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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Castello, Dirk Steinert
Dirk Steinert

Castello


Seltsame Dinge geschehen

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...


Markus erwacht aus seinen Träumen


Markus öffnete seine Augen. Alles um ihn herum war finster und irgendwie fühlte er sich wie gerädert. Als er versuchte, sich zu bewegen, stellte er mit Verwunderung fest, dass er an das Bett gefesselt war. Seltsam, das taten seine Eltern nur, wenn er krank war und unter schrecklichen Fieberträumen litt und um sich schlug. Wo waren seine Eltern überhaupt? Das Zimmer erschien ihm zudem etwas fremd. Es war zwar sein Zimmer, aber auch wieder nicht. Irgendetwas war anders, völlig anders. Er wollte gerade wieder die Augen schließen, um bis zum nächsten Morgen zu schlafen, als er von einer sanften mädchenhaften Stimme angesprochen wurde.


„Hey, du!“


Markus wunderte sich schon, wie schnell er wieder eingeschlafen war und träumte, als er die Stimme erneut hörte.


„Hey, Markus, bist du nun endlich aufgewacht oder willst du weiter schlafen, bis die Welt untergeht?“


„Wer ist da?“, fragte Markus. „Ich!“


„Wer ist ‚Ich‘?“ „Ich ist Ich!“


„Ich ist Ich!“, äffte Markus unwirsch nach. Bisher hatte er sich ganz gut gefühlt. Er hatte keine Kopfschmerzen und bis auf den Umstand, dass er an das Bett gefesselt war, ging es ihm hervorragend. Die Fesseln hinderten ihn daran, in die Zimmerecke hinter dem Kopfende seines Bettes zu spähen. Aus dieser Ecke kamen die Worte der Unbekannten. Markus zerrte immer weiter an den Fesseln, aber er kam nicht frei. Voller Wut fing er an zu schreien, immer lauter wurde sein Rufen, bis endlich das Licht anging und seine Eltern im Zimmer standen. Allerdings waren es nur seine Eltern, denn außer ihnen und ihm war keiner im Raum.


„Hallo, Markus! Wie geht es dir?“


„Es geht so, aber warum bin ich hier an dieses dämliche Bett gefesselt? Denn weglaufen wollte ich eigentlich nicht.“


„Du bist vielleicht gut. Nicht weglaufen, sagt er. Erst haust du deiner Mutter eine runter, danach benimmst du dich wie ein Wahnsinniger und willst aus dem Dachfenster hüpfen, als wenn das Fliegen zu deiner von Säugling an erlernten Bewegungsform gehört. Und nun beschwerst du dich, dass du an das Bett gefesselt bist.“


Markus schaute seine Eltern ganz verstört an. Er sollte seine Mutter geschlagen haben? Nein, das konnte und wollte er nicht glauben. Er schaute seine Mutter an, und gerade, als er sie ansprechen wollte, fiel ihm sein Traum wieder ein und er erzählte seinen Eltern davon. Er schilderte, dass er im Traum ein Drache gewesen sei, der fliegen konnte und dies auch tat. Er erzählte von der Höhle mit dem seltsamen Inventar und von dem See, in dem er dann als Drache ertrunken sei. Nun schauten seine Eltern ganz verdutzt und ungläubig. Aber nach einer Weile wurde ihr Blick sehr ernst und sie tuschelten miteinander. Bis seine Mutter plötzlich sagte: „Wir fahren noch heute nach Italien in die Toskana, zum Castello il Sogno. Vielleicht können unsere Freunde dort Markus helfen?“


Dann ging alles sehr schnell, seine Sachen wurden gepackt und man verfrachtete ihn in den großen Familien-Van. Ab ging die Fahrt. Fridolin fuhr den Wagen, und als Markus fragte, warum man unbedingt in die Toskana müsse, antwortete seine Mutter, dass dort ein Schloss sei, das sie von früher her kannte und in diesem Schloss gäbe es Träumer.


„Träumer?“, fragte Markus.


„Ja, aber um dir das alles zu erklären, bist du jetzt zu erschöpft. Darum schlaf erst mal, und dann erzähle ich dir alles, was du über das Schloss der Träume wissen musst.“


Markus erwiderte nichts mehr und schaute aus dem Fenster. Es war der herrlichste Sonnenschein und die Landschaft flog nur so am Fenster vorbei. Kurz darauf war Markus eingeschlafen und die seltsamsten Bilder zogen durch seine Träume.


