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> Fantasy Bücher > Alia (Band 4)
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Fantasy Bücher
Buch Leseprobe Alia (Band 4), C.M. Spoerri
C.M. Spoerri

Alia (Band 4)


Das Auge des Drachen

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Die Sonne steht bereits hoch am Himmel, es wird bald Mittag sein. Ich strecke mich wohlig und wende mein Gesicht zu Zaron. Er hat sich aufgrund der brütenden Hitze, die hier in Chakas Tag und Nacht anhält, von den leichten Decken befreit und liegt neben mir, wie die Götter ihn erschaffen haben. Liebevoll wandert mein Blick über seinen Körper. Sein langes, schwarzes Haar ist wie immer offen und seine Gesichtszüge wirken entspannt. Die Bartstoppeln geben ihm ein verwegenes Aussehen und sind ebenso dunkel wie die feinen Härchen, die sich auf seiner breiten Brust krausen. Er hat eine Hand auf den Bauch gelegt, während sich die andere unter seinem Kopf befindet. Ein warmes Kribbeln durchläuft meinen Körper, als ich ihn so ent-spannt und tief schlafend neben mir liegen sehe. Wir haben uns Erholung mehr als verdient nach der Flucht durch die Goharwüste. So viel ist seit Bairout geschehen, seit wir in der Hafenstadt von Reyvan entführt worden sind und nur mit viel Glück und der Hilfe des Kampfmagiers Duhr fliehen konnten. Danach sind wir den Renóvai Akil und Sabeeha begegnet und Akil hat mir die Gabe der Wiedergeburt geschenkt. Ohne ihre Hilfe wären wir in der Goharwüste an unseren Verletzungen gestorben. Meine Gedanken wandern zu Reyvan. Steht er wirklich unter einem Bann von Xenos? Leider deutet alles darauf hin, dass der Zirkelleiter von Lormir aus ihm eine Marionette gemacht hat. Die ganze Zeit, als wir durch die Wüste nach Chakas geflohen sind, habe ich gespürt, dass wir verfolgt wurden und ich bin mir sicher, dass Reyvan unter den Verfolgern war. Hoffentlich findet er uns hier, im Zirkel von Chakas nicht. Chakas … ich hatte zwar gehofft, dass ich in dieser Stadt endlich Antworten auf meine Fragen erhalten würde, hätte jedoch nie mit dem gerechnet, was ich erfahren habe. Ich weiß nun, wer meine Familie ist, wer meine Eltern waren, und habe meinen Onkel Roís, den Zir-kelleiter von Chakas kennengelernt, der so ganz anders ist, als ich ihn eingeschätzt hatte. Seit ich Roís gestern zum ersten Mal traf, nachdem Kapitän Maryo Vadorís uns zu ihm geführt hatte, hat sich alles verändert. Ich habe meinen Cousin und meine Cousine sowie meine Tante kennengelernt, einen Königsgreif erhalten und meine Bestimmung erfahren: Ich soll meinen eigenen Großvater Lesath, den Herrscher von Merita, stürzen, die schwarze Magie verbannen und die magischen Zirkel retten. Wie um alles in der Welt soll ich das bloß anstellen? Das ist mir immer noch ein Rätsel. Ich weiß, dass Lesath ein überaus mächtiger Magier ist. Dass ich die-selben Kräfte habe wie er, nämlich alle vier Elemente mit Magie beherrsche, macht mir nur bedingt Mut. Denn diese Magie hatte meine Urgroßmutter Lidia, die ehemalige Herrscherin und Gründerin der Zirkel, damals auch nicht davor geschützt, von ihrem eigenen Sohn ermordet zu werden. Und ich bin mir sicher, dass sie bei Weitem besser mit ihren Kräften umzugehen verstand als ich. Schließlich habe ich meine Magie erst vor wenigen Monaten erhalten und stehe noch in den Anfängen, was ihre Beherrschung anbelangt. Zaron bewegt sich neben mir und reißt mich aus meinen Gedanken. Zärtlich streiche ich über sein schwarzes Haar, das ihm bis auf die Brust fällt. Er murmelt etwas und öffnet die Augen. Als sein Blick auf meinen trifft, lächelt er mich an. »Guten Morgen, mein Liebling«, begrüßt er mich mit seiner tiefen Stimme. »Hast du gut geschlafen?« »Wie ein Stein und du?