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> Belletristik > Vom Adel befreit
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Belletristik
Buch Leseprobe Vom Adel befreit, Michaela Jagis
Michaela Jagis

Vom Adel befreit


Liebesroman

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Seit ein paar Minuten hielt eine ungewohnte Unruhe die Gegend in ihrer Gewalt. Terry seufzte ergeben und ging nun doch einmal nachschauen, was die Leute der Wohnwagensiedlung dazu animierte. Die frischgespülte Vase, die sie in dem Augenblick, als sie durchs Fenster nach draußen schaute, abtrocknete, entglitt ihr und zerbarst auf dem grauen PVC Boden. Mit offenem Mund stierte sie durch das kleine Plexiglasfenster. Ihr Atem beschleunigte sich und sie spürte, wie ihre Wangen zu glühen begannen. „Das kann nicht sein“, murmelte sie vollkommen überwältigt und stakste mit steifem Gang zur Tür. Die Scherben der Vase knirschten unter ihren Pantoffeln. Erst als sie die Tür öffnete, kamen ihr das ausgeleierte übergroße Sweatshirt und die abgewetzte graue Jeans in den Sinn, in denen sie steckte. Doch nun war es zu spät für einen Rückzug. Er hatte sie bereits entdeckt und winkte. Terry schloss für einen Augenblick die Augen, um Kraft für ihren nächsten Schritt zu sammeln. Anschließend wischte sie sich die schweißnassen Handflächen an der Jeans ab und stieg die drei Metallstufen mit zittrigen Knien hinunter. Als wäre der Anblick von Frederic nicht bereits schlimm genug, drehten sich nun auch sämtliche Köpfe der Anwohner zu Terrys Wohnwagen um. „Wie im Märchen“, murmelte sie. Sie befand sich noch immer in einem Schwebezustand zwischen Freude und Furcht, einem Zustand zwischen Ergebenheit und Flucht. Sie schluckte schwer, schloss ein weiteres Mal die Augen, um sich zu sammeln und trat vor. Er schien doch nicht so arrogant und selbstherrlich zu sein, wie es anfangs schien. Hatte sie ihn falsch eingeschätzt? Abgesehen davon, sah er wirklich verdammt gut aus, das hatte sie bereits im Strip-Club erkannt. Sie hatte ihn jedoch für einen dieser versnobten Adligen gehalten, die meinten, mit Geld alles kaufen zu können. Das allerdings … das, was er hier abzog, ließ sie ihre Meinung ändern. Sie hatte sich entschieden. Tatsächlich fühlte sie sich wie in ein kaum an Kitsch zu übertreffendes Märchen hineinversetzt. Die Blicke der Menge ignorierend, den Fokus ausschließlich auf ihren Prinzen auf dem weißen Ross geheftet, setzte sie einen Fuß vor den anderen, um sich ihm zu nähern. Bis sie bei ihm war, hielt er die erhabene und unbesiegbar wirkende Haltung eines Ritters bei, doch dann beugte er sich zu ihr hinunter. „Holde Jungfr… oh … nicht zu weit aus dem Fenster …. ähm … vom Pferd lehnen.“ Er hielt kurz inne, um seinen Scherz wirken zu lassen. Auf Terrys Gesicht hatte er damit jedenfalls ein Lächeln zaubern können. Auch die anderen, die in unmittelbarer Nähe standen, kicherten. Gut, dachte Frederic, das hat schon mal funktioniert. Er räusperte sich und setzte erneut an: „Holde … Maid, darf ich Sie fragen, ob Sie gewillt sind, mich zu ehelichen?“ Das dauerhafte Gemurmel verstummte augenblicklich. Terry hielt den Atem an und starrte zu Frederic. Jemand stupste ihr gegen die Schulter. „Nun mach schon“, flüsterte der ältere Mann. „Lass dich von deinem Prinzen hier herausholen. Nicht jeder bekommt solch eine Chance.“ In einer abwesenden Bewegung nickte sie und schob seine verschmutzte Hand von ihrer Schulter. Frederic, dessen Blick in den dunkelblauen Augen aufgeregt flackerte, lehnte sich noch ein Stück weiter zu ihr hinunter und bot ihr seine Hand an. Zögerlich schob sie ihre in die seine und flüsterte: „Ja, ich will.“


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