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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe BRÜDER, Amelia Blackwood
Amelia Blackwood

BRÜDER


Gebundene Herzen 02

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Prolog


Auszug aus den Chroniken der Vergessenen: Man nennt mich Claudio, den Schreiber. Mir wurde die Aufgabe zuteil, unsere Geschichte niederzuschreiben. Auf dass sie niemals vergessen werde. Es ist das Jahr 1705 der menschlichen Zeitrechnung. Einst lebten die Clans der Sangualunaris und der Delcours in Eintracht miteinander. Doch durch den Wahnsinn eines Einzigen wurden Freundschaften zerstört, Familienbande zerschlagen und sowohl Vampire als auch Menschen mussten ihr Leben lassen. … Ich hatte einen Traum. Eine Frau, die so alt war, dass man ihre Jahre nicht mehr zählen konnte, sprach zu mir. Ihre Worte haben sich in mein Gedächtnis gebrannt, und ich muss sie hier erwähnen. Jemand wird kommen Er wird stürzen Sein eigen Blut wird siegen Samtene Nacht, des Ozeans Blau Jemand wird kommen Die Ausgeschlossenen, Vergessenen und die sich Erhabenen zu einen Samtene Nacht, des Ozeans Blau Jemand wird kommen Sie müssen sich finden Um den anderen zu bezwingen Samtene Nacht, des Ozeans Blau Zwei werden kommen Nur wenn sich das Blut verbindet Werden sie gewinnen Samtene Nacht, des Ozeans Blau Was sie zu bedeuten haben, wird allein die Zeit zeigen. Doch steht zu befürchten, dass diese Prophezeiungen von den falschen Personen zu falschen Zwecken ausge-legt werden. … Menschen, was sind Menschen? Für uns sind sie nichts anderes als Vieh, das wir ohne ihr Wissen halten, um uns zu nähren und uns zu unterhalten. Sie sind dum-me Herdentiere, die sich für größer halten, als sie tatsächlich sind. Zu welchem anderen Zweck sollten sie existieren, wenn nicht, um mit ihrem Lebenssaft unsere Bedürfnisse zu stillen? Blutsklaven sind sie, nichts anderes kann ihre Bestimmung sein. Unser König ist schwach, er zwingt uns, von unserer eigenen Spezies zu trinken. Er befiehlt uns, Kannibalen zu sein, obwohl genug verfügbare Nahrung direkt vor unserer Nase lebt. Wir werden das nicht länger akzeptie-ren. Wir werden aufstehen und unsere Freiheit erkämp-fen! Das Joch des Kannibalismus und des Versteckens wird fallen. … Der Krieg tobt seit Dekaden. Beide Seiten bluten aus körperlichen und seelischen Wunden. Das Volk ist ent-zweit mit verhärteten Fronten. Unsere Seite hat schwere Verluste erlitten. Des Königs Truppen gehen erbarmungslos gegen uns vor. Uns gehen die Krieger aus. Vor einigen Jahren haben wir begonnen, uns mit Menschenfrauen zu paaren. Sie werden entführt und zu den stärksten und besten Männern unseres Lagers gebracht. Menschenfrauen haben einen schwachen, leicht zu beeinflussenden Geist, weshalb für die Vereinigung selten Gewalt angewendet werden muss. Leider sind unsere Versuche, neue Krieger zu züchten, fehlgeschlagen. Die Menschenfrauen gebären durchwegs nur menschliche Kinder. … Wir haben eine neue Art Vampir erschaffen. Einige der Sprösslinge unserer Verbindungen mit Menschen haben sich zu Vampiren gewandelt, nachdem sie von einem von uns gebissen worden waren. Darius biss sei-nen Sohn Leander im Zorn, da dieser nur menschlich und daher vernachlässigbar war. Kurz darauf trat eine Veränderung im Körper des Jungen auf, welche ihn bin-nen weniger Stunden zum Vampir werden ließ. Leander krümmte sich vor Schmerzen, und er schrie die ganze Nacht. Wir konnten hören, wie seine Knochen von selbst brachen und sich danach wieder zusammenfügten. Darius war durch diesen Zauber wie geblendet und eilte in die Zimmer seiner anderen drei Söhne. Jeden biss er und wartete ab. Igor und Janus wandelten sich, nur Erik blieb ein Mensch. In seiner Wut tötete Darius sein eigen Fleisch und Blut, indem er ihn blutleer trank. … Wer hätte gedacht, dass das dunkle Zeitalter noch dunkler werden könnte? Darius ist tot, der König ist ebenfalls gefallen und seine Gemahlin, die Königin, dem Wahnsinn verfallen. Leander, Igor und Janus haben nun das Kommando über uns. Auf der feindlichen Seite stehen Orion und Andromeda an der Spitze. O Schicksal, steh uns bei! Der Krieg ist in die Hände von jungen Vampiren gefallen, die beinahe noch Kinder sind. Leander ist ruhig, besonnen und darum bemüht, weise zu entscheiden. Igor ist ein Hitzkopf und Janus erfüllt von Brutalität und Gewalt. Wie es um Orion und seine Schwester Andromeda steht, vermag ich zu diesem Zeitpunkt nicht zu sagen. … Prinzessin Siria wurde von menschlichen Wissen-schaftlern entführt und in den Laboratorien der Firma Lemniskate Helvetica für Versuche missbraucht. Sie konnte fliehen, ist aber nur knapp dem Tod entronnen. Sie wird die körperlichen und seelischen Narben ihr Le-ben lang tragen. Die Firma, ihre Hintermänner sowie die ausführenden Forscher konnten durch den König und seine Männer beseitigt werden. … Ein offener Krieg zwischen dem Haus Sangualunaris und den Outlaws wird immer wahrscheinlicher. Die Prinzessin hat während eines Zweikampfs Janus Delcours getötet. Sein Bruder Igor sinnt auf Rache. Er hat keine Ahnung, dass Prinzessin Siria, besser bekannt als Blue, die leibliche Tochter seines älteren Bruders Leander und Andromeda, der Schwester Orions, ist. Wie würde er wohl reagieren, wenn er davon erführe?


