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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Ashwood - Frühe Verdammnis, Gordon Mörike
Gordon Mörike

Ashwood - Frühe Verdammnis


Staffel I - Band I

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Prolog 1
Hätte man diese Sekunde in einer Momentaufnahme festgehalten, so wäre lediglich eine glückliche und normale Familie zu sehen gewesen, die gemeinsam feiernd das neue Jahrhundert begrüßt.
Waren wir in jenem Moment glücklich? - Definitiv.
Fühlten wir uns wie eine Familie? - Ohne jeden Zweifel.
Doch waren wir normal? - Tja, nichts könnte wohl weniger der Wahrheit entsprechen.

Prolog 2
Ashwood - Jahr 1988
„Und wieder ein Jahr älter. Wie die Zeit doch vergeht. Komm her, mein Sohn. Komm zu mir. So ist es fein.
Siehst du das Geschenk neben der Geburtstagstorte? Öffne es!
Gefällt es dir? Ich war so alt wie du, als ich mein erstes Messer geschenkt bekommen habe. Glaube mir also, wenn ich dir sage, dass man gar nicht früh genug anfangen kann.
Sollen wir es einweihen?
Sei nicht nervös. Schau her … du setzt es an dieser Seite an und schneidest mit etwas Druck nach dort drüben. Alles ist in Ordnung. Du kannst nichts falsch machen. Erschrick nur nicht, wenn du etwas Blut abbekommst. Das ist überhaupt kein Problem. Denn beim Morden verhält es sich, wie beim sich dreckig machen. Sind deine Hände erst einmal schmutzig, so ist es nicht länger von Belang, wie viel Blut oder Dreck noch dazu kommen“, erklärt der Vater seelenruhig seinem Sohn.
Durch seine unschuldigen Augen blickt der Junge geradewegs dem vor ihm knienden Mann ins Antlitz, der, obgleich er es mit aller Kraft versucht, sich dennoch nicht von seinen Fesseln befreien kann, die ihn in seiner Gänze fixieren. Seine Kneblung sitzt fest - zu fest, als dass seine Bemühungen, um Hilfe zu rufen, mehr als vergebens wären. Die Verzweiflung in seinem Gesicht ist unbeschreiblich, ebenso wie die Blässe, die sich auf die Haut des kleinen Jungen legt.
„Wieso töten wir diesen Mann?“, fragt er mit ängstlicher Stimme, als er zu seinem Vater hinauf sieht. Beruhigend fasst dieser seinem Kind auf die Schulter.
„Weil wir dafür bezahlt werden. Jeder weitere Grund interessiert uns nicht. Wir stellen keine Fragen. Fragen nicht wieso oder warum. Wenn der Preis stimmt, bringen wir jeden um. Ohne Ausnahme. So haben es die Ashwoods schon immer getan und so werden wir es auch weiterhin handhaben. Und nun los, Alastair. Mach deiner Familie Ehre.“
Sein Sohn zögert. Die scharfe Klinge, die er fest umklammert, zittert ununterbrochen. Lächelnd kniet sich sein alter Herr neben ihn und umschließt mit der Hand die zerbrechliche Hand seines Jungen. Drückend liegen die Siegelringe, die sein Vater an Ring- und Zeigefinger trägt, auf seiner Haut, während sie das Messer gemeinsam zum Schnitt ansetzen. Mühelos lassen sie die scharfe Klinge durch die Hautschichten ins Fleisch dringen, tiefer und tiefer, bis sie letztlich mit einem sauberen Schnitt die Kehle des Mannes öffnen. Von Ohr zu Ohr aufgeschnitten röchelt der Gefangene in Agonie nach Luft, wobei seinen Peinigern mehrere Schwalle von Blut entgegenschießen.
Der Junge will seinen Blick abwenden, doch ermutigt sein Vater ihn, diesen zu halten. Er sieht zum ersten Mal, wie die Augen eines Menschen jeglichen Lebens entsagen, derweil die seinen ihrer kindlichen Unschuld beraubt werden.
„Wunderschön, nicht wahr? Ich habe vieles auf dieser Welt gesehen und dennoch war nichts atemberaubender, als dem Tod in sein fahles Antlitz zu blicken. Deshalb genieße es. Und keine Sorge, ich kümmere mich darum, dass du es schon bald wiederholen kannst. Denn nur Übung macht den Meister.
Und jetzt komm, Alastair … puste die Kerzen auf der Torte aus und wünsch dir etwas.
Herzlichen Glückwunsch, mein Sohn.
Herzlichen Glückwunsch zu deinem vierten Geburtstag.“