« »Ebenso. Es tut gut, endlich mal wieder in einem richtigen Bett zu liegen und dann noch mit einer Frau wie dir – was will man mehr«, sein Lächeln wird breiter und seine Augen funkeln wie schwarze Diamanten. Ich spüre, wie mir warm in der Brust wird. Noch vor ein paar Monaten hätte ich mir nicht vorstellen können, dass er sich irgendwann so unbefangen geben, mich mit so viel Liebe anlächeln kann. Als ich ihn zum ersten Mal in den Eiswäldern getroffen habe, war er fast zerfressen von seinem Kummer um seine verlorene Liebe. Er hatte sich und sein Leben aufgegeben, gar sterben wollen. In seinen Augen hatte ich diesen Schmerz gelesen, der, selbst wenn er gelächelt hatte, nicht gänzlich verschwand. Damals bin ich noch mit Reyvan zusammen gewesen, auf der Suche nach dem Schwarzmagier in den Eiswäldern und wusste nicht, wie tief meine Gefühle für einen Menschen sein können. Für einen Menschen wie Zaron. Seit ich ihn getroffen habe, ist alles anders, auch wenn der Schmerz über die Trennung von Reyvan in meinem Herzen nachhallt. Ein Teil von mir liebt den Elfenprinzen noch immer, schließlich haben wir uns nicht im Streit getrennt, sondern, weil es das Schicksal so wollte. Doch wir scheinen nicht füreinander bestimmt zu sein. Wie sonst ist zu erklären, dass unserer Liebe unter solch grausamen Um-ständen ein Ende bereitet wurde und er nun vielleicht sogar unter einem Bann von Xenos steht? Ich habe den Elf nicht mehr wiedererkannt, als er uns in Bairout entführt hat. Rasch verdränge ich die trüben Gedanken. Ich bin nun mit Zaron zu-sammen. Ich liebe ihn und weiß, dass er mich ebenso liebt. Ein Gefühl, das mich mit Glück erfüllt. Ich küsse den Schwarzmagier und schäle mich aus den Laken, ehe er mich packen kann. »Was hast du vor?«, er stützt seinen Kopf mit einer Hand ab und sieht mir hinterher. »Ich werde zu meinem Onkel gehen«, ich wasche mich eilig und suche meine Kleider zusammen. »Es gibt noch so viel zu besprechen und ich will keine Zeit verlieren.« »Warte, nicht so eilig«, Zaron steht ebenfalls auf und greift nach seinem Burnus. »Ich werde mitkommen.« Ich werfe ihm einen raschen Blick zu. »Du musst mich nicht begleiten, ich habe mir den Weg zu den Gemächern meines Onkels gemerkt«, erwidere ich, während ich das Tuch zu einem Kleid um meinen Körper wickle. Dieses Kunststück fällt mir bereits um einiges leichter als beim ersten Mal, als ich in Bairout einen Dir angezogen habe. »Ich lasse dich bestimmt nicht alleine durch den Magierzirkel gehen«, um Zarons Mund deutet sich ein energischer Zug an, der keine Widerrede duldet. »Zumal uns die Kampfmagier mit ziemlicher Sicherheit immer noch auf den Fersen sind. Wer weiß, ob sie nicht doch in den Zirkel hineingelangen können.« Ich zucke mit den Schultern. »Wenn du möchtest, kannst du gerne mitkommen.« »Und ob ich das tue«, er wäscht sich ebenfalls, ehe er sich anzieht. Kurz darauf verlassen wir das Schlafzimmer und treten in den Raum, welcher direkt daneben angrenzt und geschmackvoll eingerichtet worden ist. Hohe Fenster mit weißen und hellblauen Vorhängen zu unserer Linken lassen Sonnenstrahlen hinein, die auf den reich verzierten Möbeln tanzen. Kunstvoll gewobene Teppiche verschlucken unsere Schritte. Direkt dem Schlafzimmer gegenüber befindet sich ein weiterer Raum, in welchem ein ebenso prunkvolles Bad liegt. Wir wollen jedoch nach rechts, um durch die Haupttür in den Gang hinaus zu treten und die Gemächer von meinem Onkel aufzusuchen. Als wir an der Sitzgruppe vorbeikommen, die zu Verweilen einlädt, halten wir überrascht inne. Jemand war hier und hat uns ein köstliches Frühstück hingestellt. Allerdings scheint das schon vor einer Weile ge-schehen zu sein, denn es haben sich bereits Fliegen darauf gesammelt. Ich schaudere unwillkürlich, als ich an die Drachenfliegen in der Wüste denken muss, die uns fast getötet hätten. »Da meinte es wohl jemand gut mit uns«, Zaron wirft einen anerken-nenden Blick auf die zahlreichen Speisen, die auf dem niederen Tisch zwischen den gemütlichen Sesseln und dem Sofa stehen. »Ich denke, wir sollten unsere Gastgeber nicht enttäuschen und zuerst etwas es-sen.« Mein knurrender Magen stimmt ihm zu.


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