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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Am Rande der Wirklichkeit, Dieter Stiewi
Dieter Stiewi

Am Rande der Wirklichkeit



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Sein großer Auftritt



Sein Herz raste vor Aufregung. Noch war es dunkel und still, doch konnte er bereits das Raunen der Menge hören. Dort hinten warteten Hunderte von Zuschauern auf ihn, auf seinen ersten großen Auftritt. Angst legte sich wie ein schwerer, eher­ner Reif um seine Brust, drückte auf seine Lungen und presste die Luft aus ihnen heraus. Lampenfieber! Er zwang sich, tief durchzuatmen. Für einen Moment ließ die Anspannung nach, und sein Herzschlag verlangsamte sich. Ja, er würde sie mit­reissen, sie in seinen Bann ziehen. Er hatte alles geprobt, jede Bewegung, jede Note, jedes Wort. Wer sollte an ihn glauben, wenn nicht er? Wieder hörte er den Puls in seinen Ohren po­chen, vernahm das Rauschen seines Blutes.



Der Strahl eines einzelnen Scheinwerfers durchbrach plötz­lich das Dunkel und zeichnete einen Kreis auf die Bretter, die die Welt bedeuten. In seiner Mitte stand ein Mikrofon. Es war­tete auf ihn, ein Freund, der ihn mit offenen Armen empfing, der ihn halten würde, wenn er strauchelte, der alle Höhen und Tiefen mit ihm teilen würde. Ein Freund, der ihn kannte und ihn durch die lange, harte Zeit der Proben begleitet hatte, die Zeit, in der er seinen Auftritt vor dem Spiegel geübt hatte. Schließlich waren sie auf dieser Bühne gelandet, warteten auf den großen Auftritt. Und diesen nächsten Schritt würden sie ebenfalls gemeinsam machen.



Er trat vor. Ein, zwei Schritte, dann hatte ihn das grelle Licht des Scheinwerferkegels erfasst, hielt ihn gefangen und führte ihn zum Mikrofon.



Er ergriff das Mikrofon und wartete.



Die Musik setzte ein. Aus den Boxen dröhnte das vertraute Jauchzen der Gitarren. Regungslos ließ er das Intro vergehen, beobachtete, wie es aus den Lautsprechern hervorquoll, um über den Zuschauern zu schweben, bis die Melodie sie umfan­gen hatte. Dann schmetterte er ihnen sein „La Cucaracha" ent­gegen, riss sie aus ihrer erwartungsvollen Anspannung und zog sie mit sich in die unendlich weiten Sphären seiner Musik. Mit einem Male war die beklemmende Angst von ihm abge­fal­len. Er empfing bereitwillig die Woge eines Augenblicks der Freiheit, die seine Zuhörer aus ihren Sesseln herausriss und mit der Melodie seines Liedes emporhob. Während er ihnen eine Strophe nach der anderen zuwarf, glaubte er fast, sie schweben zu sehen, hinaufgetragen auf dem Klang seines Liedes.



Auf einen Schlag war es dunkel. Er sah nicht kommen, was ihn zerschmetterte, hörte nicht mehr die beiden Stimmen über sich.



„Was?"



„Eine Kakerlake."



„Kaputt?"



„Ja."



„Dreckige Absteige!"



„-"



„Schalt' das Nachtlicht aus und schlaf!"



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