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Belletristik
Buch Leseprobe verliebt, verhext, verunsichert, Anouk Ferez
Anouk Ferez

verliebt, verhext, verunsichert


1. Teil

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TEIL 1: verliebt, verhext, verunsichert : für Mädchen 12-15 J


Auszug aus dem ersten Kapitel (vor dem großen Aufbruch von Urur-Eveh nach Trier)


 


Rote Flammen mit bläulichen Spitzen zuckten wie tanzende Dämonen unter dem großen Kupferkessel.  Er hing an einer schweren Kette und schien den halben Raum einzunehmen. Über ihm klaffte ein rußgeschwärzter Kamin, auf dessen Sims sich unzählige Tonschalen befanden. Linker Hand, auf einem schmiedeeisernen Regal, standen mehrere bizarre Glasgefäße sorgfältig aufgereiht.


Dann und wann streifte das Licht des lodernden Feuers eine der angestaubten Karaffen, deren trüber Inhalt im Widerschein der tanzenden Flammen silbrig aufleuchtete. Fast so silbrig wie die Haare des ansonsten unscheinbaren Reisigbesens, der in einer dunklen Nische neben dem Kamin lehnte.


In der Abenddämmerung, die durch das windschiefe Fenster geschlüpft war, mochte der Anblick dieses Raumes manch außenstehenden Betrachter in Erstaunen versetzen  – nicht aber Neroli! Sie rührte eifrig mit einem Holzlöffel in dem großen Kupferkessel herum, dessen Inhalt heftig brodelte. Bunte Schwaden stiegen zu der niedrigen Zimmerdecke auf. Hin und wieder nahmen die Wölkchen die Gestalt klitzekleiner  Gnome an, die versuchten, sich am Kamin vorbei zu mogeln und in die Mitte der großen Wohnküche vorzudringen.


In Sekundenschnelle ließ Neroli den Rührlöffel los und versuchte, die kleinen Ausreißer zu packen. Dies war jedoch alles andere als ein einfaches Unterfangen: Eben noch eine kompakte Schwade in Zwergengestalt, nahmen die bunten Gesellen im Handumdrehen die Form einer Schlange an. Mit diesem Trick  entzogen sie sich dem Griff des Mädchens schneller, als sie auch nur hätte pieps sagen können.


„Heda, hinaus mit dir – aber flugs!“, rief Neroli. Der Dampfgnom verzog sein Gesicht zu einer hässlichen Fratze, was den Ärger des Mädchens nur noch mehr entfachte.


„Hörst du nicht? Treib draußen deine Possen!“, rief sie und schielte verstolen auf einen vergilbten Zettel, der am Kaminsims klebte. „Ahrimaa bathini-err! An’anasha!“


Dann streckte sie ihren rechten Arm aus. Mit dem Zeigefinger dirigierte sie einen zerzausten Wedel aus Straußenfeder, der bis zu diesem Zeitpunkt an einem Hocker gelehnt hatte, in die Mitte des Raumes. Dort entwickelte er ein Eigenleben und trieb im Handumdrehen die  Dampfgnome in Richtung Kamin. Unterdessen widmete sich Neroli in aller Seelenruhe wieder ihren Kochkünsten – ganz so, als seien die Vorgänge um sie herum das normalste von der Welt.


„Bravo!“, rief Myrveen ihrer Tochter aus der gegenüberliegenden Ecke des Raumes zu, wo sie damit beschäftigt war, einen Berg Stinkwurzzwiebeln in feine Ringe zu schneiden. „Mädchen, du machst dich!“ In ihrer Stimme lagen echte Freude und Stolz.  „Wenn du den Spruch jetzt auch noch auswendig könntest...“


 


[...]




Auszug aus dem 9. Kapitel ( Szene auf dem Schulhof)


Eine Gestalt  löste sich von der Gruppe und trat hinter der schönen Schwarzhaarigen hervor. Neroli zog die Brauen zusammen und blinzelte gegen sie Sonne. Viel zu groß für ein Mädchen. Ihre Augen tränten, sie blinzelte. Das Bild wurde klarer. Ein Junge…mit einem merkwürdigen Kopfputz. Dieses Ding hatte sie im Unterricht schon bemerkt. Ja, so ein eigenartiges Hütchen mit langem Vordach. So etwas drolliges hatte sie schon bei einigen anderen Jungs gesehen. Auch Darol hatte sich kürzlich so ein Dingsda zugelegt. Sehr praktisch, hatte er gesagt, diese … Kappen.


Na also, es ging doch! Es brauchte zwar ein Weilchen, bis ihr die neuen Bezeichnungen in den Kopf purzelten, doch das würde schon werden.


Eingehend beobachtete Neroli den Jungen. Irgendetwas an ihm kam ihr vertraut vor. Kein Wunder, sie hatte ihn ja heute bereits mehrfach gesehen. Aber … das war es nicht. Da war noch etwas an ihm. Wenn sie ihre Augen über ihn schweifen ließ, spürte sie eine bisher unbekannte Regung tief in ihrem Inneren.


