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Belletristik
Buch Leseprobe Wintertöchter, Mignon Kleinbek
Mignon Kleinbek

Wintertöchter


Die Gabe

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Kapitel Eins. Winter 1940 »Toni?!« Marie stützte sich mit beiden Armen auf dem Küchentisch ab und keuchte auf. Eine krampfhafte Welle ließ ihren runden Bauch erzittern und das Kind in ihr trat so fest zu, dass ihr die Luft wegblieb. »Toni!« Anton Hohleitner klopfte den Schnee auf dem Stein¬absatz von den Holzpantinen ab, drückte die Tür mit dem Hintern auf und schob sich rücklings in den Raum, einen Korb voll Holz an die Brust gedrückt. Er schleuderte die Schuhe von den Füßen in die Ecke. »Toni, das Kind kommt!«, stieß Marie zwischen blassen Lippen heraus. Die nächste Wehe kam über sie. Sie krümmte den Rücken, beugte sich über den Tisch und stützte sich mit beiden Händen schwer ab, um leichter atmen zu können. Toni Hohleitner blieb abrupt stehen und sah erschrocken seine Frau an. Der Holzkorb krachte zu Boden und die Scheite fielen heraus, sprangen polternd nach allen Seiten.»Toni, du musst die Barbara holen. Ich brauche sie. Es geht zu schnell!« Schon den ganzen Tag über hatte sie immer wieder einen ziehenden Schmerz in ihrem Bauch gespürt. Doch die Barbara hatte gesagt, das Kind würde frühestens an Maria Lichtmess kommen. Und zum 2. Feb¬ruar waren es noch fast vier Wochen hin. Sie hatten die Weihnachtstage auf dem Julianenhof verbracht, wollten ein wenig für sich sein und hatten vor-gehabt, rechtzeitig zur Geburt wieder im Forstaudorf zu sein. Einen kurzen Moment schalt sich Toni dafür, dass er seiner Frau, die selten einen Wunsch äußerte, diesen einen nicht abgeschlagen hatte. Er hatte es nicht fertiggebracht und zudem auf dem Hof nach dem Rechten sehen wollen. Er wischte den Gedanken und den Anflug von Schuld¬bewusstsein weg und stürzte zu ihr hin, richtete sie vor¬sichtig auf, umfing sie mit seinen Armen und hielt sie an sich gedrückt, während sie schwer atmete. »Marie, Schatz, ich komm nicht ins Dorf hinunter. Es schneit immer noch und der Steinbachweg ist zu.« 


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