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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Blood & Desire: Risen, Nicole Bennett
Nicole Bennett

Blood & Desire: Risen



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Eins



Eine laute Stimme, gespickt mit Trauer und Wut, riss mich aus


dem Schlaf. Teilweise war ich dankbar dafür. Ich nahm mein


Handy in die Hand, drückte mit dem Daumen über den blauen


Knopf des Touchscreens und ließ die Stimme des Sängers


verstummen. Seufzend ließ ich mich in die Kissen sinken und


rieb mir über die Augen. Es war halb sechs in der Früh. Zeit


zum Aufstehen. Langsam erhob ich mich und reckte meine


müden Glieder, die noch viel schläfriger schienen als mein


Geist. Ich schob die Decke beiseite und ließ meine Beine über


die Bettkante baumeln, während ich herzhaft gähnte. In meinem


Kopf begann es kraftvoll zu hämmern, als hätte ich mich letzte


Nacht hemmungslos betrunken. Dem war natürlich nicht so,


ich war einfach nur zu spät ins Bett gegangen und der Traum


dieser Nacht steckte mir noch immer in den Knochen. Ich wusste


nicht mehr, worum es genau in meinem Traum gegangen war,


aber das schreckliche Gefühl einer Beklommenheit lastete noch


immer schwer auf meiner Brust. Ich strich mir über mein leicht


schwitziges Gesicht und beschloss, nicht weiter über dieses


Gefühl nachzudenken.


Mein Tag musste beginnen und so erhob ich mich, um mich


für meinen heutigen Arbeitstag fertigzumachen. Mittlerweile


wohnte ich alleine, hatte es geschafft auszuziehen und meine


Ausbildung zu beenden. Meine kleine, aber hübsche Wohnung


lag am Rande der Stadtmitte von Madison. Ich hatte verdammtes


Glück gehabt, solch eine hübsche Wohnung in der Hauptstadt


Wisconsins zu fi nden, die dann auch noch bezahlbar war.


Abends konnte ich es mir sogar auf meinem Balkon gemütlich


machen und den Lichtern der Welt zusehen oder die Sterne


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beobachten, wenn es nicht gerade bewölkt war. Auch jetzt lag


meine Wohnung noch weitestgehend im Dunkeln. Die Sonne


würde erst in ein bis zwei Stunden aufgehen, aber ich liebte


diese Stille am Morgen, genauso wie die Dunkelheit, die sie im


Herbst und Winter mit sich brachte. Langsam schlurfte ich durch


die Wohnung, war soweit angezogen und hatte mein Gesicht


mit ein wenig Schminke hergerichtet. Nicht jeder im Büro sollte


denken, dass ich die Nacht durchgemacht hatte. Nicht, dass es


mich sonderlich interessieren würde. Ich nutzte meine übrige


Zeit, um mir einen Toast als Frühstück zu schmieren, sowie


mein Essen, das ich mit auf die Arbeit nehmen würde. Denn


ehrlich, wer konnte es sich schon leisten, jeden Tag essen zu


gehen? Nur langsam wurde ich wacher, ließ die Musik meiner


Stereoanlage leise durch die Wohnung schallen, während ich,


kauend, mit meinem Toast auf den Balkon trat. Genüsslich zog


ich die frische kühle frühherbstliche Luft in meine Lungen und


ein Lächeln schob sich auf meine Lippen. Nun fühlte ich mich


wieder wohler. Der Horizont wurde langsam heller und doch


hatte die Dunkelheit noch immer ihre Schwingen ausgebreitet.


Ich beschloss, noch eine Zigarette zu rauchen, bevor ich


alles zusammenpacken würde, um mich in den Arbeitstag zu


schleppen. Ruhig führte ich mir die Mentholzigarette an die


Lippen, zündete sie an und ließ den kühlenden Rauch meine


Kehle hinabschweben, während mein Blick über die Häuser


glitt. Es wurde nun doch auch für mich etwas frisch, weshalb


ich meine längere schwarze Strickjacke zuknöpfte und mich


etwas mehr in meinen gemütlichen Stuhl mümmelte. Eine halbe


Ewigkeit hätte ich hier sitzen können, doch als meine Zigarette


ihr Ende im Aschenbecher gefunden hatte, erhob ich mich, betrat


meine Wohnung und kippte die Balkontür. Rasch packte ich alles


zusammen in eine große Tasche, kratzte mich nachdenklich am


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Kopf, fragte mich selbst, ob ich alles beisammen hatte, ehe ich


in meine schwarzen Lederboots stieg und noch schnell meinen


Mantel überzog. Kurz darauf zog ich die Wohnungstür hinter mir


zu und schloss ab.


Der Weg zur Arbeit war nicht sonderlich lang, da ich die


Bushaltestelle fast vor der Haustür hatte und die Linie, ganz


zufällig auch fast bis zur Haustür meiner Firma fuhr. Ich stieg


in den beheizten Bus, der mir viel zu stickig und staubig war,


weshalb ich hoffte, dass wir schnell an meiner Haltestelle


ankamen. Die Menschen, die müde in ihren Sitzen saßen,


würdigten mich keines Blickes und auch ich hatte heute keine


Lust, sie zu beobachten, wie ich es an so manchen Tagen betrieb.


