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Esoterik Bücher
Buch Leseprobe Rätselhafter Mars, Roland M. Horn
Roland M. Horn

Rätselhafter Mars


Marsgesicht reloaded

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Einleitung


 


Seit 1976 spricht man vom Marsgesicht – einem Tafelberg auf dem Mars mit drei Kilometern Länge und einer Breite von 1,5 Kilometern. Auf einem der Bilder der Viking-2-Sonde sah dieses Gebilde verblüffend wie ein menschliches Gesicht aus – zumindestens, was seine westliche Hälfte betrifft – die östliche liegt im Schatten. Als in den späten 1980ern ein Bild aufgefunden wurde, das von der gleichen Sonde aufgenommen worden war – nur wenige Stunden nach dem ersten, zeigten sich die menschlichen Züge erneut, und das, obwohl das Bild in einem höheren Winkel aufgenommen worden war. Zahlreiche Forscher, unter ihnen auch ich, waren überzeugt davon, dass diese Formation künstlich errichtet worden war.


 


Doch für die NASA handelte es sich lediglich um ein Spiel von Licht und Schatten.


 


1989 umkreiste die Sonde Mars Global Surveyor den Mars und nahm ein Bild mit hoher Auslösung vom „Mars-Gesicht“ auf. Dieses Gebilde sah nun nicht mehr wie ein Gesicht aus – und die Gegner der Künstlichkeitsthese jubelten, und ein Teil der Forscher – unter ihnen auch ich – nahmen Abstand von ihr.


 


Die erst später veröffentlichte kontrastverstärkte und winkelkorrigierte Darstellung wiesen wieder etwas mehr Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Bild auf. Doch diese Tatsache wurde kaum noch zur Kenntnis genommen – zu groß war die Enttäuschung über den Anblick der ersten Bildversion. Die Enttäuschung wuchs noch mehr, als 2004 ein Bild von der Mars-Odyssey-Sonde ausgenommen wurde, auf dem das besagte Gebilde überhaupt keine Ähnlichkeit mit einem Gesicht hatte und nur noch wie ein riesiger Schrothaufen aussah. – Erst später wies ein Forscher darauf hin, dass das Bild – zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt – verkehrt herum und etwas verdreht dargestellt wurde. Hatte die NASA das mit Absicht gemacht, um die Betrachter des Bildes zu verwirren?


 


Es ist einer Reihe von Forschern zu verdanken, dass ich erkannte, dass die Künstlichkeitsthese doch schlüssig ist – vor allem, wenn ich die benachbarten sehr pyramidenähnlichen Gebilde und andere mehrere Strukturen in meine Überlegungen mit einbrachte. Doch mit dem Marsgesicht und den anderen Gebilden in seiner Nähe war es nicht getan. Forscher glaubten auf Mars-Bildern scheinbare Fossilien, lange röhrenartige Gebilde und Objekte, die irdischen Gegenständen stark ähnelten, ja sogar Bäume (!), zu erkennen.


 


Der jetzige Zustand des Mars war nicht immer so. Das ist allgemein anerkannt. Vor einer bestimmten Zeit gab es Bedingungen ähnlich jenen der Erde dort. Leben war möglich. Entweder verlor der Mars die Atmosphäre und den größten Teil seines Magnetfeldes innerhalb eines langen Zeitraums, als der Zerfall radioaktiver Elemente nicht mehr genügend Wärmeenergie produzierte, um im flüssigen Kern Konvektionsströmungen anzutreiben, oder irgendwann gab es eine Katastrophe, und ein Plasmaphysiker sah sogar zwei einstige Nuklearschläge auf dem Mars!


 


Während die Existenz der lebensfreundlichen Phase immer weiter nach vorne geschoben wird, kommen immer mehr Indizien ans Tageslicht, dass der Mensch westlich älter ist als vermutet. Demnach kann es eine Zeitlang auf beiden Planeten gleichzeitig Leben gegeben haben. Und hier beginnt die Geschichte von der Verbindung zwischen Mars und Atlantis…  


 


Marsgesicht reloaded


 


Es war die Nacht vom 5. auf den 6. April 1998. Die MSG (Mars Global Surveyor) -Sonde sollte nun endlich das sogenannte Marsgesicht in der Cydonia-Region des Mars überfliegen.


