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> Belletristik > verliebt verhext verdammt glücklich
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Belletristik
Buch Leseprobe verliebt verhext verdammt glücklich, Anouk Ferez
Anouk Ferez

verliebt verhext verdammt glücklich


Teil 4

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Enthusiastisch pfefferte Neroli ihre Zahnbürste, ein paar Handtücher und eine Haarbürste in den großen Lederbeutel. Dieser erinnerte sie zwar stark an ihr altes Leben in Ururh-Eveh, aber sie konnte sich einfach nicht von ihm trennen. Lydate hatte ihn einst handgefertigt und Neroli hütete ihn noch immer wie einen Schatz. Anders verhielt es sich mit ihrem langen, gerüschten Nachtgewand, das sie nur zu gerne gegen einen modernen Pyjama eingetauscht hätte...  Egal. Finja würde sie wegen dieses altbackenen Nachthemdes  schon nicht gleich aus ihrem Zimmer verbannen. Und auch nicht mehr  auslachen. Schließlich wusste sie ja inzwischen, dass derlei  Kleidungsstücke nicht auf  Nerolis schlechtem Geschmack, sondern auf ihrer Herkunft beruhten.


Mit sich und der Welt zufrieden fuhr sich Neroli durch ihr hüftlanges, dunkelbraun gefärbtes Haar, das leider noch immer diesen verräterischen Grünstich aufwies. Nicht mal Finjas Spezialspülung aus Kastanie, Walnussschale und Henna war es gelungen, den störenden grasfarbenen Unterton zu beseitigen. Mit Schwung schmiss Neroli eine Bürste und eine paar Hornkämme zuoberst und versuchte, die Schnalle über dem prall gefüllten  Lederbeutel zu schließen. Jetzt konnte das Wochenende kommen! Und dann würde sie endlich Klarheit haben. Neroli seufzte erleichtert  angesichts der bevorstehenden drei Tage. Alles würde wieder gut  …


Dass Mutter und Vater heute Mittag zum Blocksberg aufgebrochen waren, barg für Neroli


nicht nur den Vorteil, dass sie bei Finja übernachten und ihr wegen des verschwundenen Zauberstabes auf den Zahn fühlen konnte. Nein, darüber hinaus würde der Wochenendtrip der Eltern auch das Familienleben sichern. Es ging gar nicht anders, als dass die beiden dort, wo einst alles begonnen hatte, ihre Ehe kitteten. Was sie natürlich noch nicht wussten. Neroli blickte auf die Uhr und lächelte. Myrveen und Medumir waren sicher noch unterwegs und in dem Glauben, an einem mehrtägigen Hexen- und Magier Konvent teilzunehmen. Nun, unverhofft kommt eben oft …


Diese Erfahrung hatte Neroli auch gemacht. Finja schien kein bisschen nervös, als Neroli ihr den Vorschlag eines gemeinsamen Wochenendes gemacht hatte. Im Gegenteil, sie schien sich wirklich zu freuen. War sie am Ende eine dieser hartgesottenen Personen, die Begriffe wie Treue, Ehrlichkeit und Freundschaft ein wenig dehnten? Und zwar in eine Richtung, die ihnen gerade passte? Oder hatte sie vielleicht gar nicht verstanden, was sie da angerichtet hatte?


Neroli hatte jedenfalls ein flaues Gefühl im Magen, als sie mit vollgepacktem Ledersack die  schmale Auffahrt zu Familie Fechners Bungalow entlang marschierte.


Darol war bei seinem Freund Jo untergekommen. Alles war also in bester Ordnung, fand Myrveen, die zeitgleich neben Medumir auf dem Beifahrersitz hockte und  die immer wieder mit feuchten Handflächen über ihre Einladungskarte strich. Diese war mit magischer Tinte geschrieben und trug sogar das Siegel mit dem brennenden Drudenfuß. Wie hätte sie auch ahnen können, dass beide Kinder eine volle Nacht auf dem Dachboden verbracht hatten, um dieses Täuschungsmanöver auszuhecken und in die Tat umzusetzen?!


