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Belletristik
Buch Leseprobe Vom Tod begehrt, Amanda Frost
Amanda Frost

Vom Tod begehrt



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Prolog


 


Vor Tausenden von Jahren


 


Was hatte Gott sich nur dabei gedacht, eine Frau zu erschaffen?


Lou konnte es nicht nachvollziehen. Sie hatten so ein unbekümmertes Leben geführt. In einer Umgebung des Friedens und der Wonne. Glücklich in den Tag hineingelebt.


Doch seit Eva das Paradies betreten hatte, war nichts mehr wie zuvor. Sie nörgelte herum, wusste alles besser und vertrat die Meinung, dass sich die Herren der Schöpfung weder ausreichend pflegten noch ihre Unterkünfte sauber hielten.


Was für ein ausgemachter Blödsinn!


Jahrelang hatte in ihrer Männerwelt alles hervorragend funktioniert. Bis Gott auf die hirnrissige Idee gekommen war, ein Volk aufzubauen.


Lou rappelte sich aus seinem Liegestuhl hoch und schlenderte über den warmen weißen Sandstrand auf die Basthütte zu, in der sie ihre Lebensmittelvorräte aufbewahrten. Auf dem Weg passierte er einen Strauch süßlich duftender Orchideen. Ausgelassen wiegten sich ihre bunten Blüten im Wind. Schmunzelnd beobachtete Lou eine Schildkröte, die mit unbeholfenen Bewegungen in Richtung Ozean tappte. Dort angekommen stürzte sie sich in die tosende Brandung und paddelte mit ihren kleinen Flossen davon.


Er betrat die Hütte und griff nach einem Weinkrug. Prompt hielt er inne.


Was war das?


Neben den Schweinshaxen verweilte eine Schüssel mit Blättern. Argwöhnisch spähte er hinein.


In diesem Moment rauschte Eva herein. „Oh, ich sehe, du hast den Salat bereits entdeckt?“


„Salat?“ Lous Blicke hefteten sich auf Evas Körper, der lediglich von einem kurzen Kleidchen bedeckt wurde. Ihre Rundungen zeichneten sich unter dem dünnen Stoff deutlich ab.


Zugegeben, die Frau war schon der Hammer!


Bei ihrer Gestaltung hatte Gott sich selbst übertroffen. Die glatte Fünfzehn auf einer Skala von eins bis zehn. Leichtfüßig tänzelte sie auf ihn zu, wobei ihr hüftlanges blondes Haar seidig schimmerte. Bei jedem Schritt wippten ihre Brüste herausfordernd.


Sie beugte sich nach vorne und bemächtigte sich der Salatschüssel. Tief sog Lou Evas lieblichen Duft ein. Nur mit Müh und Not konnte er sich davon abhalten, diese Frau zu berühren.


Sie fixierte das Grünzeug. „Ja, es ist so barbarisch, sich immer von hilflosen Tieren zu ernähren. Daher habe ich etwas angepflanzt. Man kann es tatsächlich essen, und es ist genauso sättigend wie ein Wildschwein.“


Lou rümpfte die Nase. „Weiberkram“, murmelte er. Er schnappte sich eine Haxe, fuhr herum und suchte schleunigst das Weite.


Diese Frau trieb ihn in den Wahnsinn!


Und es ging dabei nicht nur um die Speisen, ihren Sauberkeitsfimmel oder ihre Abneigung gegen Alkohol. Vor allem bekam er die Vorstellung nicht mehr aus dem Kopf, wie es wohl wäre, über ihre herrlichen Brüste und ihre warmen weichen Schenkel zu streichen. Lou wollte seine Hände in Evas samtigem Haar vergraben und ihre sinnlichen Lippen küssen. Obgleich er keinerlei Erfahrung mit dem weiblichen Geschlecht hatte, ahnte er, dass es da zwischen Mann und Frau noch weitere aufregende Dinge geben musste.


Seit Wochen kämpfte er nun gegen seine Gefühle für Eva an. Denn Gott hatte Eva eigens für Adam erschaffen. Auch wenn ebendieser Adam eine Frau nicht einmal zu erkennen schien, wenn sie ihm in den Hintern biss. Falls das so weiterging, würde aus Gottes Wunschtraum, Nachkommen zu zeugen, nichts werden.


Jammerschade!


Denn manchmal konnte das Paradies schon ein wenig eintönig sein. Etwas Unterhaltung würde dem sicherlich keinen Abbruch tun. Aber Lou musste ehrlich zu sich selbst sein. Das, was er für Eva empfand, ging weit über rein körperliches Verlangen hinaus. Er war angetan von ihrem Lachen, ihrer Art, sich zu bewegen. Ihre sanfte Stimme, wenn sie ein Liedchen summte, bezauberte ihn. Obwohl sie ab und an nervte, hatte sie ihm heftig den Kopf verdreht. Doch leider war sie für ihn eine verbotene Frucht. Es sei denn …!


Da kam ihm eine Idee. Er musste einfach dafür Sorge tragen, dass Gott ihnen nicht auf die Schliche kam.