 


Das „Marsgesicht“ wurde erstmals 1976 populär, als die NASA-Sonde Viking 1 das Bild eines Tafelberges von drei Kilometern Länge und einer Breite von 1,5 Kilometern Größe funkte, der erstaunliche Ähnlichkeiten mit einem irdischen Gesicht hatte. Doch, was man sehen konnte, war verblüffend: Da konnte man allem Anschein nach einen „Haarkranz“, einen halben Mund, eine halbe Nase und ein Auge erkennen (s. Abb. 1-1) Auf dem Bild waren auf diesem „Haarkranz“ symmetrisch verteilte Punkte zu sehen, die sich allerdings als Übertragungsfehler erwiesen. Allerdings wurde es aus einem Winkel von 10 Grad aufgenommen, so dass etwa die Hälfe des „Gesichts“ im Dunkeln lag.


 


Abb. 1-1: Das erste Bild des Marsgesichts. Aufgenommen von der Viking A-Sonde. Bildnr.: 35A72, die schwarzen Pixel sind Bildübertragungsfehler, das ringförmige Objekt ist beim Entwickeln entstanden.


 


Über das Gebilde wurde seither viel diskutiert. Stellte es tatsächlich ein menschliches Gesicht dar? Sollten irgendwelche Marsbewohner, oder Astronauten aus einem fernen Sonnsystem auf dem Mars gewesen sein? Dann müssten sie allerdings auch auf der Erde gewesen sein, denn wie sollten sie sonst wissen, wie ein menschliches Gesicht aussieht?


 


Abb. 1-1b: Bild 35A72 bearbeitet durch SRI International


 


Erschwerend kommt hinzu, dass weitere künstlich wirkende Gebilde zu sehen waren, z. B. eine „Stadt“ mit einer „Hauptpyramide“ und eine weitere Pyramide etwas außerhalb der „Stadt“: Die Pyramiden schienen fünfeckig zu sein und weisen eine erstaunliche Symmetrie auf. (s. Abb. 1-1b)


 


Abb. 1-1c: Bild 35A72 in voller Auflösung mit eingerahmten Marsgesicht.


 


Nachdem es weitgehend ruhig geworden war um das Marsgesicht, stießen die Forscher Greg Molenaar und Vincent di Pietro auf eine weitere Aufnahme des Marsgesichts, die nur wenige Stunden nach der ersten Aufnahme mittels der Viking-Sonde aufgenommen worden war. Sie war aus einem Winkel von 30 Grad von der gleichen Seite her beleuchtet. Die Details waren wieder deutlich erkennbar! (s. Abb. 1-4)


 


Abb. 1-2: Abb 1-2.: Das Marsgesicht, Vergrößerung des Bildes 35A72.


 


Von den Bildern wurde mittels des Verfahrens des „Processed Image“ weitere Einzelheiten sichtbar. Auf diesen Bildern konnte man sogar Zähne im Mund erkennen. Dieses Verfahren basiert auf eine spezielle Technik von Computervergrößerungen, die von der Firma SRI International in Stanford durchgeführt wurde. Die neuen Bilder entstanden durch Zuhilfenahme mathematischer Operationen, bei denen eine Form des „Signal Processing“ verwendet wird, bei dem Charakteristiken oder Parameter herauskommen, die sich auf das Rohbild beziehen. (Abb. 1-5, Abb.1-6)


 


Ich fertigte je ein Falschfarbenbild vom zuerst entdeckten Bild (s. Abb. 1-7) und der erst in den später achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts an entdeckten Aufnahme an. (s. Abb. 1-8)


 


Ich war damals überzeugt, dass die Monumente das Produkt einer früheren irdischen technischen Hochkultur, deren Mittelpunkt das legendäre Atlantis war und der es möglich war, Raumflüge zumindest bis Mond und Mars durchführen zu können, war.


