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Esoterik Bücher
Buch Leseprobe Der Voodoo des Bokor Marco, Marco Bergmann
Marco Bergmann

Der Voodoo des Bokor Marco



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Die Loa


 


Die Geschichte des Landes Haiti war ausschlaggebend für die Geschichte des Voodoo. Die Kriege, die Haiti erschütterten, führten zur Bildung von neuen, destruktiven Voodoogeistern.


 


Die Loa werden auch als „Mystères“ bezeichnet und bilden das erste „M“ der „voodooistischen Dreifaltigkeit“.


 


Was sind Loa denn nun überhaupt?


Viele Quellen bezeichnen Loa als „Voodoogötter“ und die Voodooreligion demnach als polytheistisch. Allerdings gibt es im Voodoo nur einen „Gott“. Sein Name lautet „Bon Dieu“ (Guter Gott). Er ist der universelle Ursprung und Schöpfer. Er ist für den Menschen allerdings nahezu unerreichbar. Vor ihm muss man sich nicht direkt für seine Taten verantworten. Er hat nämlich besseres zu tun, als sich um die Menschen zu kümmern. Deshalb wird er von uns Voodooisten auch nicht direkt angebet (oder gar angejammert). Bon Dieu ist auch unter der Bezeichnung „Grand Maître“ bekannt.


Loa sind genau genommen keine Götter, sondern hoch entwickelte Geistwesen mit göttlichen Fähigkeiten. Demnach ist die Voodooreligion in meinen Augen nicht polytheistisch, sondern monotheistisch. Die Loa stellen das Bindeglied zwischen Bon Dieu und den Menschen dar.


 


Bon Dieu erschuf seine beiden Kinder „Mawu“ (weiblich) und „Lisa“ (männlich). In manchen Kulten wird „Mawu-Lisa“ auch als einzelnes androgynes (mit männlichen und weiblichen Eigenschaften) Wesen verehrt, welches in Gestalt eines Chamäleons erscheint. In anderen Kulten ist Mawu-Lisa der oberste Schöpfergott persönlich. Bon Dieu an sich ist aus voodooistischer Sicht entweder eine geschlechtslose Energieform (das ist auch meine Ansicht) oder ist ebenfalls ein zweigeschlechtliches Wesen.


Dieses Zwillingspärchen erschuf selber 12 weitere Loa, die ihrerseits Kinder – weitere Loa – erzeugten. Die „12“ ist keine feste Zahl. Manche Quellen sprechen von anderen Zahlen. Die „12“ festigte sich jedoch aufgrund des christlichen Einflusses – die ersten Loa wurden mit den 12 Aposteln assoziiert. Mit der Zeit kamen immer mehr dieser Geistwesen hinzu. Die „offizielle“ Anzahl beträgt mehr als 250 Geister. Da Loa jedoch auch von Menschen erschaffen werden können und verstorbene Menschen ebenfalls zum Loa aufsteigen können, liegt ihre tatsächliche Anzahl (welche in die Tausende gehen muss) im Dunkeln und steigt täglich immer weiter an.


 


Die Bezeichnung „Gott“ rührt vermutlich vom haitianischen Sprichwort her: „In eine Kirche geht man, um Gott anzubeten; in einen Voodootempel geht (tanzt) man, um selber ein „Gott“ zu werden!“ Denn die Loa werden nicht nur einfach so angebetet, sondern manifestieren sich durch Besessenheit in ihren Gläubigen. Dazu aber später mehr. Des Weiteren kann man den Begriff „Voodoo“ (also ursprünglich Vodun) sowohl mit „Geist“ als auch mit „Gott“ übersetzen, weil die afrikanischen Kulte keine direkte Trennung zwischen Geistern und Göttern hatten. Sie verehrten ihre Ahnen genauso wie ihren Schöpfergott. Aus diesen beiden Gründen werden die Loa oft als „Götter“ bezeichnet, was sie aber genau genommen nicht sind.