„Ich glaube, es wird Zeit, eine Pause einzulegen. Oder was meinst du dazu?“, fragte Fridolin. „Ja, natürlich, ich könnte jetzt gut eine große Tasse Kaffee gebrauchen. Der macht mich dann richtig munter und dann kann ich dich beim Fahren ablösen. Es sind auch noch gut dreihundert Kilometer, bis wir an unserem heutigen Etappenziel ankommen.“


Nach gut einer Viertelstunde setzte Fridolin den Blinker und sie fuhren auf einen großen Autobahnrastplatz mit Tankstelle und Restaurant. Markus hatte von all dem nichts mitbekommen und schlummerte wie ein Bär im Winterschlaf. Marion und Fridolin entschieden, ihn schlafen zu lassen. Beide waren der Meinung, dass die letzten Tage anstrengend genug für Markus gewesen waren und er die Ruhe gut gebrauchen konnte. Sie würden ihm etwas zu essen und Getränke mitbringen, da Markus sowieso nicht gerne in Restaurants saß. Sie setzten sich an einen netten Tisch, der mitten in der Sonne stand, und als der Ober kam, bestellten sie etwas zu essen und ein Lunchpaket für Markus.


„Bis das Essen kommt, würde ich gerne einige Unklarheiten mit dir besprechen“, meinte Marion. „Fridolin?“


Sie sah ihren in Gedanken verlorenen Ehemann auffordernd an. „Fridolin!“, wiederholte sie nun etwas energischer.


„Ja? Ja, was ist denn? Entschuldige, ich war völlig abwesend.“


„Das habe ich gemerkt“, sagte Marion. „Wie willst du weiter vorgehen?“


„Ich weiß es noch nicht genau. Im Moment bin ich mir noch nicht im Klaren, ob es richtig ist, mit Markus zum Castello zu fahren. Weißt du noch, wie es damals bei uns gewesen ist? Was ist, wenn sie wieder die Kontrolle verlieren? Was, wenn sie dieses Mal nicht stark genug sind, um ihn zurückzuholen? Du weißt doch selbst, wenn der Zufall dich nicht in das Castello il Sogno verschlagen hätte, würde ich wohl immer noch in der Traumwelt gefangen sein.“


„Ich wusste gar nicht, dass du so ein Hasenfuß bist. Damals warst du anders.“ „Wie, ‚anders‘?“, fragte Fridolin erstaunt.


„Na ja, du hast nicht wie Espenlaub gezittert, so wie jetzt. Du warst mutiger, stärker und mächtiger.“


Fridolin sprang auf und sah seine Frau wütend an. Er wollte gerade seinem Ärger Luft machen, als er das schelmische Flackern in den Tiefen ihrer Augen erkannte, und er schaffte es gerade noch rechtzeitig, sich wieder in Gewalt zu haben. Denn sonst wäre Marion unweigerlich in einen lauten Lachanfall gestürzt, unter dem sie minutenlang gelitten hätte. Fridolin kannte ihr Lachen. Es war glockenhell und von einer Fröhlichkeit, wie er es sonst nur selten gehört hatte. Dazu kam, dass Marion die Macht besaß, alle im Umfeld stehenden Wesen durch ihr herzhaftes Lachen anzustecken. Nun lachten sie beide. Nach einer Weile sagte Marion: „Aber nun im Ernst, was wollen wir tun? Fahren wir ins Castello il Sogno oder sollen wir die Angelegenheit auf sich beruhen lassen? Glaubst du, man kann Markus im Castello helfen oder meinst du, dass all die Anzeichen, welche wir miterlebt haben, nichts mit dem zu tun haben, was ich glaube?“


„Was glaubst du denn?“, konterte Fridolin mit einer Gegenfrage. „Na, ich glaube, dass da eine Fortsetzung auf uns zukommen könnte.“


„Was für eine Fortsetzung? Nein, Marion. Du glaubst doch nicht, dass diese ganze Geschichte wieder von vorne losgeht? Nein, das kann nicht sein und darf nicht sein“, sagte Fridolin kopfschüttelnd.


„Doch, ich bin sicher. Du weißt doch, dass die ganze Geschichte und vor allem ihr Ergebnis nur eine Frage der Zeit waren – bis die Bannzauber unwirksam werden würden. Und überhaupt, fünfzehn Jahre sind doch eine lange Zeit, oder?“



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