 


Abb. 1-3: Vergrößerung des Bildes 35A72f (von SRI International bearbeitet)


 


All diese Gedanken führte ich ausführlich in meinen Büchern Leben im Weltraum und Das Erbe von Atlantis (Ur-Version von 1997!) aus. Abb. 1-4: Bild 70A13f vom Marsgesicht. Bearbeitet von SRI International


 


Und nun saß ich da und wartete auf die Übermittlung des MGS-Bildes, das eine deutlich höhere Auflösung als die Viking-Sonden versprach, und die Enttäuschung war riesig: Da kam ein schmales langes Etwas, das mit dem auf den Viking-Sonden zu sehenden „Gesicht“ nicht die geringste Ähnlichkeit hatte. (s. Abb. 1-9) - Das Bild muss man sich dazu stark vergrößert vorstellen.


 


Abb. 1-6: Vergrößerung des Marsgesichts auf dem Bild 70A13f (von SRI International bearbeitet)


 


Und so musste ich eine Wettschuld bei einem befreundeten Forscher einlösen, mit dem ich vor dieser Nacht der Übertragung um einen Kasten feinsten Karlsberg Urpils gewettet habe, dass das Marsgesicht echt und künstlich ist.


 


Doch um auf jene Nacht zurückzukommen: Andere Forscher saßen wie ich an ihren Computern und waren ebenso enttäuscht wie ich. Es wurden Versuche unternommen, das „Marsgesicht zu retten“, doch es schien hoffnungslos.


 


Die Aufnahme wurde aus 444,21 Kilometern gewonnen. Wegen schlechter Durchsicht der winterlichen Marsatmosphäre musste das Bild konstrastgesteigert werden. Es hieß, dass das Bild mit 4,32 Metern Auflösung pro Pixel das Bild zehnmal schärfer sei als jede andere Aufnahme der Region. Die Sonne stand bei der Aufnahme 25 Grad hoch im Südwesten.


 


Der Umstand, dass schlechte Durchsicht herrschte, hätte mich stutzig machen sollen, aber ich verblieb im Chor derjenigen, die der Meinung waren, dass das „Marsgesicht“ kein künstliches Objekt war. Auch die Pyramiden wurde von der MGS-Sonne überflogen und neu fotografiert, und auch hier schien die Symmetrie nicht mehr in der klaren Form der Viking-Aufnahmen gegeben zu sein.


 


Abb. 1-7: Falschfarbendarstellung des Bildes 70A13f durch Roland M. Horn


 


So ordnete ich das Marsgesicht in meinem Buch Gelöste und ungelöste Mysterien dieser Welt, das in einer stark erweiterten Form unter dem Namen Menschheitsrätsel lange als Ebook erhältlich war und bald wieder in Druckform erscheinen wird, den gelösten Rätseln zu.


 


Abb. 1-8: Falschfarbendarstellung des Bildes 35A72f durch Roland M. Horn


 


Es ist dem meinem deutschen Forscher- und Autorenkollegen Gernot Geise zu verdanken, dass das „Marsgesicht“ später doch wieder in mein Fadenkreuz der Anomalie-Forschung gelangte. Geise schrieb in einem Artikel für Atlantisforschung.de:


 


 


Abb. 1-9: Originalbild des MGS-Rohbildes von 1989, wie sie zuerst erschien


 


 


„Eine kontrastverstärkte und winkelkorrigierte Version des ‚Marsgesicht‘-Fotos lässt ahnen, dass die alten VIKING-Fotos doch nicht so schlecht waren, wie die NASA behauptet hatte. Wie berichtet, hatte die NASA nach der Übermittlung der ‚Marsgesicht‘-Fotos durch den GLOBAL SURVEYOR im Jahre 1989 triumphierend aller Welt kundgetan, nun sei der Mythos von einem künstlich angelegten steinernen Gesicht endgültig vom Tisch. Es handele sich hierbei nur um eine erodierte formlose alte Felsenplattform, die auf den ‚schlechten‘ VIKING-Bildern rein zufällig durch Licht- und Schatteneinwirkung eine Ähnlichkeit mit einem menschlichen Gesicht aufweise. Das habe man ja immer schon gesagt. Dabei hat die NASA jedoch geflissentlich nicht erwähnt, dass das GLOBAL SURVEYOR-Bild unter denkbar ungünstigen Lichtverhältnissen aufgenommen wurde und nur 4 % der Bildinformationen enthält wie die ‚schlechten‘ VIKING-Bilder.“ (Geise 2017.: Global Surveyor und das „Marsgesicht“ auf Atlantisforschung.de. Vollständige Quelle im Literaturverzeichnis). (Abb. 1-10 zeigt das Originalbild der kontrastverstärkten Version.)


