Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern


Kategorien
> Esoterik Bücher > Die geheime Welt der Kelten
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Esoterik Bücher
Buch Leseprobe Die geheime Welt der Kelten, Daniel Daub
Daniel Daub

Die geheime Welt der Kelten



Bewertung:
(328)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
2401
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
Amazon, Weltbild, Thalia etc.
Drucken Empfehlen

EINLEITUNG


Als das Zeitalter der Aufklärung anbrach, verfuhr man radikal mit jeder Art von Aberglauben. Bacon, Descartes und Newton leiteten die Entmythologisierung ein. Die Welt wurde zu einer Maschine, einem Uhrwerk, welches nach mechanisch-berechenbaren Prinzipien abläuft. Logik war nunmehr die mächtigste Waffe der Erkenntnis. Keine Götter zeichneten die Planetenbahnen vor, sondern Gravitation und mechanische Gesetze, keine Naturgeister wirkten in der Pflanzenwelt, sondern chemische Prozesse. Geister und Dämonen schickte man in den Ruhestand, und glaubt heutzutage dennoch jemand daran, dann ist das Aberglaube oder gar ein Zeichen mentaler Verwirrung und somit Fehlfunktionen von Stoffwechselabläufen im Gehirn. So sieht es zumindest der an das Ego gekoppelte kombinierende Verstand.


Die materialistische Sichtweise bekam erstmals durch Heisenbergs Unbestimmtheitsrelation einen starken Einbruch, was den unmechanistischen Charakter auf atomarer Ebene der Physik unterstrich. Das Unbestimmtheitsprinzip wies die Wissenschaft schmerzhaft darauf hin, dass dem objektiven Erkennen Grenzen gesetzt sind und allem Stofflichen eine metaphysische Dimension inne wohnt.


Die moderne, globalisierte Welt hat einen schillernden Irrweg eingeschlagen, indem sie den Menschen zum Sklaven des Produktionsmechanismus machte, den sie weder versteht, noch zu kontrollieren weiß und der die Lebensgrundlagen der Menschheit mit großer Beharrlichkeit demontiert. Mit Sicherheit ist viel Wahres daran, wenn der deutsch-böhmische Schriftsteller Franz Werfel sagt: „Ich habe schon sehr früh erkannt, dass der Aufstand gegen die Metaphysik, die Ursache des ganzen Elendes ist. Unsere Seelen wollen nicht mehr glauben, und damit an ihre ewige Verantwortung." Nach Werfel scheinen die Weltwirklichkeit und die gestreute Saat materialistischen Gedankengutes in kausalem Zusammenhang zu stehen mit seelenlosem Rationalismus sowie psychischen und physischem Destruktionsprinzip.


Manche Menschen fragen sich zu Recht, wohin uns Aufklärung und Rationalität gebracht haben. Neben allen Schönheiten der Welt existieren globale Marktzwänge, Kriege, Terror, Wirtschaftsnot und hungernde Kinder in Drittweltslums, die zwischen Plastikmüll ersticken. Nach UNO-Berichten sterben jedes Jahr 50 Millionen Menschen an den unmittelbaren Folgen des Hungers, daneben verfügen die reichsten 10% über 85% des Weltvermögens.


Sind das die Resultate unserer modernen Gesellschaftsordnung, der empirischen Wissenschaft und der technischen Revolution, die sich - nach der Zeit des Aberglaubens - durch das kritisch-rationale Denken der griechisch-römischen Kultur bei uns etablierten?


Jedoch immer mehr Menschen realisieren bewusst oder unbewusst, dass unser Universum und die Weltwirklichkeit weit komplexer sind, als es Wissenschaft und Forschung bereit sind sich einzugestehen. Da die etablierte Wissenschaft oft nicht gewillt ist über ihren Schatten zu springen, nimmt sie die Wirklichkeit nicht wahr wie sie ist, sondern nur nach Maßgabe ihrer Messgeräte und Untersuchungsmethoden. Empirische Methoden sind jedoch nicht der einzige Zugang zum Wissen, ja, paradoxerweise verschleiern sie oft noch mehr die Erhellung dunkler Wissensgebiete.