 


Auftrag


Blues Aufgabe war klar. Boss hatte sich unmissverständ-lich ausgedrückt. Der Verräter musste eliminiert werden. Schnell, präzise und ohne Spuren, die die Polizei auf ihre Fährte bringen konnten. Es gibt nur wenige Gesetze, die in der Vampirgesell-schaft rigoros durchgesetzt werden. Dabei steht der Ver-rat am König und seinen Leuten an zweiter Stelle. Nur das Gesetz, dass sich Vampire in der Menschenwelt un-auffällig zu verhalten hatten, damit ihre Existenz unent-deckt blieb, stand darüber. Beides wurde im Fall der Missachtung mit dem Tod bestraft. Während Tom noch schlief, saß Blue am PC und checkte ihre Mailbox. Im Posteingang fand sie die erwar-tete Mail von Boss mit allen Details für den Auftrag. Ihre Zielperson hieß Kevin Keller und arbeitete bei der Stadtpolizei. Das Aas ließ sich von Boss für Informationen aus Polizeikreisen bezahlen, und gleichzeitig spionierte er für Igor Delcours, Boss’ Erzfeind, in ihren Reihen. In der Mail waren alle wichtigen Telefonnummern, sei-ne Privatadresse, die Automarke, die er fuhr, der Wagen-typ und die Fahrzeugkennzeichen aufgeführt. Boss hatte zusätzlich ein Foto angehängt. Ein unscheinbarer Typ mit Adlernase und tiefliegenden Augen, dessen Haargrenze bereits zu schwinden begann. Im Attachment war ein Auszug aus dem aktuellen Dienstplan beigefügt. Keller arbeitete an diesem Tag bis zwei Uhr nachmittags. Wie immer, wenn Blue einen solchen Auftrag bekam, erfüllte sie Eiseskälte. Diese Kälte diente dem Schutz ihrer Seele, denn sie hasste solche Jobs. Nur der Gedan-ke, dass Kevin Keller nichts anderes verdient hatte, ver-hinderte, dass ihr schlecht wurde. Ein Blick auf die PC-Uhr zeigte, dass sie drei Stunden Zeit hatte, um sich vorzubereiten. Bevor sie vom Schreibtisch aufstand, notierte sie sich die Telefonnummern, prägte sich seine Adresse ein, und danach löschte sie Boss’ E-Mail. Dann stieg sie unter die Dusche. Im Kopf spielte sie alles mehrmals durch und hatte bald einen konkreten Plan. Toms starke Hände legten sich auf ihre Schultern und kneteten sie sanft. „Du bist ja völlig verspannt, Süße“, seine tiefe Stimme erdete sie. „Wo bist du gerade mit deinen Gedanken?“ Seine Nähe ließ ihr inneres Eis schmelzen. Sie wollte sich in ihm verkriechen und Schutz vor ihrem Alltag suchen. Wie von selbst lehnte sie sich mit dem Rücken an seine Brust und schloss kurz die Augen. Was sollte sie antworten? Er war der Mann ihres Lebens. Was würde er von ihr denken, wenn er hörte, dass sie sich gleich auf den Weg machte, um jemanden zu exekutieren? Tom war zwar in ihre nebenberuflichen Aktivitäten eingeweiht, aber offen darüber zu sprechen, bereitete ihr Mühe. Sie hatte ihm das Versprechen gegeben, alles zu erzählen und keine riskanten Alleingänge mehr zu unternehmen. Diesen Auftrag musste sie jedoch allein durchführen. „Boss hat mir aufgetragen, den Verräter bei der Polizei auszuschalten.