 


 


Geise deutet in seinem Artikel an, dass die NASA gewisse Informationen bewusst zurückgehalten hat. Für diese Behauptung werden wir später eine mögliche Bestätigung finden. Ob dies wirklich zutreffend ist, weiß ich nicht, doch Geise bildet die Bilder in seinem Kapitel ab, die zuerst ein „nichtssagendes Bild von der NASA“, und daneben die eine kontrastverstärkte und winkelkorrigierte Version des „Gesichts“ zeigen. Hier ist das Marsgesicht wiederzuerkennen, und wenn man genau hinschaut, erkennt man sogar Nasenlöcher. (s. Abb. 1-11)


 


Abb. 1-10: Ausschnitt aus 1-9


 


Zudem zeigt Geise eine weitere Aufnahme des Gesichts durch die MGS-Sonde von 2001. Er teilt mit, dass die Sonde um 25 Grad gedreht werden musste, um das „Gesicht“ ins Blickfeld der Kamera zu bekommen. Geise schreibt hierzu:


 


Abb. 1-11: Die kontrastgesteigerte Version des MGS-Rohbildes


 


„Die hieraus resultierende Aufnahme ist wesentlich besser als das erste Foto. Sie hat die höchste Auflösung, die mit der MGS-Kamera möglich ist. Auf ihr sind noch Einzelheiten von knapp fünf Metern Größe zu erkennen. Auf den VIKING-Bildern lag dieser Wert bei etwa 130 Metern.“ (Geise in seinem erwähnten Artikel)


 


Abb. 1-12: Die Aufnahme des Marsgesichts im vom MGS aus dem Jahr 2001


 


Trotz der optimal ausgenutzten Auflösung glich das Bild weiterhin eher der ersten MGS-Aufnahme als dem auf den Viking-Bildern. Geise schreibt dazu in seinem Artikel:


 


„Die neue Aufnahme, zusammen mit der Höhenmessung, zeigt, dass das ‚Gesicht‘ ein Tafelberg ist, wie sie in der Mars-Region Cydonia häufig vorkommen. Sie zeigt aber auch, dass die ‚Skeptiker‘ durch dieses Bild nicht zu widerlegen sind. Es mag sich hier tatsächlich ‚nur‘ um einen natürlich entstandenen Tafelberg handeln, doch warum zeigt er Details, die ‚natürlicherweise‘ recht unwahrscheinlich sind? Falls das ‚Gesicht‘ ehemals künstlich angelegt wurde, dann muss dieser Zeitpunkt Jahrtausende oder Jahrzehntausende zurückliegen. Berücksichtigt man die in diesem Zeitraum stattgefundene Erosion, ist es fast ein Wunder, dass dennoch so viele Details vorhanden sind.“ (Rechtschreibung an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst)


 


Diese Aussage – oder besser das Bild – enttäuscht wieder etwas, sollte man doch bei dieser Aufnahme eine bessere Qualität und somit eine deutlichere Ähnlichkeit zu einem menschlichen Gesicht haben. Da vergisst man leicht, dass auf dem Bild deutlich zu sehen ist, dass der Haarkranz auf der rechten Seite weitergeht, der weitgehend symmetrisch ist. Wenn das Bild so alt ist, wie Geise annimmt – oder noch älter – sind diese Erosionsspuren durchaus zu erwarten. Andererseits hätten wir dieses „Gesicht“ – wenn es denn eins ist – nie als ein solches erkannt, wenn die MGS-Sonde die erste gewesen wäre, die die Formation entdeckt hätte.


