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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Canopy Forks, Michael Kadnar
Michael Kadnar

Canopy Forks



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Die Idylle von Canopy Forks war so eine Sache. An dem beschaulichen Städtchen gab es nämlich nichts besonders Außergewöhnliches das man hätte wissen müssen. Es gab auch nichts besonders Schönes, das man hätte sehen müssen. Zumindest teilten diese Meinung all die Auswärtigen, die nur in die Stadt kamen, um ihre Geschäfte abzuwickeln. Oder um eine Tasse Tee im ‚Mamma Doris‘ zu trinken, das weitläufig für die dazu gereichten, selbstgemachten Marmeladebrötchen bekannt war. In ganz seltenen Fällen, die man pro Jahr ganz leicht an einer Hand abzählen konnte, verirrten sich junge Leute in die Stadt, die auf der Suche nach einem Eigenheim waren. Oft verflog der naive Enthusiasmus aber schon beim alten, rostigen Ortsschild, das die Interessierten willkommen hieß. Der Bürgermeister, der nie zu müde wurde, um zu betonen, dass er nur dafür geboren wurde, um Canopy Forks in ein goldenes Zeitalter zu führen, nahm sich den Interessierten trotzdem persönlich an. Hier schieden sich äußerst emotional die Geister, ob nun tatsächlich die bescheidene Stadt oder der aufdringliche Bürgermeister verantwortlich für das Scheitern eines Kaufvertrages waren. Wollte man dem alten Bill, der alles und jeden kannte, Glauben schenken, lag es sowieso am Fluch der Indianer, deren geheiligtes Land hier beschmutzt wurde. Seine Urgroßeltern waren es auch, die vor langer Zeit verhindert hatten, dass die Regierung hier eine Eisenbahnstation bauen und die Stadt an die öffentliche Infrastruktur anbinden konnte. Der alte Bill berichtet heute noch mit geschwollener, stolzer Brust, wie seine Familie den Einzug des Technikteufels verhindert hatte. All jene, die bereits viel zu tief im Netz von Canopy Forks verwoben waren, um noch irgendwo anders zu leben, verteidigten ihre Stadt wie eine Hirschkuh, die um ihr Rehkitz bangte. In diesem Punkt waren sich alle Einwohner einig. Canopy Forks musste man einfach lieben. Es bestand kein Zweifel daran, dass dieses idyllische Fleckchen Erde von Gott persönlich geküsst wurde und jeder der es wagte, ein Leben hier auszuschlagen, war dem Untergang geweiht. Konkrete Beispiele, die die Schönheit dieser Stadt unterstrichen, konnten dennoch nicht aufgelistet werden. Es lag eben am allgemeinen Charme. An der Gabelung, wo sich der Gold Panner River und der Lousy Nuggets River verbandelten, um sich dann zu einem beeindruckenden Strom zu vereinen. Sicher auch an der rustikalen Bäckersmühle am Rande der Stadt, die schon seit Jahren trotz Baufälligkeit den Jahreszeiten trotzte. Manchmal, wenn der Wind besonders stark über Canopy Forks hinwegfegte, war noch das Knarzen der alten Bolzen zu hören. Nur wenigen hingegen war es vorbehalten von jener Nacht zu wissen, die schon hunderte Jahre zurück lag. Es war die Nacht, als sich die Tore der anderen Welten öffneten. Als sich ein Krieg unbeschreiblichen Ausmaßes an dem Fleck zugetragen hatte, wo heute Canopy Forks stand. Gezeichnet durch Grausamkeiten, die niemand auszusprechen wagte. Diese Wenigen waren es jedoch, die genau wussten, was Canopy Forks besonders machte. Es war die nicht zu erklärende Spannung, die permanent in der Luft lag. Das aufregende Unheimliche, das ein stetiger Begleiter war. Das war der Charme, den nicht Eingeweihte nicht zu beschreiben wussten. Das war es, was die Idylle von Canopy Forks ausmachte.


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