“ Tom atmete laut aus. „Wie riskant ist diese Mission?“ Sie drehte sich um und schlang ihre Arme um seinen Hals. „In etwa so, wie eine Samstagabendschicht im Dark Evil.“ Er sah sie zweifelnd an. „Wenn das der Profi in dir sagt.“ Sie hoffte, ihr Lächeln hatte eine versöhnende Note und bedeckte seine wohlgeformte Brust mit Küssen und neckischen Bissen. „Ich habe noch eine Stunde Zeit.“ Auf seiner Haut bildete sich Gänsehaut, und er machte ein sexy Geräusch, das tief aus seiner Kehle kam und ihr Verlangen fast schmerzhaft schürte. Sie wollte ihn jetzt, mit Haut und Haaren. „Dann werde ich dafür sorgen, dass dir in dieser Stunde nicht langweilig wird.“ Perfekter Themenwechsel. * Tom liebte Blues Duft. Rote Rosen, deren Intensität durch seine Zuwendung zunahm. Ihre zarte Pfirsichhaut zu berühren, schaltete seine Selbstkontrolle komplett aus. Er widmete sich ausgiebig ihren aufgerichteten Knospen und genoss die brennende Spur, die ihre Fingernägel auf seinem Rücken hinterließen. Er liebte die süßen Laute, die sie ausstieß, wenn er sie verwöhnte. Diese Vampirin war sein Ein und Alles, und er würde sie immer beschützen. Sie war seine Rettung gewesen. In vielerlei Hinsicht. Er war sich sehr wohl bewusst, dass Blue keinen Schutz nötig hatte. Im Gegenteil. Aber er konnte nun mal nicht aus seiner Haut. Tom verabscheute es, wenn er sie auf solche Missionen gehen lassen musste, wie die, die ihr nun bevorstand. Er hatte sich zwar damit arrangiert, dass sie nur ihren Job erledigte, doch hatte er nach wie vor Mühe damit. Seine Frau brachte in Boss’ Auftrag Leute um. Das war ein ziemlich großer Brocken zum Schlucken. Aber wahrscheinlich störte ihn am meisten daran, dass sie es selbst hasste. In diesem Moment wollte er ihr all seine Zärtlichkeit schenken, um ihr den Job zu erleichtern. Gott, wie schön sie war! Mit Befriedigung nahm er ihr Schaudern wahr. Er wusste, dass er nie mehr eine andere Frau so berühren würde. Als er spürte, wie sie sich ihrem Höhepunkt näherte, stieß er weiter tief in sie. In dem Moment zogen sich ihre Muskeln rhythmisch zusammen und hielten ihn wie eine Faust umklammert. Er labte sich an dem Gefühl, ihr so nahe zu sein, und an ihrem Anblick. Die Wangen und das Dekolleté gerö-tet, die Lippen leicht geöffnet und die Augen klar und glänzend auf ihn gerichtet. So dauerte es nicht lange, bis er ihr in den erlösenden Höhepunkt folgte. Als sie sich nach ihrem leidenschaftlichen Intermezzo von ihm verabschiedete und ganz in Schwarz gekleidet und bewaffnet mit SIG und Dolch aus dem Haus ging, erfasste ihn eine nervtötende Unruhe. Mit jeder Minute, die verstrich, wurde er nervöser. Wenn er doch nur sicher sein könnte, dass ihr nichts passierte. Er musste es einfach mit eigenen Augen sehen. Kurzerhand rief er