 


Geise weist weiter darauf hin, dass die „Hauptpyramide“ in der „Stadt“ weiterhin wie eine Pyramide aussieht, auch wenn sie nicht ganz so deutlich erscheint wie auf den Viking-Fotos – aber auch deutlich genug, um als fünfseitige erodierte Pyramide durchzugehen. (Abb. 1-13)


 


Der Forscher Michael. J. Craig erkennt, wie er in seinem Buch Secret Mars schreibt, auch auf der östlichen dunklen Seite einen „verborgenen Augensockel“ und „verdunkeltes Material“.


 


Geise erwähnt in seinem Buch Wir sind Außerirdische den seltsamen Umstand, dass das „Gesicht“ wie die „Stadt-Pyramide“ exakt in Nord-Südrichtung ausgerichtet ist. Nach Norden, wohin auch der die Achse des Mars weist.


 


Geise gibt zu, dass es naheliegende wäre, dass das „Marsgesicht“ eine natürliche Formation ist, dessen Form durch Sandsturm-Einwirkungen, Licht- und Schattenspiele, Senkungen der natürlichen Tektonik Plattenbewegungen oder durch Erdbeben entstanden sei – wenn, ja wenn da nicht die Tatsache wäre, dass es in der Nähe anderer seltsamer Formationen stünde und mit ihnen Verbindungen aufwiese.


 


Abb. 1-13: Auschnitt City mit Hauptpyramide und Fort (li. nach der Viking-Sonde, rechts nach der der MGS-Sonde)


 


Damit ist Geises Argumentationsschatz aber noch nicht beendet. In seinem angesprochenen Buch kommt er in der Folge auf eine weitere Aufnahme zu sprechen, die 2004 durch die Mars Odyssey Sonde gewonnen wurde, ohne dass dieses Bild besondere Aufmerksamkeit erhielt. Die hätte sie aber verdient. Denn hier sah die Formation wieder weit gesichtsähnlicher aus, und auch der Haarkranz setzt sich auf der rechten Seite fort, wie hier noch deutlicher erkennbar ist. (s. Abb. 1-14 und 1-15) Diese Sonde war mit einer Infrarotkamera ausgestattet, mittels der man, wie Geise in seinem Buch schreibt, „unter die Marsoberfläche sehen“ kann. Infrarotfotos vom Mars zeigten, dass das „Gesicht“ auf einem rechtwinkligen Fundament stehe, das aber dummerweise aufgrund von Sandverwehungen nicht sichtbar sei.


 


Abb. 1-14: Das Marsgesicht nach der Mars Odyssey-Sonde


 


Auf einem vom Mars-Mars Reconnaissance-Orbiter (MRO) am 4. April 2004 gemachten Bild sieht das „Gesicht“ nun wieder „gesichtsunähnlich“ aus. (s. Abb. 1-16) Dabei spielt sicherlich die Partie eine große Rolle, die auf der auf den Viking-Fotos gemachten Aufnahmen im Dunkeln liegt und auf der neuen Aufnahme total zerfurcht aussieht. Die höchste Auflösung des Bildes beträgt 30 Zentimeter pro Pixel, und die Sonne bescheint die Szenerie von links mit einer Höhe von etwa 17 Grad über dem Horizont.


 


Abb. 1-15: Auschnitt des Marsgesichts aus Bild 14 und winkelkorrigiert durch Roland M. Horn


 


Der amerikanische Plasma-Physiker J. O. Brandenburg erkennt, wie er in seinem Buch Death on Mars schreibt auf diesem Bild auf der östlichen Seite einen starken erosionsbedingten Einschnitt, der der Länge nach verläuft. Er erkennt jedoch auch, dass auch das neue Bild das gleiche anscheinend „symmetrische Mauerwerk der Nase“ des Gesichts wie auf vorigen Bildern zeigt.


