Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Esoterik Bücher > REINKARNATION jüdischer und
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Esoterik Bücher
Buch Leseprobe REINKARNATION jüdischer und, Hajo Schaefer
Hajo Schaefer

REINKARNATION jüdischer und


homosexueller Opfer des Nationalsozialismus

Bewertung:
(319)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
3581
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
www.bod.de
Drucken Empfehlen
Samstag, 25. Januar 1986, 10.30 Uhr Pünktlich auf die Minute standen beide vor der Tür. Frau K. war sehr aufgeregt, und noch auf dem Weg ins Therapiezimmer erzählte sie mir, Carmen habe letzte Nacht im Bett wieder gesprochen, erneut von ihrem Tod, dass sie erschossen worden sei, dass sie auch einen Namen genannt habe, und zwar den des Mannes, der diese Tat begangen habe.Ich bat beide wieder, sich zu setzen, legte Carmen erneut Papier und Stifte vor und sagte zu ihr, sie solle einfach malen, was sie wolle: Dinge, die besonders schön für sie waren, aber auch Dinge, die nicht schön waren. Carmen fragte nach einem Saft und war schon mit Malen beschäftigt.Zu Frau K. sagte ich, sie möge doch bitte weiter erzählen, jede Kleinigkeit sei wichtig. Sie sprach weiter:„Gestern Abend hätte ich ein solches Tonband gebrauchen können wie das da", und sie zeigte auf mein Aufnahmegerät.„Ich versuche mich an den Namen zu erinnern, den Carmen genannt hat, doch genau fällt er mir nicht mehr ein. So ungefähr Bollmann oder Bollermann, wie Carmen sagte, ein Mann von der SS, mit Vornamen Karl. Carmen nannte auch den Namen ihrer eigenen Person, also die Person, die sie damals gewesen sein will. Wie ich schon sagte, erzählt sie, dass sie in diesem Leben ein Mann war, sein Name: Isaak Goldstein."Ich schrieb diesen Namen auf und fragte Frau K., ob ihr noch etwas einfalle, was wichtig für mich wäre, doch sie verneinte mit den Worten:„An mehr kann ich mich nicht erinnern!"Ich schaute zu Carmen hinüber und fragte, wie weit sie denn sei mit ihrem Bild, worauf sie antwortete:„Gleich fertig!"Ich schaute auf das kleine Kunstwerk und versuchte zu verstehen, was ich dort sah: einen Mann mit einem Kind an der Hand, Tränen auf dem Gesicht des Kindes, eine Tränenpfütze auf dem Boden vor dem Kind. Vor den beiden befand sich eine andere Person mit langen Haaren.Ich konnte mir nicht vorstellen, wer diese letztere Person sein sollte. Deshalb fragte ich Carmen, worauf sie mit der von Frau. K. beschriebenen veränderten Stimme antwortete:„Das ist Selma, meine Frau, die Mutter meiner Kinder. Sie hatte die Ruhr, ist daran gestorben. Bin traurig, verzweifelt, sehe nur noch Tod und Elend, weiß nicht, wie es weitergehen soll!"Solche Antworten aus dem Mund eines Kindes zu hören ist immer wieder faszinierend und erschreckend zugleich. Ohne Vorbereitung, ohne Abdunklung, sitzend am Tisch war Carmen einfach so in die Vergangenheit gerutscht, in ein früheres Leben. Diese Situation musste ich ausnutzen und stellte umgehend meine Fragen: Abschrift der Bandaufnahmen:„Carmen, wo bist du jetzt?"„In Buchenwald, es ist kalt!"„Wer bist du?"„Der Schreiner Isaak Goldstein."„Wie alt bist du?"„42 Jahre."„Wer ist noch mit dir in Buchenwald?"„Hunderte, nein, Tausende, viele Tausende!"„Sind auch Menschen hier, die du kennst, die dir nahe stehen?"„Ja, meine Ehefrau Selma und mein Sohn David."„Wie alt ist Selma?"„35 Jahre."„Wie alt ist David?"„13 Jahre."„Hast du noch andere Kinder?"„Ja, zwei Mädchen, Sophie, neun Jahre, und Fanny, sechs Jahre." „Wo sind Sophie und Fanny jetzt?"„Abgeholt, in der Kinderverschickung."„Was geschieht jetzt?"„Weiß nicht genau, bin in einem anderen Raum. Selma liegt im Bett, atmet schwer, hat Fieber. Der Lagerarzt hat gesagt, sie hat die Ruhr." „Bleib dran. Was geschieht weiter?"„Selma hat Schüttelfrost, es ist kalt hier. Selma reißt ihre Augen auf, Selma ist tot!"Carmen fängt leise an zu weinen. Ich frage sie, ob sie weiter dort bleiben oder zurückkommen will. Sie antwortet:„Ich bleibe hier!"Ab diesem Punkt sprach ich Carmen mit dem Namen Isaak an. „Isaak, geh mal zurück zu dem Moment, als dir dieser Mann David nehmen will."„Ja, der Mann steht vor mir, schreit mich an, brüllt: ‚Du alte Judensau!‘, reißt mir David aus den Händen. David weint, ich weine; ich habe den Namen von dem Mann schon gehört, brülle ihm hinterher: ‚Bollmann, lassen Sie mir meinen Sohn!‘ Er dreht sich um und schlägt mir die Faust ins Gesicht. Ich falle, schmecke Blut, falle mit dem Kopf auf die Pflastersteine, mir ist schwindelig...!"„Isaak, bleib dort. Was geschieht weiter?" „Bollmann geht mit David fort, ich stehe auf, laufe in meine Baracke, ein Kapo kommt rein, schreit mich an: ‚Du musst arbeiten, komm mit mir!‘"„Isaak, weißt du, welches Datum heute ist?"„1941, Dezember, ich glaube, der 14. Dezember."„Welche Arbeit musst du tun?"„Reparaturen von Stühlen, Fenstern, Tischen, Betten von der SS."„Wie behandeln dich diese Wachleute?"„Wie den letzten Dreck, Sie treten mich, schlagen mich, spucken mich an!"„Isaak, geh weiter nach vorn, zwei, drei Tage. Was geschieht jetzt, wo bist du?"„Nichts, es ist dunkel ..., ganz dunkel!"„Geh mal ein paar Stunden zurück. Was ist jetzt?"„Nichts! Dunkel! Nein, doch, jetzt: Ich stehe auf dem Appellplatz in der Reihe, wir müssen durchzählen, zwei SSler laufen durch die Reihen, im Augenwinkel sehe ich Bollmann. Er kommt, steht vor mir, grinst mich an. Ich schaue ihm in die Augen und frage ihn, wo David ist. Er zeigt aufs Krematorium und sagt: ‚Siehst du den Rauch, das ist dein David!‘ Ich kann mich nicht halten, reiße meine rechte Hand hoch und schlage ihm auf die Nase. Blut spritzt, zwei andere Männer in Uniform holen mich aus der Reihe, vier, fünf Meter nach vorn, bekomme einen Tritt in die Kniekehle, sinke nach vorn auf die Knie, spüre den Lauf einer Waffe im Nacken, dann ist es dunkel um mich herum ..."„Isaak, was ist jetzt? Geh weiter. Was siehst du, was fühlst du, an was denkst du?"................................

Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2021 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 4 secs