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> Belletristik > Wenn Männerherzen stolpern
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Belletristik
Buch Leseprobe Wenn Männerherzen stolpern, Evelyne Kern
Evelyne Kern

Wenn Männerherzen stolpern


Betrogene Männer erzählen ihre wahren Geschic

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Eigentlich wollte ich schon ganz früh wieder los, weil ich an die-sem Tag einen weiten Weg vor mir hatte, den ich per Bus oder Anhalter angehen wollte. Aber dieses Mädchen fesselte mich so, dass ich es plötzlich nicht mehr eilig hatte. Die Männer des Haues waren längst schon auf dem Feld. Eine ältere Frau und zwei kleine Mädchen hantierten in der Küche, kamen ab und zu an den Brunnen und gingen dann wieder. Ich fasste Mut, fragte sie nach ihrem Namen und auch sie erzählte alles. Ihr Name war Rabia, sie war nicht ganz 18 Jahre alt. Ich kam mir mit meinen 29 dagegen uralt vor. Obwohl sich alles in mir dagegen wehrte, gebot mir der Anstand, mich nun zu ver-abschieden. Ich wollte nicht noch hier sitzen, wenn die Männer zurückkamen, von denen ich mich ja schon am Abend verab-schiedet hatte. Schweren Herzens riss ich mich von Rabia los, gab ihr ein Visi-tenkärtchen von mir in die Hand, packte meinen Rucksack und ging, nicht ohne den obligatorischen kleinen Geldschein zu hin-terlassen, den man erwartete, wenn man die arabische Gast-freundschaft richtig kannte. Der Rest der Reise ist nicht weiter erwähnenswert, dachte ich doch immer nur an Rabia. Selbst das pulsierende Tanger, wo sich alle Nationalitäten der Welt bewegten und ich im Hostel zahlreiche interessante Bekannt-schaften machte, ließen mein Tramperherz nicht verzücken. Meine Gedanken kreisten nur noch um das bildhübsche orien-talische Mädchen in Ras Tabouda. Vierzehn Tage saß ich wieder an meinem Arbeitsplatz, hatte die Hoffnung von ihr zu hören schon fast aufgegeben, als mich eine Mail von Rabia erreichte. Ich war aufgeregt wie ein Teenie und hocherfreut zugleich. Sie schrieb mir, dass sie gerade an mich denken musste und dass sie nun in einem Internetcafé in Fez sitze und auf ein Lebenszeichen von mir warte. So begann unser regelmäßiger Kontakt. Wir schickten uns ge-genseitig Bilder und erzählten viel via Skype. Sie ging jeden Tag nach der Schule in das Café in der Neu-stadt, wo alles moderner und weltoffener war. Es gab sogar einen McDonald und dort hatten sie auch W-Lan. Ihre Freundin besaß ein Smartphone und ließ sie mit mir per WhatsApp kommunizieren, weil ihr Geld oft nicht für das Café reichte. Monatelang ging das so und ich verbrachte jede Mittagspause an meinem Arbeitsplatz mit meiner süßen Rabia. Meine Kolle-gen hielten mich schon für verrückt. Nein, ich war nicht ver-rückt, sondern nur unendlich verliebt. Irgendwann sagte sie, dass sie nun leider nicht mehr schreiben könne, weil ihre Eltern wollten, dass sie einen entfernt ver-wandten Lehrer aus Oujda heiraten sollte, den sie aber eigent-lich nicht wollte. Sie hatte aber keine andere Wahl, weil er eine stattliche Summe Brautgeld an ihren Vater bezahlt. Ich war außer mir. Zwar kannte ich die Bräuche in diesen Län-dern, dass aber jetzt gerade ich davon betroffen sein sollte, erschütterte mich zutiefst. Ich fragte sie spontan, ob sie mich heiraten würde, wenn ich mehr Brautgeld bieten würde und wenn sie es könnte. Sie sagte sofort zu und riet mir, einen Brief an ihren Vater zu schreiben. Sie klärte mich darüber auf, wie dieser Brief auszu-sehen hatte und dass er sehr höflich und auch etwas unterwür-fig sein sollte. Das tat ich dann auch. Zwei Tage formulierte ich an diesem Brief, der mein ganzes Leben verändern sollte, ließ ihn von einem algerischen Kollegen der ins Arabische überset-zen und schickte ihn per Eilpost nach Ras Tabouda. Mein alge-rischer Kollege staunte nicht schlecht über den formellen Hei-ratsantrag. Dennoch sprach er eine Warnung aus und erklärte mir, dass ich sehr vorsichtig sein müsse, besonders wenn es um Geldforderungen ging. Aber ich ignorierte es. Doch nicht meine Rabia, nein sicher nicht, sie liebte mich doch. Sehr schnell kam ein Brief von Rabias Vater zurück in dem stand, welche Papiere ich mitbringen sollte. Ich besorgte alles. Geburtsurkunden von mir und meinen Eltern, ein gültiges Ehe-fähigkeitszeugnis und eine Bescheinigung, dass ich deutscher Staatsbürger bin. Natürlich mussten alle Dokumente von einem staatlich Anerkannten Dolmetscher ins Arabische übersetzt werden. Mein Gott, was war ich euphorisch und verliebt. Von da an ging alles