 


Es stellt sich also die Frage, ob das Gebilde doch eine natürliche Formation ist oder dass es tatsächlich einst ein menschliches Gesicht war, das gerade in diesen Partien am meisten erodiert ist. Auf der vom Diplom-Chemiker Dr. Udo Günther betriebene ‚Webseite http://www.marspages.com‘ wird das „Gesicht“ als ein eindeutig erodierter natürlicher Tafelberg gesehen. Der Autor versucht seine Ansicht durch hochaufgelöste kleine Ausschnitte des MRO-Bildes einzeln zu betrachten. So erkennt er im „linken Auge“ einen „eingebrochenen Bergkegel, der einen kleinen, relativen flachen Bereich bildet.“ Im rechten Auge erkennt er die Endmoräne eines Murenabgangs von der zentralen Erhebung des Tafelberges.“, In der „Nase“ sieht er die „Mitte und höchste Erhebung des Bergkegels, die aus einem kleinen Meteorkrater oder einer stark verwitterten eingebrochenen Bergspitze besteht.“


 


Abb. 1-16: Bild der MRO-Sonde vom Marsgesicht


 


Zum „Kinn“ schreibt er: „Südlichste der drei das Zentralmassiv bildenden Berge des Marsgesichts. Die Bergspitze ist teilweise nach rechts den Abhang hinabgerutscht“ und zur „nördlichen Flanke“ des Gesichts sagt er: „Nördliche Begrenzung des Marsgesichts. Hier geht der Tafelberg durch einen steilen Abhang in die umliegende Ebene über, die mehrere Meter tiefer liegt. Auch hier ist das Material des Tafelberges teilweise den Abhang hinabgerutscht. Die kleinsten sichtbaren Felsbrocken haben einen Durchmesser von etwa 1 km.“ Auf der „südlichen Flanke“ sieht der Autor der Seite Geröllabhänge entlang der steilen Flanke des Tafelberges. Auch hier verweist er darauf, dass die kleinsten sichtbaren Felsbrocken einen Durchmesser von einem Kilometer aufweisen.


 


Abb. 1-17: Bild 1-16, gedreht und winkelkorrigiert durch Roland M. Horn


 


Dieses „Suchen in den Krümeln“ erinnert mich an das Vorgehen mancher selbsternannter UFO-Skeptiker, die bei einer UFO-Sichtungswelle die einzelnen Fälle getrennt beschreiben und für jeden einen anderen natürlichen Auslöser finden, und, nach dem für zwei oder drei Fälle eine mehr oder weniger glaubhafte Erklärung gefunden haben, die ganze Sichtungswelle als erklärt ansehen. So werden die einzelnen Komponenten aus dem Zusammenhang gerissen und die Welle nicht mehr als GANZES gesehen. Ähnlich gehen sie vor, wenn sie einen komplexen UFO-Fall vor sich haben, der bestimmte Geräusche, ein bestimmtes Aussehen usw. aufweist. So werden gerne die Empfindungen des Zeugen als „psychisch“ angesehen., dem Geräusch eine bestimmte Erklärung zugewiesen, das Gesehene wieder etwas anderem usw.


 


Eine solche „Mehrfaktorenerklärung“ kann durchaus in der Lage sein, eine komplexe Sichtung zu erklären, doch man muss höllisch aufpassen, um nicht das GANZE aus den Augen zu verlieren und tatsächlich bestehende Zusammenhänge zu übersehen und „wegzuinterpretieren“.


 


Wie genau die Analyse des Marsgesichts auf Marspages.eu ist, sehen wir an seiner Beschreibung der „Nase“: „Mitte und höchste Erhebung des Bergkegels. Besteht aus einem kleinen Meteorkrater oder einer stark verwitterten eingebrochenen Bergspitze.“ (Hervorhebung durch den Autor.) „Entweder-oder.“ Wenn es das eine nicht ist, ist es halt das andere. Wie in der UFO-Betrachter der Skeptizisten: „Wenn es nicht die Venus war, dann war es halt ein Ballon.“ Hauptsache natürlich erklärt. Außerdem widersprechen viele der Teilerklärungen von Günther gar nicht mal so sehr der Erosionstheorie, so wie Brandenburg sie sieht.