Shadow an, der ihn umgehend in ihre Nähe beamte. Durch die Verbindung des Treueeids, den Shadow bei Blue abgelegt hatte, wusste er immer, wo sie sich gerade aufhielt. Praktisch. Bei Tom war es eher so, dass er fühlte, wie es ihr ging. In welcher psychischen Verfassung sie war. Nun stand er im Schatten eines Häusereingangs und beobachtete sie. Selbstsicher ging sie durch die Men-schenmengen und wirkte dabei unauffällig. Trotz ihrer Größe und der Kleidung. In diesem Moment begriff er, dass er sich grundlos Sorgen gemacht hatte, und fühlte sich wie ein Stalker. Er musste lernen, ihr zu vertrauen. Ob ihm das jemals gelingen würde? * Zunächst sah Blue sich bei Kevin Kellers Privatadresse um. Ein Standardmehrfamilienhaus. Vor der Haustür, längs der Straße, standen mehrere parkende Autos. Hier gab es zu viele potenzielle Zeugen, und sie konnte sich nicht sicher sein, dass er nach der Arbeit gleich nach Hause kommen würde. Also fuhr sie weiter zum Polizei-posten am Bahnhofquai. Sie parkte ihren Wagen auf der anderen Seite der Limmat und überquerte den Fluss via Uraniastraße. Getarnt durch Baseballmütze und Sonnen-brille, ging sie zum Uraniaparkhaus und suchte nach Kellers Wagen. In Boss’ Mail hatte sie einen kurzen Vermerk gefunden, dass er immer in der vierten Unteretage parkte. Gemäß Dienstplan hatte Keller erst in einer Stunde Feierabend. Okay, das bedeutete warten. Mit diesem Gedanken fuhr sie mit dem Fahrstuhl in das vierte Untergeschoss hinunter. Unauffällig ging sie alle Parkplätze ab, bis sie Kellers Audi gefunden hatte. Sie stellte sich nahe beim Auto in den Schatten einer Säule. Kurz nach Ablauf dieser Stunde hörte sie Schritte näher kommen und warf einen kurzen Blick in die Richtung, aus der sie kamen. Tatsächlich näherte sich ihr Zielobjekt, das Handy am Ohr und nicht darauf achtend, was vor sich ging. Er entriegelte sein Auto und öffnete die Fahrertür. Mit fünf schnellen Schritten war sie bei ihm. Er war gerade eingestiegen, die Autotür war jedoch noch offen. Keller war völlig in seine heftige Diskussion vertieft. Blue eilte in vampirischer Geschwindigkeit um die Wagentür herum, zog dabei ihren Dolch und hielt ihn ihm an die Kehle. Dabei achtete sie peinlich genau darauf, dass ihr Gesicht immer vor den Überwachungskameras verborgen blieb. Kevin Keller stockte in seinem Gespräch und hob ge-schockt den Blick. Er drückte den Anruf weg und wartete einfach ab. „Hallo Kevin“, säuselte Blue leise. „Ich muss dir die besten Grüße vom Boss überbringen.“ Er schluckte hart. „Wer schickt dich?“ „Sagt dir das Dark Evil etwas? Boss hasst es, wenn man ihn verarscht und mit seinen Feinden gemeinsame Sache macht.“ „Aber …“, stammelte er, doch weiter kam er nicht, denn Blues Dolch durchbohrte noch im selben Augen-blick sein Herz.


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