Wirft man einen Blick in unsere Vergangenheit zurück, erkennt man, dass die Geschichte sich wiederholt, nur dass die Dimensionen und Vernichtungskapazitäten sich vergrößert haben, vom römischen Kolosseum bis Auschwitz, von der römischen Schleuder bis zur Atombombe.


Betrachtet man vor diesem Hintergrund die Kulturströmung der Kelten, entsteht mit einem Mal ein scharfer Kontrast. Die Welt damals unterscheidet sich grundlegend von der unseren, ebenso war das Erfahrungsspektrum dieser Menschen ein völlig anderes. Die alten Waldlandkulturen besaßen einen gänzlich anderen Blick auf die Realität als der moderne Mensch, jenseits aller lebens- und naturfeindlichen Dogmen. Liest man die alten Mythen, erkennt man schnell, dass die keltischen Völker einen unstillbaren Lebensdurst besaßen, diese Menschen erlebten das Wunder, die andersweltlichen Kräfte, sie erlebten Engel und Gottheiten und sprachen über Wiedergeburt und Tatenvergeltung. Und egal wo man heutzutage hinblickt, überall sind die Kelten als Unterströmung der abendländischen Geisteskultur zu sehen.


Doch wer war dieses Volk, das von Irland bis zum Schwarzen Meer einen homogenen Kulturraum bildete, ohne dass eine autoritäre Staatsgewalt dies garantieren musste? Kann unsere Zeit, welche so dynamisch nach Werten sucht, sich die fremd gewordenen Kräfte und Fähigkeiten des keltischen Wesens zu Eigen machen und damit eine Ausweitung unseres Lebens ermöglichen?


Doch um dies zu beurteilen, müssen wir zuerst die verlorene Welt der Kelten wieder sichtbar machen.


 


  


  


1. WER WAREN DIE KELTEN?


Wollen wir uns ein Bild von den Kelten machen, dann stehen uns drei Quellen zur Verfügung, die sich einander ergänzen und teilweise sogar widersprechen, sich letztendlich jedoch zu einem Bild zusammenfügen. Zum Einen gibt es die archäologischen Funde, zum Anderen die Aufzeichnungen antiker Schreiber, wie zum Beispiel von Tacitus, daneben existiert eine Fülle an Sagen, vor allem aus dem Gebiet der britischen Inseln. Gerade die im Zuge der Christianisierung ab dem 6. Jahrhundert bis ins 11. Jahrhundert hinein von Mönchen in ihren Klöstern aufgezeichneten Sagen beruhen teils auf viel älteren Traditionen und verweisen auf eine starke Imaginationskraft der keltischen Kulturströmung.


Doch waren die Kelten? Eine Rasse, ein Klan, ein Staat, Kultur oder Religionsgemeinschaft? In der Archäologie spricht man von Kelten erst ab der Laténe-Zeit, also nicht vor 600 v. Chr., benannt nach dem ersten Fundort der frühen keltischen Kultur am Neuchâtel-See in der Schweiz. Andere Forscher sehen den Beginn der keltischen Kultur um 800 v. Chr. mit dem Beginn der Eisenzeit, basierend auf Funden in einem vorgeschichtlichen Gräberfeld im Salzkammergut (Österreich), in der Nähe des Ortes Halstatt. Aus diesem Grund bezeichnet man diesen Zeitabschnitt der älteren Eisenzeit auch Halstatt-Zeit. So findet sich auch zwischen 1.000-500 v. Chr. in den rheinischen Gebieten Mitteleuropas eine Gruppe von Stämmen und Sippen, die sich stark hinsichtlich ihrer Sprache, Religion, Riten und Gesellschaftsstruktur von den Kulturen des mediterranen Südens unterschieden.


