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> Fantasy Bücher > Cameron Kerr: Das Geisterschiff
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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Cameron Kerr: Das Geisterschiff, Michael Kruschina
Michael Kruschina

Cameron Kerr: Das Geisterschiff



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- Vorgeschichte -


 


Vor der Küste Caylmor - Anno 1812


 


Im fahlen Schein des vollen Mondes ankerte die „Dark Mary“. Der Bauch des Schiffes war reichlich gefüllt, und aus diesem Grund lag es nicht im Hafen des Küstenortes Caylmor. Dazu war die „Dark Mary“ aufgrund ihres Tiefgangs nicht mehr fähig. Leicht schaukelte das Schiff auf dem etwas unruhigen Gewässer. Wellen liefen auf das Schiff zu und brachen sich daran. Deren Plätschern erreichte die aufmerksamen Ohren der Männer, welche sich mit einem alten Ruderboot dem aus dem Wasser ragenden Schiff näherten. Das Klatschen der Wellen überdeckte das Paddeln der Männer. Sie durften nicht entdeckt werden, wenn doch, war es um sie und die anderen Bewohner geschehen. Hilfe konnten sie von niemandem schnell erwarten. Dazu lag der Ort zu abgeschieden und einsam. Ein stiller Begleiter befand sich mit auf dem Boot, unsichtbar hielt dieser alle im Griff. Sein Name lautete Angst. Die „Dark Mary“ war nicht irgendein Schiff, nein, sie war ein Piratenschiff, wie es jeder bei Tageslicht an der Totenkopfflagge erkennen konnte, die flatternd im Winde wehte. Jetzt hing sie schlaff herab, nicht zu erkennen in der Dunkelheit. Der Schein des Vollmondes erreichte sie nicht. Es war als schäme er sich, sie zu zeigen. Der Wind war ebenfalls eingeschlafen, nur der Geruch des Salzwassers schwebte allgegenwärtig um die Männer. Kapitän Charles Griffin führte das Kommando über die Besatzung, welche sich aus dem übelsten Gesindel aller Weltmeere zusammensetzte. Nicht nur auf See, auch an Land überzogen die Seeräuber alles mit Gewalt, Plünderungen und Erpressung, wenn es sich einrichten ließ. Nichts war den Männern heilig und schon so mancher Pfarrer und die dazugehörige Kirche wurde ein Opfer der Flammen, wenn der Gottesmann sich den Männern mutig entgegenstellte. Der hier Ortsansässige lebte noch, was ein Zeichen für seinen Mut darstellte. Aus diesem Grund führte der Weg der tapfersten Männer aus Caylmor auch zu dieser späten Stunde auf das Schiff von Charles Griffin. Den Männern schlotterten trotzdem die Beine, und ihre Hände zitterten im Akkord. Kapitän Griffin hatte von den Bewohnern schon ein halbes Dutzend Mal Vorräte und Geldstücke verlangt, dafür, dass er ihr Dorf verschonte. Jedes Mal hatten die Einwohner zähneknirschend eingewilligt, auch wenn dies für alle schwere Entbehrungen bedeutete. Aber diesmal war es besonders schlimm für Caylmor. Da der Sommer verregnet war, fiel die Ernte dementsprechend mies aus. Es reichte gerade für alle, um so durch den harten Winter zu kommen. Abgeben konnten sie nichts. Zum Schein gingen sie wie immer bisher auf das Angebot – Erpressung ein. Aus der Verzweiflung war ein Plan geboren worden, der alles retten konnte oder die Wut der Piraten entfachte und diese ihren Hass an dem Dorf auslassen würden. Nennenswerte Verteidigung war im Dorf nicht vorhanden. Man lebte vom Fischfang und was der karge Boden hergab. Aus diesem Grund überreichten die Männer den Piraten vergiftete Nahrungsmittel. Ein neutral riechendes und aussehendes Gift, welches der Kaufmann Daran Dexter aus Caylmor aus den Kräutern der hiesigen Flora selbst herstellte. Nun waren die Männer zurückgekehrt, um nachzusehen, ob der Plan aufgegangen war oder an Bord des Schiffes den Tod zu finden. Mit einem lauten Schlag berührte das Ruderboot die steil vor den Männern aufragende Schiffswand. Jeder Mann des eingeschworenen Haufens zuckte bei diesem Geräusch zusammen. Sie lauschten angestrengt in die Nacht hinein. In der lauen und stillen Sommernacht schien es, als könne man das Geräusch kilometerweit vernehmen. Alle Beteiligten atmeten stoßweise aus, als sich nichts auf dem Schiff rührte. Jedem fiel ein immens großer Stein vom Herzen. „Myles, klettere auf der Strickleiter an Bord und schau nach, wie es dort oben aussieht!“, forderte Jackson, der Bürgermeister Caylmors, den ihm gegenübersitzenden Myles MacDuggel auf. Dieser zuckte bei den Worten ungewollt zusammen. Seine Kumpanen waren froh, dass dieser Kelch erst einmal an ihnen selbst vorbeigegangen war. „Aber warum ich Jackson? Mike und Calvin sind viel besser und stärker als ich. Wer weiß, was uns da oben erwartet?“ Jeder an Bord sah Jackson an, dass sich dieser nur noch schwer beherrschen konnte. Der Druck, der auf ihm lastete, schien übermenschlich groß zu sein. Auf seinen Schultern lag alle Verantwortung. „Genug gejammert! Das werden wir erst wissen, wenn einer dort nach dem Rechten gesehen hat. Und diese Aufgabe ist nun deine!“ Jacksons Augen funkelten Myles wütend an. Dabei stemmte der dickliche, rothaarige Mann beide Arme in die Hüften. Der eher schmächtige, blonde MacDuggel fügte sich in sein Schicksal. „Ja ja, schon gut, ich gehe ja schon!“, murrend machte er sich daran. Drehte sich zur Bordwand der „Dark Mary“, dabei darauf achtend, den Wellengang auszugleichen, der beide Schiffe mal näher, mal weiter auseinander brachte. Mit schweißnassen Händen umfasste er die Strickleiter und zog sich daran hoch, umfasste sie als wäre diese sein Rettungsanker. Höher und höher kletterte Myles empor, bis er an der Reling ankam. Vorsichtig hob er seinen Kopf über die Selbige. Immer in Erwartung, sofort einen Warnschrei der wachhabenden Männer zu hören. Aber kein Schrei verließ den Mund eines Mannes. Stille umfing ihn weiter, Totenstille? MacDuggel sammelte seinen restlichen Mut zusammen, den er noch finden konnte und kroch eng an das Holz gepresst über den Rand der Reling an Bord der „Dark Mary“. Mit zitternden Beinen kam er auf den Planken auf und verharrte in gebückter Haltung. Schweißgebadet blickte er sich um, dabei nur den Kopf bewegend. Einzelne Schweißtropfen liefen ihm dabei ins Auge, sie brannten entsetzlich. Myles ignorierte es aus Angst, eine falsche Bewegung zu machen. Minuten verstrichen, ohne dass etwas geschah. „Myles, lebst du noch?“, hörte er jemanden aus Richtung des kleinen Ruderbootes rufen. Myles zuckte wiederholt zusammen, überwand endlich die Schranke in seinem Kopf und wandte sich dem Rufer zu. Er drehte sich um und beugte sich über den Bootsrand.


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