Ich suchte mir einen freien Zweisitzer und ließ mich auf diesem


nieder, während ich das Treiben auf den vorüberziehenden


Straßen beobachtete. Die weibliche Stimme erfüllte den Bus,


verkündete nun die nächste Haltestelle und riss mich sogleich


aus meiner Trance. Ich musste aussteigen, weshalb ich auf den


roten Knopf drückte, der dem Fahrer bedeutete, doch bitte genau


an dieser zu halten und hievte mich aus dem Sitz zur Tür. Müde


blickte ich in mein Spiegelbild der Glastüren, ehe ich wieder auf


die Straße dahinter blickte. Als sich die Türen öffneten, wehte mir


die kühle Luft entgegen und ich atmete erleichtert auf. Endlich


konnte ich der staubigen Hölle des Busses entfl iehen. Mein Weg


zur Firma hatte zum Glück die Länge einer Zigarette, weshalb


ich mir noch eine anzündete, um meinen Nikotinspiegel für die


nächsten Stunden zu füllen. Gott, wie ich heute keine Lust hatte,


arbeiten zu gehen. Wir waren unterbesetzt und die ganze Arbeit


blieb an mir hängen. Warum hatte mein Chef auch ausgerechnet


die ganzen Püppchen eingestellt, die zwar optisch alle etwas


hermachten, dafür aber beim kleinsten kühlen Windhauch eine


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Grippe bekamen und ausfi elen? Das wusste vermutlich auch nur


der liebe Gott. Ich war zwar nicht alleine, aber die Arbeit stapelte


sich auf meinem Tisch und in der Ablage und meine Motivation


war seit einer Woche konsequent zu Hause im Bett geblieben.


Seufzend drückte ich die Zigarette in den sandgefüllten


Standaschenbecher aus, ehe ich meinen Schlüssel herauskramte,


um die Tür zu öffnen. Im Treppenhaus war es genauso warm wie


im Bus, aber weniger stickig. Mein Weg führte mich zum Aufzug,


der mich in den zweiten Stock brachte und ich schlussendlich


das Büro betrat. Unser Büro war modern und hell eingerichtet,


weshalb es sehr einladend wirkte, aber hinter den Mauern lief


nicht immer alles so freundlich ab, wie es schien. Ich schlurfte


zu meinem Zimmer, das ich mir mit einer Arbeitskollegin teilte,


die zum Glück aktuell nicht krank war. „Morgen", murmelte ich


ihr müde entgegen, während ich meine Sachen abstellte und mir


den Mantel von den Schultern schob, um ihn an unseren kleinen


Garderobenständer zu hängen. „Guten Morgen, na? Mal wieder


die Nacht durchgemacht?", zwinkerte Maria mir schelmisch zu


und ich besah sie nur mit einer hochgezogenen Augenbraue und


schüttelte den Kopf. Gut, mein Make-up hatte die Zeichen der


letzten unruhigen Nacht wohl nicht beseitigt und das ärgerte mich


doch gerade ziemlich. „Schlechte Laune heute?", lachte sie leise


und ich seufzte nur. „Geht. Hab nur nicht so gut geschlafen und


wenn ich den Berg hier sehe, sinkt meine Lust ins Bodenlose."


Ich deutete auf den Stapel an Papieren und Akten auf meinem


Schreibtisch und sie nickte nur wissend. Ich kramte meine Boxen


aus meiner Tasche, um sie in die Küche zu bringen, in der ich mir


sogleich noch einen Kaffee machte. Das Koffein bewirkte leider


nichts, aber man konnte es ja mit dem Placebo-Effekt probieren.


Denn kein Getränk, das Koffein oder sonstige Inhaltsstoffe


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enthielt, die einen Menschen wieder lebendig machen sollten,


bewirkte bei mir auch nur das Geringste. Ich war einfach immun


gegen das Zeug.


Mit einer Tasse bewaffnet ging ich zurück ins Büro, ließ mich auf


meinem gemütlichen Stuhl nieder und schaltete den Computer


ein, der leise zu summen begann. Kurz legte ich mein Gesicht in


die Hände und rieb mir die Schläfen. „Hast du schon gehört, dass


wir heute einen neuen Kollegen bekommen? Ich hab ihn schon


am Freitag kurz gesehen und oh Mann ... Kes, ich schwöre es


dir, der Typ ist der Hammer. Wenn du nicht schnell bist, krall ich


mir den", schnatterte sie schwärmerisch drauf los und ich blickte


irritiert auf. „Ach ja? Hab den gar nicht gesehen, aber von mir


aus, schnapp ihn dir, wen du willst. Seit Jason bin ich erst einmal


bedient. Du weißt doch, was das für ein Vollidiot gewesen ist.


Die Männer können mich die nächste Zeit mal gern haben",


murrte ich genervt und loggte mich mit meinem Nutzernamen


und Passwort ein. Sofort erstrahlte der dunkle Hintergrund


meines Bildschirms und gab mir ein wenig innerliche Ruhe.


Maria hatte nur mit den Schultern gezuckt, frei nach dem Motto,


wer nicht will, der hat schon. Maria war die Sorte Frau, auf die


eigentlich jeder Mann fl og. Schlank, blond, hübsch. Eben der


Modeltyp. Sie hatte aktuell so viele Verehrer, wie ich noch nicht


einmal Beziehungen in meinem ganzen Leben gehabt hatte.


Ich bin eben kein Beziehungsmensch und die meisten Männer


fl üchten über kurz oder lang. Es ist jedoch nicht so, dass ich


keine Verehrer hatte, nur zog ich mehr die Sorte der Männer an,


für die auch sonst keine Frau etwas übrig hatte. Mittlerweile war


ich eine schlanke hübsche Frau geworden, mit langen schwarzen


Haaren und den mysteriösen leicht türkisen Augen. Jeder machte


mir Komplimente dafür, für die ich immer brav Dankbarkeit


heucheln musste, obwohl sie mich innerlich nervten.


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