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> Belletristik > Vorsicht - bissige Frau!
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Belletristik
Buch Leseprobe Vorsicht - bissige Frau!, Elke de Witt
Elke de Witt

Vorsicht - bissige Frau!



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An dieser Stelle rastete Astrid, die die ganze Zeit um Fassung gerungen hatte, endgültig aus. „Wo ist dieser Brief?“, schrie sie ihre Freundin an. „Ich will diesen Brief sehen. Und dann zeige ich diesen Wüstling an. Damit mach ich dieses miese Schwein fertig!“
Sie solle sich beruhigen, meinte Ingrun. Vielleicht könne man das auch anders machen, ohne einen Skandal, der schließlich nicht nur diesen Mann außer Gefecht setzen, sondern auch Eva ihr Leben lang anhängen würde.
„Hast du den Brief noch? Das ist ein Beweisstück vor Gericht. Den brauchen wir.“
„Ich habe ihn Eva zurückgegeben. Es war ihr Brief.“
„Bist du verrückt?“
„Nein, ich glaube nicht, dass ich verrückt bin.“ Sie hielt Astrids wütendem Blick stand.
„Er hatte ihr die schriftliche Anweisung gegeben, diesen Brief sofort nach dem Lesen zu vernichten, weil er wusste, dass man ihn als Lehrer deswegen belangen konnte. Er musste ihn ihr wohl schreiben, weil sie bisher keine wirkliche, unbeobachtete Möglichkeit zum Reden hatten, weil er sich durch mich beobachtet fühlte und ihm die Sache zu heiß wurde. Er hat Eva wie eine Erwachsene um Diskretion gebeten. Eva hat mir wiederum so viel Vertrauen entgegengebracht und so viel Diskretion zugetraut, dass sie mir diesen Brief gezeigt hat. Ich habe ihn deshalb an sie zurückgegeben, ohne die Situation auszunutzen.“
„Das darf doch nicht wahr sein!“ Astrid konnte es wirklich nicht fassen.
„Doch, aber ich habe Eva gebeten, diesen Brief aufzubewahren und nicht zu verbrennen.“
„Und du glaubst im Ernst, das hat sie getan?“
„Ich nehme es an, denn es war Bestandteil des Vertrages, den ich mit ihr geschlossen habe“, sagte Ingrun nachdenklich. „Außerdem glaube ich kaum, dass sie so ohne weiteres einen Liebesbrief verbrennt, wenn er von jemand ist, für den auch sie etwas empfindet.“
„Ein Vertrag, sagtest du?“
„Ja. Ich habe ihr erklärt, dass sie mit ihrer Unschuld und ihrer Jugend diesen Mann total durcheinandergebracht hat und dass sie jetzt eine Verantwortung für ihn trägt.“
„So ein Quatsch! Blödsinnige, romantische Gefühlsduselei! – Eine Fünfzehnjährige übernimmt Verantwortung für ihren durchgeknallten liebeskranken Lehrer! Du musst übergeschnappt sein.“
„Vielleicht. Mein Vertrag mit Eva sieht so aus: Sie verwahrt den Brief dieses Mannes und ich sorge dafür, dass er eine Entscheidung trifft, zu der er stehen kann. Für Eva gibt es nur ein Entweder-Oder, sagt sie. Entweder dieser Mann sorgt dafür, dass er für sie frei ist, oder er kann ihr gestohlen bleiben.“
„Hast du ein Glück, dass meine Tochter so einfach gestrickt ist!“
Astrid konnte einfach nur noch zynisch sein.
„Ist sie nicht. Sie ist nur noch sehr jung, und ich bewundere sie für ihre Haltung. Alles oder Nichts. Wir beide sind aus dem Alter heraus, wo man noch so konsequent denken kann. Ich glaube, wenn sie da heil rauskommt, hat sie eine Lektion fürs Leben gelernt. Lass mich erst mal zu Ende erzählen!“
Astrid zwang sich zur Ruhe und hörte ihr zu.
„Dieser verliebte Trottel mit dem pubertären Rückfall hat es gut gemeint, und vielleicht meint er es sogar ehrlich. Dieses Schriftstück kompromittiert ihn durch und durch und würde ihn Kopf und Kragen kosten, wenn Eva es herausrückt.


Damit hat er nicht nur sich selbst, sondern auch Eva und mir größere Schwierigkeiten gemacht, als ihm in seiner Verwirrung jemals klar werden kann.“
„Was denn jetzt noch?“
„Er hat damit den Keil der Eifersucht, des Konkurrenzdenkens, zwischen mich und das Kind getrieben. Ich unterstelle ihm nicht mal, das mit Berechnung getan zu haben, um das Kind zu entfremden und Eva damit die Möglichkeit zu nehmen, sich mit jemand aussprechen zu können. Ich will zu seinen Gunsten einfach mal annehmen, dass er liebeskrank und deshalb ein bisschen dämlich ist.“
Astrid schüttelte wütend den Kopf, aber Ingrun redete ungerührt weiter.
„Ich beschloss, ihm eine letzte Chance zu geben, ungeschoren aus der Sache herauszukommen. Ich habe Eva gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, diesen Mann zu heiraten. Natürlich wusste ich inzwischen, dass das eine rein hypothetische Frage war, aber ich wollte dem Kind das Gefühl geben, dass es ernst genommen wurde. Eva sagte natürlich ‚JA‘, wie zu erwarten war. Darauf habe ich sie gefragt, ob sie denn auch bereit sei, einen offenen Kampf mit seiner Ehefrau einzugehen. Natürlich hat sie wieder ‚JA‘ gesagt.


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