 


Stöhnend lag Eva auf dem Rücken und betrachtete den gut gebauten schwarzhaarigen Mann, der sich immer wieder tief in sie hineinschob. Lou war schon ein anderes Kaliber als dieser Langweiler von Adam. Sie liebte Lous hochgewachsenen, muskulösen Körper. Seine verschmitzte Art und Weise, sein klangvolles raues Lachen. Bei jeder Bewegung fielen ihm die schulterlangen Locken ins Gesicht. Einfach entzückend!


Seine großen schokoladenfarbenen Augen, die in Momenten der Leidenschaft fast schwarz wirkten, verliehen ihm eine verwegene Ausstrahlung, ließen ihn sogar ein wenig bedrohlich wirken. Er war durch und durch männlich, ein Draufgänger, wie er im Buche stand. Gottes Anweisung, sich von Eva fernzuhalten, hatte er schlichtweg ignoriert, was ihre Beziehung umso reizvoller machte.


„Lou“, flüsterte sie. „Das tut so gut. Hör ja nicht auf.“


Er lachte leise, was ihr eine wohlige Gänsehaut bescherte. „Als ob ich das könnte. Du bist der Wahnsinn.“


Mit ein paar kräftigen Stößen katapultierte er sie beide in den Himmel, entlockte ihr damit laute Schreie des Glücks.


„Ach, Lou“, seufzte sie, als sie später erschöpft aber zufrieden in seinen Armen lag. „Wie kann ich Gott nur klarmachen, dass ich keinerlei Interesse an Adam hege? Ich habe dieses Versteckspiel so satt. Ich will einzig und allein dich. Ich liebe dich, Lou!“


„Ich liebe dich auch, Eva.“


Diese Worte aus seinem Mund waren das Schönste, was sie sich vorstellen konnte.


Sanft schob er ihr eine blonde Haarsträhne aus dem Gesicht. „Aber dummerweise hat Gott dich für Adam erschaffen. Also weihe ihn besser nicht ein. Und obwohl ich es genieße, wenn du deine Lust herausschreist, solltest du vielleicht in Zukunft ein wenig zurückhaltender sein, denn so richtig schalldicht sind diese Basthütten nicht.“ Schmunzelnd küsste er sie auf den Mund.


Plötzlich flog die Tür der kleinen Hütte auf. Das gedämpfte Mondlicht deutete die Silhouette eines zierlichen Mannes an. Gott. Sein schlohweißes Haar tanzte im Nachtwind ungestüm um seinen Kopf herum. Eine Aura der Wut umgab ihn.


Lou und Eva schossen erschrocken auseinander.


„Es ist nicht das, wonach es aussieht!“, verkündete Eva schuldbewusst.


Gott gab ein knurrendes Geräusch von sich. Im Hintergrund setzte augenblicklich ein Donnergrollen ein. Grelle Blitze zuckten über den Horizont. „Wie bin ich nur auf die dämliche Idee gekommen, ein Weib zu erschaffen? Ich hätte mir ja denken können, dass das nichts als Ärger bedeutet“, grummelte er. Er wandte sich Eva zu. „Geh mir aus den Augen!“, forderte er sie mit beängstigend leiser Stimme auf.


Eva sprang unverzüglich auf, schlüpfte in ihr Kleid und huschte davon.


Gott richtete sein Augenmerk auf Lou. „Weißt du was, mein Freund? Ich habe jetzt endgültig die Nase voll von deinen Eskapaden. Du hältst dich an keine Regeln, setzt dich über alle Vorschriften hinweg und nimmst dir skrupellos, was du willst. Dir kann man genauso wenig trauen wie einer Schlange.


Du hast im Paradies einfach nichts verloren!


Wir beide werden ab sofort getrennte Wege gehen. Und bei der Gelegenheit reformiere ich gleich das Paradies: Ich unterteile es in den Himmel, die Hölle und die Erde. Auf der Erde werden die Menschen ihr armseliges Leben verbringen. Ein Test sozusagen, für ihre Zukunft. Danach werden die rechtschaffenen Leute bei mir im Himmel landen, wohingegen du fortan für alles Böse in der Verantwortung sein wirst.“


Er machte einen Schritt auf Lou zu. „Es ist dir untersagt, den Himmel zu betreten, und auf der Erde kannst du dich lediglich als unsichtbares, gestaltloses Wesen bewegen. Nur so ist gewährleistet, dass du nicht in den Lauf der Geschichte eingreifst oder weiteren Blödsinn verzapfst. Und was Eva betrifft …“ Er sinnierte kurz. „Vielleicht schicke ich sie hin und wieder auf die Erde, um die Menschheit ein wenig aufzumischen. Darin scheint sie ja durchaus begabt zu sein.“


Er sah Lou mit festem Blick an. „Von nun an bist du für alle Ewigkeit der Herrscher der Hölle! Dein Name wird symbolisch für alles Böse stehen.“


Er ballte eine Faust und hob sie gen Himmel.


„Ab sofort nennst du dich Luzifer!“


 


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