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Belletristik
Buch Leseprobe Zwei halbe Leben, Frauke Besteman
Frauke Besteman

Zwei halbe Leben



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Alles war so fürchterlich schnell passiert und am Ende war nur die zerschmetterte Erinnerung geblieben, die mehr einem skurrilen Traum glich, als der Realität. Wie ihr Wagen wirklich in den entgegen kommendem Verkehr geraten war, wusste Christine nicht mehr. Sie erinnerte sich nur noch an das Gefühl, den Schock, die atemlose Panik, und dem verzweifelten Versuch, das Auto zurück zu steuern, unter Kontrolle zu bringen. Sie hatte keine Ahnung, ob es ihr noch gelungen war. Sie konnte sich nicht mehr erinnern, ob sie wirklich mit dem anderen Wagen zusammengestoßen war. Das einzige, an was sie sich erinnern konnte, waren Bilder wie Fotos, keine Geräusche, kein Empfinden. Das andere Auto war dunkel gewesen. Glassplitter tanzten durch die Luft wie Schneeflocken. Das Geräusch von zerberstendem Glas und zerquetschten Metall war etwas was ihr Verstand versuchte hinzuzufügen, doch es passte nicht, wie eine unvollständige Anzahl von kleinen und großen Scherben einer zersprungenen Vase. Christine stieß ein genervtes Stöhnen aus, bevor sie ihre verquollenen Augen aufschlug. Nach beinahe zwei Wochen hatte sie sich fast an ihren Albtraum, der sie jede Nacht seit dem Autounfall verfolgte, gewöhnt. Doch an einem Morgen wie diesen wünschte sie sich die starken Schmerzmittel zurück, die sie im Krankenhaus erhalten hatte, direkt nachdem sie eingeliefert worden war. Die Zeiten, wenn Schlaf etwas Erholsames für sie gewesen war, schienen ferner Erinnerungen gleich, und dies war nicht nur ihr Verkehrsunfall schuld. Sondern vielmehr die Tatsache, dass sie im Krankenhaus mehrmals aufwachte, um sich ohne ihre Familie vorzufinden. Es hatte wohl Stunden gedauert, bis ihre Mutter, ihr Vater und ihre kleine Schwester an ihrer Bettseite erschienen waren, lange genug, dass ihr Selbstvertrauen genügend Schaden erlitten hatte. Und genau das war auch der Grund, wieso sie so etwas wie Ruhe verspürte, als sie sich in ihrem Bett aufsetzte und ein leeres Zimmer vorfand. Nie zuvor hatte Christine gedacht, dass alleine sein etwas Tröstliches, Erleichterndes an sich hatte, doch alles war besser, als die Enttäuschung, nicht wichtig genug zu sein, damit die eigene Familie alles liegen und stehen ließ, sobald sie davon hörte, dass ihr etwas zugestoßen war. Niemals zuvor hatten ihre Zweifel eine so klare Bestätigung erhalten, dass ihre kleine Schwester, ein aufsteigender Stern der Oper, wichtiger für ihre Eltern war als sie, die entgegen ihrer eigenen Träume Architektin zu werden, auf Nachdruck ihrer Familie den sicheren Job einer Steuerfachangestellten gewählt hatte.


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