war gerade mal


zwanzig Jahre alt und fuhr schon so einen Sportwagen.


Und genau gegen so etwas wollte ich meine alte Rostlaube


eintauschen, was auch ein entscheidender Grund für meine


Bewerbung bei C.O.M. war.


Mein persönlicher Traum war es, irgendwann einen


Chevrolet


Camaro zu fahren. Die meisten, denen ich das


erzählte, hielten mich für bescheuert, weil ich mir so einen


Wagen ohnehin nie leisten könne. Mein Ziel war es, allen


das Gegenteil zu beweisen.


Ich zog mich an und machte mich startklar. Als ich fast


schon die Treppen nach unten passierte, merkte ich, dass in


meiner Tasche irgendetwas fehlte.


„Mein Handy!", fiel mir ein, doch es war schon zu spät,


die Zeit war knapp, und es gab kein Zurück mehr. Also


ging ich nach draußen, um Jane zu begrüßen. Ich umarmte


sie, so wie ich es immer tat, wenn wir uns trafen.


„Hey du, wie geht`s dir?", empfing ich sie mit Freude.


„Ganz gut und dir? Bist hoffentlich fit", entgegnete sie und


drückte mir eine Tüte in die Hand.


„Ich hab dir Frühstück mitgebracht, essen kannst du während


der Fahrt", schlug sie mir vor und wir stiegen ein.


Sie trat aufs Gas und es ging los. Essen während der Fahrt?


Janes Fahrstil machte das beinahe unmöglich. Wie in einem


Actionfilm, wo es um illegale Rennen ging, schlängelte sie


sich durch den fließenden Verkehr.


Rechts, links, rechts, links und das permanent mit Vollgas.


Wir fuhren in den Parkplatz ein, und da trafen wir auch den


10


Chief, mit seiner Aktentasche in der Hand. Seinen Geländewagen


parkte er bereits, was mich sehr beruhigte, denn


es war eine Gefahr weniger, der ich mich an meinem ersten


Tag stellen musste. Die Hinfahrt war überstanden.


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