Neroli war selbst erstaunt ob ihrer kriminellen Energien (das geheiligte Sigel zu reproduzieren war nun mal kein Pappenstiel!), rechtfertigte ihre Aktion jedoch mit dem hohen Ziel, das dahinter stand: Immerhin bezweckte sie nichts Geringeres als das heilige Bündnis der Ehe ihrer Eltern vor dem Zerfall zu retten!


Finjas Eltern waren genau das, was Neroli inzwischen ›cool‹ (und nicht mehr ›löblich‹ oder  ›erquicklich‹ !) nannte. Nach einer kurzen Begrüßung überließen sie die Mädchen vollkommen sich selbst. Nicht mal am familiären Abendessentisch mussten sie sitzen, denn Frau Fechner war so nett, ihrem Besuch ein Tablett mit Limo,  Gemüsesticks und Wurststullen herzurichten.


Nur zu gerne verdrückten sich die Mädchen nach oben: die eine, um ungestört über ihre Erlebnisse mit Nico auf dem Dach zu quatschen, die andere, um sich ein wahres Bild vom Tathergang sowie den Hintergründen für den Diebstahl des Zauberstabes zu verschaffen.


Als beide Mädchen schließlich in den Betten lagen, fragte Finja: „Meinst du nicht auch, dass er zumindest eine Spur in mich verliebt ist?“


„Wer?“ fragte Neroli geistesabwesend.


„Na Nico!“ Finjas Stimme klang empört. „Hast du mir überhaupt zugehört? Wo bist du mit deinen Gedanken? Beim Theaterstück? Bei Josh? Bei Torben?“


Schön wär’s, dachte Neroli. Innerlich ergänzte sie Finjas Liste: bei meinem Zauberstab. Stattdessen antwortete sie so unbefangen wie möglich: „Natürlich hat Nico einen Narren an dir gefressen."


„Du meinst wohl: er steht auf mich!“, verbesserte Finja Nerolis verstaubtes Deutsch. „Nicht wahr?", fragte sie nun eine ganze Ecke besser gelaunt. "Hätte er mich sonst gefragt, ob, wann und wie wir uns wiedersehen?“


Aber erst im zweiten Anlauf, dachte Neroli, nachdem ich Magie eingesetzt habe. Plötzlich durchfuhr es sie heiß und kalt zugleich: Himmel, ob das nicht der Auslöser für Finja gewesen sein könnte, meinen Zauberstab zu nehmen? Wollte sie sich am Ende mit einem Liebes-Hex  an Nico versuchen? Alles, bloß das nicht! Wenn ich da an Josh zurückdenke  …


Neroli fühlte sich hundeelend. Sie musste unbedingt Licht in das Dunkel bringen. Je schneller sich diese schreckliche Angelegenheit aufklärte, desto besser. Die Ungewissheit stand wie eine unsichtbare Wand zwischen Finja und ihr und es würde sicher nicht lange dauern, bis die Situation unerträglich wurde.


 


Tiefe, lange Atemzüge zeugten davon, dass Finja eingeschlafen war. Geschmeidig wie eine Katze glitt Neroli von der wackeligen Gästeliege. Jetzt bloß kein Geräusch verursachen!


Der Mond stand groß und rund vor dem Fenster, das zum Garten hinauszeigte. Fast eine perfekte Kugel, befand Neroli.


 


Mit gerunzelter Stirn ließ sie ihren Blick über den in zarte Nebelgespinste gehüllten Himmelskörper gleiten, von dem ihr Zauberstab seine Macht bezog. Wenn sie ihn nur gestern Nacht bei sich gehabt hätte, zum Wiederaufladen. Vermaled … verdammter Mist! Wenn sie sich nicht gänzlich täuschte, war das Energielevel ihrer Haselrute bereits vor der Anwendung von Turbo-Text besorgniserregend niedrig gewesen. Und den einzigen Tag im ganzen Monat, an dem sie ihren Zauberstab von der Macht des Mondes neu  hätte beseelen lassen können, würde sie nun wegen des Diebstahls verpassen...


 


***


 


ES GIBT 4 BÄNDE DER NEROLI-SERIE:


Teil 1: verliebt, verhext, verunsichert


Teil 2: verliebt, verhext, verzaubert


Teil 3: verliebt, verhext, verdammt noch mal


Teil4: verliebt, verhext, verdammt glücklich


 


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