Zudem hat es den Anschein, dass die Kelten mehr mit den indoeuropäischen Reitervölkern gemein hatten, die etwa ein Jahrtausend zuvor aus den östlichen Steppen nach Westen ins Industal aufbrachen. So betrachtet sind die Kelten Indo-Europäer und man darf ihre Wurzeln somit um 2.000 v. Chr. ansetzen. Dennoch kann man von ihnen nicht als eine geschlossene Ethnie sprechen, sondern lediglich als Kultur, mit identischen Werten, Artefakten und Grundannahmen.


In ihrer Blütezeit besiedelten die Kelten ein Gebiet, das sich im Westen von Irland bis Spanien, und im Osten bis nach Böhmen und Ungarn einfassen lässt. Sogar Galatien, heute Türkei, darf zur keltischen Welt gezählt werden. Um 500 v. Chr. sprechen Autoren des Mittelmeerraums erstmals von den Keltoi und archäologische Funde legen nahe, dass nördlich der Alpen eine relativ einheitliche Kultur lebte. Der Übergang vom Heiden- zum  Christentum gestaltete sich in Europa fließend. Obwohl im 4. Jahrhundert das Christentum offiziell zur Staatsreligion im römischen Einflussbereich wurde, hielten sich die keltischen Traditionen in Mittel- und Westeuropa hartnäckig. Wie wir später noch sehen werden, fanden eine Vielzahl keltischer Bräuche, Götter und Festtage eine direkte Entsprechung im christlichen Brauchtum.


Werfen wir einen Blick nach Irland, Schottland, Wales oder die Bretagne, dann begegnen wir in den Menhiren, Steinkreisen, Ganggräbern und sakralen Steinbauten einer jungsteinzeitlichen Kultur, die um etwa 4000 v. Chr. beginnt. Zwar ist die Megalith-Kultur nicht keltischen Ursprungs, doch die Kelten verbanden ihre Bräuche schnell mit diesen Stätten und Kultplätzen. Die Archäologie vermochte durch Skelettfunde in den Grabanlagen Rückschlüsse auf Gestalt, Alter und Lebensgewohnheiten zu ziehen, jedoch in Hinblick auf die religiösen Bräuche, die eng mit den Kultplätzen verbunden waren, lieferte bis dato sie nur dürftige Hinweise.


Eine archäologische Sensation in dieser Hinsicht stellt das Fürstengrab von Hochdorf bei Ludwigsburg dar, ähnlich bekannt ist der Madgalenenberg bei Villingen. Weiterhin zu nennen ist die sehr ergiebige Ausgrabungsstätte auf dem Dürrnberg in der Nähe von Salzburg sowie der Glauberg in Hessen, die eine lebensgroße Statue eines Keltenfürsten zutage förderte. In solchen Gräbern finden wir Zeugnisse von Adligen, die als dünne Oberschicht über ihr Volk herrschten. Die Gräber der Fürsten bestanden in ihrem Kern oft aus Kammern, welche aus Eichenbalken gezimmert waren. Darüber häufte man einen Hügel aus kopfgroßen Steinen. Ins Innere legte man den adligen Toten samt den Grabbeigaben bestehend aus Schmuck, Mobiliar, Waffen, Essen und Trinken, damit es ihm in der jenseitigen Welt an nichts fehle. Es hat den Anschein, dass unter den Grabbeigaben auch Menschen gewesen sein mussten, etwa ein junge Frau, die die Dienerin oder Witwe des Fürsten war und ihm - ob freiwillig oder unfreiwillig - in den Tod folgte. Diesem Phänomen, auch Totenfolge genannt,  begegnet man in etlichen altertümlichen Kulturen, etwa dem vordynastischen Ägypten oder bei den Sumerern. Über die Kleidung der Kelten sagen solche Funde nur wenig aus, da die Textilien den Lauf der Zeit fast alle nicht überstanden. Vom Keltenfürst aus Hochdorf blieben jedoch ein Hut aus Birkenrinde und ein paar Lederstiefel erhalten. So erklärt der antike Geschichtsschreiber Diodoros, dass ihre Kleider aus gefärbtem Chiton in allen möglichen Farben bestanden hätten. Über den Hosen, die sie „Brakes" nannten, befestigten sie mit Schnallen lange, gestreifte Mäntel.


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2021 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 4 secs