sehr schnell. Ihr Vater lud mich abermals nach Marokko ein. Ich nahm vierzehn Tage Urlaub und flog di-rekt nach Fez. Er holte mich am Flughafen ab und schon im Auto nach Ras Tabouda fing er an zu verhandeln. Letztendlich waren wir bei 20.000 Euro Brautgeld und ich willigte ein. Aller-dings, so sagte er, müsse ich auch unbedingt zum Islam kon-vertieren, sonst wäre eine Hochzeit nicht möglich. Auch das schien mir kein Problem. Ich wusste, ich würde für Rabia alles tun und wenn sie erstmal bei mir in Deutschland leben würde, wäre der Islam ohnehin nebensächlich. Das Wiedersehen mit Rabia war wunderschön. Sie strahlte mich an und ich wusste, dass sie jeden Cent wert war. Der Ge-danke, dass ich das Mädchen eben im Auto gekauft hatte, kam mir nicht. Wollte ich sie doch nur von einer Hochzeit mit einem Mann bewahren, den sie nicht wollte und der sie womöglich noch schlecht behandelte. In den nächsten Tagen regelten wir alles. Ich wurde in der Mo-schee zum Moslem, das war einfach. Ich musste ein paar Sprüche auswendig lernen und mich zu Allah und seinem Pro-pheten bekennen. Ein Papier bekam ich dafür nicht. Zugute kam mir, dass ich bereits als Kind beschnitten wurde, da ich damals eine Krankheit hatte. So konnte ich mir die schmerzli-che Zeremonie im Krankenhaus in Fez sparen und alle waren zufrieden. Auf der Gemeindeverwaltung erledigten wir den Papierkram, wobei mich mein „Schwiegervater“ immer begleitete und wo ausschließlich arabisch gesprochen wurde und der Beamte in Englisch übersetzte. Auch die Heiratsurkunde und der Ehever-trag, in dem das Brautgelt festgelegt wurde, waren in Arabisch verfasst. Eine Woche später war Rabia meine Frau – auf dem Papier. Die Hochzeitsfeier und der Vollzug der Ehe sollten stattfinden, wenn die Familienzusammenführung, die ich nun von Deutsch-land aus beantragen musste, geklappt hat, das Brautgeld in der Hand des Vaters war und die Ehe auch in Deutschland rechts-kräftig eingetragen wurde. Dann sollte ich kommen, die große Hochzeit feiern und Rabia mitnehmen. Gnädigerweise erlaubte man mir, meine junge schöne Frau zu küssen und in die Arme zu nehmen. Auch durfte ich mit ihr allein im Mondschein Hand in Hand spazieren gehen. Es war wunderschön, obwohl uns ihr jüngerer Bruder in zehn Meter Abstand auf Schritt und Tritt folg-te. Wieder in Deutschland, schicke ich das Brautgeld wie verein-bart via Postanweisung und brachte die Heiratsurkunde zum Übersetzer, um sie dann beim Standesamt einzureichen. Meine Eltern freuten sich sehr, dass wir Familienzuwachs bekommen sollten und meine Mutter fing schon an, meine Wohnung frau-engerecht herzurichten. Der Schreck war groß, als ich vier Tage später einen Anruf aus dem Übersetzungsbüro kam. Ich hatte keine Heiratsurkunde unterschrieben, sondern eine Schenkungsurkunde über 20.000 Euro. Hätte ich nur zuerst die Papiere übersetzen lassen und dann das Geld geschickt. Das hat man von seinem blinden Vertrauen. Was konnte ich tun? Rabia, die sich sonst immer gegen Mittag via Skype meldete, blieb stumm. Tagelang versuchte ich sie telefonisch zu erreichen. Keine Chance. Dann ermittelte ich die Nummer der Tankstelle, wo ihr Bruder arbeitete, der mich da-mals mitnahm. Ich konnte ihn erreichen und ihm sagen, dass ich diesen Betrug bei der Polizei anzeigen würde. Er lachte nur und fragte mich, ob ich ernsthaft geglaubt hätte, dass Rabia mich lieben würde. Die Konvertierung in der Moschee sei nur Show gewesen, um mich in Sicherheit zu wiegen. Der Imam war nicht echt, sondern nur ein Cousin, der mitgespielt hatte. Wörtlich sagte er, ich könne nun wieder Schweine fressen und Rabia vergessen. Eine Anzeige bei der dortigen Polizei brachte keinen Erfolg, weil ja diese Schenkungsurkunde existierte. Rabias Vater und ihre Brüder, sowie der Beamte bei der Gemeindeverwaltung in Ras Tabouda sagten aus, dass man mich über den Inhalt des Do-kuments sorgfältig aufgeklärt hätte, ehe ich es unterzeichnete. Die Akte wurde geschlossen. Seither unternehme ich keine Reisen mehr in islamische Län-der. Vor zwei Jahren begegnete ich dann in Frankfurt einer jun-gen Italienerin, sie ist nun meine Traum(ehe)frau. Über ein Marokko-Forum fand ich den Weg zu 1001Geschichte und finde großartig, was dort vollbracht wird.. Deshalb stelle ich gerne meine Story zur Warnung zur Verfügung. Männer, lasst Euch von hübschen Mandelaugen in islamischen Ländern nicht täuschen. Überprüft sorgfältig jedes Papier, lasst es überset-zen, bevor ihr etwas unterschreibt.


 


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