 


Auf der Seite des Cydonia-Instituts (Thecydoniainstitute.com), einer privaten Initiative, finden wir einen Artikel von George J. Haas, einem Mitglied der präkolumbischen Society der University of Pennsylvania vom September 2007 (neu bearbeitet 2011), in dem er einige Ungereimtheiten bezüglich des Marsgesichtes feststellt. Er stellt zunächst fest, dass das „Gesicht“ auf diesem Bild in einem sehr dunklen Licht gezeigt wird. Deshalb bearbeitete er das Bild, indem er die Helligkeit und den Kontrast änderte. Doch kommen wir zur einer Kuriosität: Zwei Tage nach der Einstellung dieses Bildes äußerte sich der Operations-Spezialist Richard Leis vom HiRISE Operationscenter (HiROC) an der University of Arizona bezüglich des „Marsgesichts“: „Das genau ist das wirkliche Marsgesicht, ein mit Felsbrocken übersäter Tafelberg, der nicht durch imaginäre Wesen geschnitzt, sondern durch die langsame, aber stetige Erosion, die durch Wind, Einschläge, physikalischen Felseinbrüchen und vielleicht Temperauränderungen verursacht ist.“ (Haas nach Richard Leis, HiRISE Blog, Face, (Friday April 13).” (http://hirise.lpl.arizona.edu/HiBlog/.)


 


 


Haas schreibt weiter: „Irgendwann in den sommerlichen College-Ferien ersetzte das Team der Universität von Arizona das Bild still und heimlich ihr originales umfassendes Bild des Gesichts, mit einer „Roh“-Version, die nicht nur an den Ecken beschnitten wurde, sondern auch invertiert ist. […] Obwohl die umgekehrte Ausrichtung in der verfügbaren Bildlegende des Bildes nicht angegeben wird, würde man, wenn man sich bemüht, weiter zu lesen, im zweiten Absatz des bereitgestellten Textes, schließlich realisieren, dass das Bild tatsächlich verkehrt herum, mit dem Norden nach unten zeigend, präsentiert wird.“


 


 


Das ist schon ein Hammer: ein zuvor richtigherum eigestelltes Bild vom Marsgesicht wird von einem Tag auf den anderen umgedreht und beschnitten. Welchen Sinn macht das, außer dem, den Betrachter zu verwirren? Doch lassen wir Haas weitersprechen: „Nach einer umfangreichen E-Mail-Anfrage wurden die gegebenen Gründe, weswegen das gegenwärtige Bild verkehrt herumgezeigt wird, auf die Tatsache zurückgeführt, dass das Bild nicht bearbeitet war und in seinem Roh-Format veröffentlicht wurde, die eine umgekehrte Ausrichtung hätte, was bedingt sei durch die Kombination des Pushbroom-Imagers und die Süd-Nord-Umlaufbahn der HiRISE-Kamera. Kurz gesagt, sind alle Roh-Bilder, die eine umkehrte Ausrichtung haben, unbearbeitet und umgekehrt. Die Erklärung war in Anbetracht der Tatsache interessant, dass jedes andere HiRISE-Bild, das auf der Arizona-Universität abgebildet wird, bearbeitet sind und mit dem Norden oben präsentiert wird.“ Haas zieht den Schluss:


 


 


„Ich sehe keinen Grund, ein umgekehrtes Bild von dem Cydonia Gesicht zu präsentieren, außer dem, die Öffentlichkeit zu verwirren und seine gesichtsartigen Details zu verschleiern.“ (Auf Abb. 1-17 sehen Sie das Bild in der „richtigen“ Orientierung.


 


 


Soll hier tatsächlich etwas vertuscht werden, wie es so oft behauptet wird? Ich bin ich solchen Dingen immer etwas skeptisch, aber fest steht: Auch ich habe mich durch das (umgekehrte) Bild verwirren lassen und mich in meiner damaligen Auffassung, dass das „Marsgesicht“ nur ein Steinhaufen ist, bestätigt gefühlt und mich in diversen Veröffentlichungen entsprechend geäußert…


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