 


Die Loa lassen sich grundsätzlich (ausgehend ihrer Eigenschaften) in fünf Gruppen/Nationen (Nanchons) einteilen:


 


Die Loa, welche ihren Ursprung direkt in Bon Dieu haben, werden als Rada-Loa bezeichnet. Der Name „Rada“ leitet sich aus der Stadt Arada im damaligen Dahomé ab. Aufgrund der friedlichen afrikanischen Vodun-Kulte haben diese Loa ebenfalls ruhige – man sagt auch „kühle“ – Eigenschaften. Ihnen werden aufbauende Kräfte zugeschrieben.


 


Vermutlich auf Haiti bildete sich eine aggressivere Loa-Dynastie. Ihr genauer Ursprung liegt jedoch im Ungewissen, weil auch Loa aus der Kongoregion in dieser Loa-Gruppe zu finden sind. Diese als Petro-Loa bezeichnete Gruppe ist von destruktiver Natur. Viele mögen jetzt an „gut“ und „böse“ denken, doch das ist falsch. Petro-Loa sind nicht „böse“. Sie werden auch angerufen um Schadensmagie zu zerschlagen. Ich persönlich unterscheide niemals zwischen „gut“ und „böse“ oder „weißer“ und „schwarzer“ Magie. Es kommt immer auf den Betrachter an. Er interpretiert die Taten aufgrund seiner persönlichen Einstellung. Ich werde im weiteren Verlauf keine Wertung von bestimmten Loa oder Ritualen machen; das überlasse ich dem Leser.


 


Wer nun denkt, dass Rada und Petro streng voneinander zu trennen sind, der irrt. Viele der Loa treten zwar ausschließlich als Rada-Loa in Erscheinung bzw. dementsprechend nur als Petro-Loa. Doch viele der Loa vertreten beide Aspekte. Es gibt also verschiede Möglichkeiten wie ein Loa erscheint. Entweder als hilfsbereiter Rada, als gekränkter Rada, als hilfsbereiter Petro oder auch als gekränkter Petro. Das Verhalten, welches der Loa in seinen verschiedenen Erscheinungsformen an den Tag legt, ist dem menschlichen Verhalten sehr ähnlich. Loa haben auch Launen. Sie können fröhlich, traurig oder auch wütend sein.


 


Neben Rada und Petro gibt es noch die Ibo- und Congo-Loa, die ebenfalls aus den afrikanischen Vodun-Kulten stammen. Diese Loa-Gruppen werden jedoch von immer weniger Kulten verehrt. Manche dieser Loa schaffen es in die Rada- oder die Petro-Dynastie zu wechseln und somit populär zu bleiben.


 


Die Ibo-Loa sind von langsamer, um nicht zu sagen traniger Natur. Sie sind völlig passiv und greifen nur ganz selten aktiv in die Welt der Menschen ein. Sie waren weitestgehend in der Kultur der Yoruba zu finden und kommen demnach kaum im haitianischen Voodoo vor.


 


Die Congo-Loa sind besonders aggressive Geister. Sie sind unberechenbar und kaum zu bändigen. Der Umgang mit ihnen ist meist gefährlicher als mit den Petro-Loa. Aus diesem Grund befinden sie sich ebenfalls auf einem absteigenden Ast.


 


Da ich selber die Ibo- und den Congo-Loa nicht verehre, werde ich auf diese beiden Dynastien auch nur am Rande eingehen.


 


Die letzte Gruppe sind die Guédé. Diese Loa lassen sich keiner der anderen Gruppen zuordnen. Manchmal heißt es: „Guédé“ sei nur ein einziger Loa mit vielen verschiedenen Erscheinungsformen/Aspekten. Viele andere Voodooisten (darunter auch ich) sehen „Guédé“ jedoch als komplexe und eigenständige Loa-Gruppe an. Die Guédé sind die Beschützer der Friedhöfe und die Hüter des Wissens der Ahnen. Jeder Gläubige, dem die Guédé wohlgesonnen sind, kann sich jederzeit auf ihren Rat verlassen. Auf Voodoozeremonien sind sie gern gesehene Gäste, weil ihr Auftreten trotz ihrer Verbindung zum Tod äußerst amüsant ist. Sie werden häufig als grausame Totengötter dargestellt, doch ich habe sie als liebenswerte, weise, lustige und ein wenig exzentrische Wesen kennen gelernt.


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