Während sie ihren Kopf zermarterte und ihn dabei ungeniert fixierte, trat der Junge auf sie zu. Seine Hände steckten in den Taschen seiner knielangen, ausgebeulten Beinkleider. Hosen. Es heißt Hosen, dachte Neroli mit einer gewissen Befriedigung. Es ging wirklich von Mal zu Mal schneller.


Ob er sie ansprach? Ihr Herz klopfte bis zum Hals.


 


*


 


„Seid mir gegrüßt, holde Maid!“ Josh grinste und verbeugte sich zum mittelalterlichen Gruß. Noch während er mit der Rechten ein paar Kreise in der Luft beschrieb, wie er es einmal in einem alten Streifen über das höfische Leben gesehen hatte, kam er sich unsagbar dumm vor. Rasch richtete er sich auf und warf einen prüfenden Blick zu Vivian herüber. Hoffentlich hatte sein kleiner Auftritt bei ihr die gewünschte Wirkung erzielt!


Sie bedachte ihn mit einem Gewinnerlächeln, warf den hübschen Kopf in den Nacken und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. Wie herrlich es in der Sonne schimmerte – nachtschwarz und glänzend. Bei diesem Anblick schoss ihm sein Lieblingslied durch den Kopf: Paint it black… Ein weiterer Tag, an dem ihn diese Melodie bis zum Einschlafen verfolgen würde.


Josh riss seinen Blick mit aller Kraft von Vivian los und linste zu der Neuen herüber. Wie sie ihn anstarrte! Von Verlegenheit keine Spur. Oh Mann, war die dickhäutig. Dann konnte er gut noch einen obendrauf setzten – Vivi schien es jedenfalls zu gefallen.


 „Edle Dame, wo ist Euer Geleit?“ Josh spähte übertrieben in alle Richtungen. „Seht, sie sitzt umringt von Bewunderern“, richtete er sein Wort an die drei Mädchen, „die da heißen „Null“, „Keiner“ und „Niemand!“


Dass dieser flache Witz so ein Reißer war, hätte er nicht gedacht. Lara, die ohnehin zu übertriebenen Handlungen neigte, bog sich förmlich vor Lachen und Vivian hatte ihre helle Freunde an dem fragenden Gesichtsausdruck der Neuen. Er wollte gerade zu einer neuen Spott-Tirade anheben, als Finjas Haltung ihn innehalten ließ. Das Mädchen lächelte zwar, doch war dies kein fröhliches Lächeln. Er wirkte aufgesetzt. Verhalten. Pflichtbewusst. Wieso? Sie war doch sonst immer locker. Josh konnte sich keinen Reim auf ihr merkwürdiges Verhalten machen. Bis sein Blick auf Neles rundes, weiches Gesicht fiel. Es wurde von zwei riesigen, melancholischen Augen beherrscht, die sich langsam aber sicher mit Tränen füllten. Doch es war nicht dieser Umstand allein, der ihn  innehalten ließ. Irgendetwas an den vollen Wangen und den herzförmigen Lippen kam ihm aller Logik zum Trotz bekannt vor.


Trotz seines einschlagenden Erfolges bei Vivi und Lara, die sich noch immer köstlich amüsierten, fühlte Josh sich plötzlich unwohl. Er verschluckte die Worte, die ihm bereits auf der Zunge lagen, und machte einen großen Schritt zurück.


„Ist die Holde denn auch ausreichend gewandet? Immerhin sitzet sie auf der Sonne Kehrseite?“ Lara kicherte schrill über ihren eigenen Scherz.


„Heda, Jungfer Nele, frieret Ihr gar in Euren dünnen Röcken? Ich könnt Euch gar wohl ein Umschlagtuch meiner Großmutter leihen!“ Vivian schüttete sich aus vor Lachen und klatschte die anderen beiden Mädchen ab. Ihr glockenhelle Stimme überschlug sich förmlich als sie hinzufügte: „Das müsste Euch gar trefflich stehen und Ihr fändet mit Sicherheit großen Gefallen daran! Die alte Dame leidet nämlich an derselben Irrung des guten Geschmackes wie Ihr!“


Hatte Vivian das nötig? Josh verspürte plötzlich so etwas wie Mitleid. Er fühlte für das merkwürdige Mädchen, das eingesunken auf seiner Bank im Schatten saß. Warum tat Vivian ihr das an, warum malträtierte sie die Neue so? Wollte sie Grenzen abstecken? Das war doch eigentlich unter ihrer Würde! Ein Mädchen wie sie, da war Josh sich vollkommen sicher, musste kein Revier abstecken. Vivian hinterließ schließlich automatisch eine Wirkung – und zwar wo immer sie auftrat.


„Willst du unserer neuen Gefährtin  nicht auch mit Rat und Tat zur Seite stehen, Finja?“ Vivian stieß der Freundin, die direkt neben Josh stand, ziemlich unsanft einen Ellenbogen in die Seite.


 


ES GIBT 4 BÄNDE DER NEROLI-SERIE:


Teil 1: verliebt, verhext, verunsichert


Teil 2: verliebt, verhext, verzaubert


Teil 3: verliebt, verhext, verdammt noch mal


Teil4: verliebt, verhext, verdammt glücklich


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