Chapter 1
High Water Bay im Osten der Leere - Jahr 2199
Baker Everett gelingt es gerade noch, den Kopf zur Seite zu drehen, bevor er seinen Drink ausprustet, geradewegs über einen Bargast, der die Stirn auf dem Tisch abgelegt hat. Regungslos bleibt dieser liegen, seinen Rausch ausschlafend, während Everett sich mit dem Handrücken entsetzt den Mund abwischt. „Was zur Hölle habe ich da gerade gehört, Ash?“
Grinsend schwenkt Alastair Ashwood die bräunliche Flüssigkeit seines Glases hin und her, wobei er zu ergründen versucht, wie dieses Gesöff unter dem Namen Whisky angeboten werden kann. „Lediglich, wonach du gefragt hast. Du warst es, der etwas über meine Kindheit in Erfahrung bringen wollte. Kein Grund, gleich die anderen Gäste anzuspucken. Nun ja, oder vielleicht doch ... So wie der Fusel schmeckt, wird er dich mit Sicherheit blind machen.“
„Du warst vier Jahre alt? Ich dachte, dass die Alte Welt zivilisiert gewesen wäre“, hinterfragt Everett skeptisch, der mit seinen 30 Jahren die Welt vor dem Untergang lediglich durch Erzählungen kennengelernt hat.
„War sie auch ... mehr oder minder. Womöglich minder, wenn man als ein Ashwood aufwuchs. Aber was will man erwarten, wenn man in eine Dynastie von Auftragskillern hineingeboren wird, deren Ursprung irgendwo im Mittelalter liegt“, erklärt Ashwood, indessen er der Barfrau mit Handzeichen zu verstehen gibt, dass Everetts Glas erneut aufgefüllt werden muss.
Die beiden hatte es auf Grund eines Aushangs in eine 750 Mann starke Siedlung namens High Water Bay verschlagen, einem Fischerdorf an der östlichen Küste des Landes.
Draußen tobte ein Sturm, der das Wasser des Meeres mit jeder Böe gegen die mit Salz überzogenen Wände der heruntergekommenen Holzhütten peitschte. Das Wetter in der Gegend war rau, ebenso wie deren Bewohner. Somit war es wenig verwunderlich, dass High Water Bay für seine organisierten Faustkämpfe bekannt war, welche wöchentlich im Drunken Knuckle, der einzigen Taverne des Ortes, veranstaltet wurden. Diese hatte man vor Jahren in ein altes dreistöckiges Werft-Gebäude verlegt, dessen Größe geeigneter war, um eine Kneipe, ein Gästehaus sowie eine Kampfarena unter ein Dach zu bekommen.
Wo einst im abgesenkten Untergeschoss die Boote der Fischer lagen, lagen nun die bezwungenen Kämpfer sowie deren ausgeschlagene Zähne. Rund um sie herum stand die jubelnde Menge, anfeuernd und fluchend zugleich. Freude und Wut lagen in der Luft, je nachdem, ob man auf den richtigen Kämpfer seine Credits, die Währung der Region, gesetzt hatte, welche in Form von Pokerchips daherkam.
Ging man von der Arena die stählerne Treppe hinauf, so gelangte man in die versiffte Bar, von welcher man ebenso das Spektakel durch ein großes Fenster in Augenschein nehmen konnte. Genau an jenem saßen Alastair Ashwood und Baker Everett, während sie sowohl auf ihr Abendessen als auch auf den Bürgermeister der Siedlung warteten ...


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