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Zuckerrot und Blaubeergelb


Ein Roman aus dem Leben

von Kaja Linnegart

belletristik
ISBN13-Nummer:
9783000638626
Ausstattung:
330 Seiten, Taschenbuch
Preis:
10.69 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Selbstverlag
Kontakt zum Autor oder Verlag:
kajalinnegart@autorenservices.de
Leseprobe

Der Typ über mir beispielsweise. Jeden Morgen steht er auf und pinkelt erst mal unüberhörbar. Dann stellt er das Radio an. Früher mixte er sich lautstark einen Smoothie in einem Gerät, das vermutlich so vorsintflutlich ist, dass man meinen könnte, ein Helikopter lande gleich auf dem Dach. Im Anschluss klapperte er mit Geschirr, schlug Schranktüren zu und ging mit dem Radio ins Bad, um zu duschen. Noch früher ging er nach dem Smoothie nicht duschen, sondern rannte mit einem voll professionellen Equipment elektronischer Geräte aus dem Haus, um schwitzend zurückzukommen, wenn er sein sportliches Pensum geschafft hatte. Das war ziemlich klein. Aber vorübergehend kam eine neu eroberte Chinesin dazwischen. Vielleicht auch eine Koreanerin. Die Liaison hielt etwa zwei Wochen. Zumindest endete das unvermittelt einsetzende Stöhnen und rhythmische Rumpeln – das Tag und Nacht zum Programm wurde –, nach kurzer Episode abrupt und trat danach nie wieder auf. Seither joggt er nur noch unregelmäßig. Seine Routine scheint durch diese Erfahrung gestört worden zu sein, und nun ist er ein wenig übergewichtig. Der Smoothie ist auch weg, das Klappern und das Radio sind geblieben. Trotzdem frage ich mich, ob die Chinesin nach der heftigen Affäre wieder in China sitzt. Natürlich könnte ich ihn einfach fragen, jedenfalls theoretisch. Aber das erlauben die Umgangsformen zwischen sich fremden Menschen nicht, obwohl man weit mehr von deren Leben mitbekommt, als man möchte. Wie sollte das auch ablaufen? Klopfen. Öffnen. „Entschuldigung, wenn ich Sie am Abend durch mein spontanes Auftauchen störe. Es gibt da etwas, das mir keine Ruhe lässt. Nun, es ist auch nicht so, dass ich jede Minute darüber nachdächte, aber jucken würde es mich eben schon ... Wo ist denn die Chinesin hin?“ Womöglich wäre er eben wegen jenes Abweichens von der Norm, das nicht zu fragen, so irritiert, dass er zurückfragte: „Welche Chinesin???“ Was sollte man dann antworten? „Na, die Chinesin, die eine Weile wie eine Irre geschrien hat, wenn Sie mit ihr Sex hatten!?“ Noch schlimmer, wenn es gar keine Chinesin war, sondern doch eine Koreanerin.

 

Klappentext

„Jetzt reicht‘s!“, denkt Lara – alleinerziehende Mutter in den besten Jahren –, die sich jahrelang in ihrem Job verbogen hat. Zuhause ist die Pubertät eingezogen, eine enttäuschte Liebe und ein Zusammenbruch haben dem Fass endgültig den Boden ausgeschlagen. Beherzt stellt sie ihr Leben auf den Kopf und entdeckt ihre Leidenschaft für antike Dinge. Auf ihrer Reise zu sich selbst, stolpert sie aus alten Mustern, über skurrile Charaktere und in allerhand Katastrophen. Ein brüskiertes Umfeld, aufgeregte Besucher und ein ständig klingelndes Telefon sind die Folge. Dann dreht auch noch ihre Freundin Silke durch … Als sie Tom kennenlernt, wird ihr zunächst alles zu viel. Trotzdem erkennt sie, dass so ein neues Leben ganz schön (und) anstrengend sein kann!

Rezension

https://michaelaweber58.wordpress.com/2019/11/26/zuckerrot-und-blaubeergelb-von-kaja-linnegart-roman/