Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern



Kategorien
> Belletristik > The Connection 3
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Belletristik
Buch Leseprobe The Connection 3, Amanda Frost
Amanda Frost

The Connection 3


Love & Revenge

Bewertung:
(23)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
125
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
Amazon
Drucken Empfehlen


Cole


 


Rücklings schubse ich die brünette Schönheit namens Hannah auf mein modernes Boxspringbett. Ihr kurzer roter Rock rutscht dabei nach oben und gewährt mir einen Blick auf endlose Beine, deren Perfektion durch verführerische schwarze Strumpfhalter abgerundet werden. Kurzzeitig stockt mir bei diesem aufreizenden Anblick der Atem.


Die Kleine, die ich vor einigen Stunden in einer pulsierenden Bar in Washington, D.C., kennengelernt habe, ist derart heiß, dass ich Gefahr laufe, mich an ihrer Leidenschaft zu verbrennen. Nachdem sie den ganzen Abend über unverhohlen mit mir geflirtet hat, knistert die Luft förmlich zwischen uns. Folglich kann ich es kaum erwarten, Hannah endlich nackt unter mir zu spüren.


Achtlos lasse ich mein Jackett von den Schultern gleiten und werfe es über eine Stuhllehne. Danach greife ich mit beiden Händen nach dem Saum meines weißen Hemdes und ziehe es mir mit einer fließenden Bewegung über den Kopf, bevor es federleicht zu Boden segelt.


Die junge Frau mustert mich unterdessen interessiert. Ihr Blick fliegt über meinen durchtrainierten Oberkörper mit den geometrischen Tattoos hinweg, ehe sich ihre Augen auf meinen Schritt heften.


Meine Erregung ist nicht zu übersehen, denn ich bin hart, seitdem ich Hannah in dem kleinen Fahrstuhl, der direkt in mein Apartment fährt, gegen die verspiegelte Wand gedrückt und geküsst habe.


Lasziv leckt sie sich über die Lippen und spreizt die Beine um ein weiteres Stück, sodass ich jetzt einen eleganten schwarzen Spitzenslip bewundern darf.


Die Lady stellt eine einzige Herausforderung dar, die ich nur zu gerne annehmen werde. Demzufolge gehe ich einen Schritt auf das Bett zu, knie mich zwischen ihre Schenkel und beuge mich über die nach süßlichem Parfum duftende Frau. Nachdem ich ihr tief in die lustvoll funkelnden Augen geblickt habe, küsse ich sie auf ihren dunkelrot geschminkten Mund, wobei mich ein elektrischer Impuls zu durchfahren scheint.


Während Hannah mit einer Hand meinen Nacken umfasst und ihre Finger in meinen schulterlangen dunklen Locken vergräbt, presst sie ihre samtig weichen Lippen fest gegen meine. Rasch versinken wir in einem leidenschaftlichen Kuss, der den Eindruck vermittelt, die Zeit würde vorübergehend stillstehen.


Mein Verlangen steigert sich weiter, weswegen ich schon bald mit einer Hand die Knöpfe von Hannahs Bluse öffne. Nachdem der Stoff vor ihrem Körper auseinandergefallen ist, streiche ich mit den Fingerspitzen über ihre prallen Brüste in dem durchsichtigen BH. Die modernen Deckenleuchten meines Schlafzimmers werfen kleine Lichtflecken auf ihre makellose Haut und lassen sie wirken wie ein kunstvolles Gemälde.


Sie keucht auf. „Ja, Cole“, haucht sie mit dunkler Stimme. „Nun komm schon, ich will dich!“


Ich schmunzle. „Geduld scheint nicht deine Stärke zu sein.“ Spielerisch beiße ich ihr in die Unterlippe, ehe ich mich ihren Hals hinabküsse. Unterdessen schiebe ich ihr die Bluse mitsamt BH-Trägern über die Schultern herab und lege ihre Brüste frei.


In Ekstase lässt sie den Kopf in den Nacken fallen, wobei ein leises Lachen über ihre Lippen perlt. „Ertappt! Wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir die Bar schon viel früher verlassen.“


„Ich finde, die kleine Verzögerung hat die Faszination des Ganzen gesteigert.“


Sie zieht die Augenbrauen hoch. „Ich wusste doch gleich, dass du anders bist als die meisten Männer, die jegliches Vorspiel für überflüssig halten.“


„Damit könntest du richtig liegen.“


Hannah verfügt über geile Rundungen und obwohl ich in der Tat ein Genussmensch bin, für den eine schnelle Nummer nur selten die wahre Erfüllung darstellt, drückt meine Hose inzwischen schmerzhaft gegen meine Erektion. Ich denke, ich sollte es heute nicht allzu lange hinauszögern.


Begierig sauge ich einen ihrer harten Nippel in den Mund, was Hannah ein unkontrolliertes Stöhnen entlockt. Als ich nach ihrem Rock greife, um ihn über ihr Becken hinabzuschieben, durchdringt jedoch ein penetranter Piepton den Raum, der mich erschrocken in der Bewegung innehalten lässt.


Unterdrückt fluchend lasse ich von Hannah ab und erhebe mich. Anschließend schnappe ich mein Jackett, in dessen Innentasche sich der Verursacher des Lärms befindet, und marschiere nach draußen.


Ich durchquere einen in hellen Farben gehaltenen Flur und betrete danach ein weitläufiges Wohnzimmer, das mit eleganten Möbeln ausgestattet ist. Bodentiefe Fenster gewähren einen spektakulären Blick über die amerikanische Hauptstadt.


Unterdessen greife ich nach meinem Smartphone und schalte den schrillen Alarmton der Connection aus, der nur in Notfällen aktiviert wird. Prompt erscheint eine Meldung auf dem Display, die mich darüber informiert, dass die Computer des Weißen Hauses gehackt worden sind.


Fassungslos schließe ich für eine Sekunde die Augen.


Darf das wahr sein?


Es ist mir nicht nur ein Rätsel, wie jemand in eins der sichersten Computersysteme der Welt eindringen konnte, nein, ich habe obendrein keine Ahnung, was ich jetzt mit der heißen Braut in meinem Bett anfangen soll.


Was für ein mieses Timing!


Frustriert wähle ich über mein Telefon die Nummer des amerikanischen Präsidenten, der sich keine Sekunde später meldet. Mit ein wenig Glück handelt es sich ja um ein Missverständnis.


„John, was ist geschehen?“, erkundige ich mich.


Er seufzt. „Wenn ich das nur selbst wüsste. Irgendjemand scheint sich in die Rechner des Weißen Hauses eingehackt zu haben. Die NSA ist bereits involviert. Es würde mich aber beruhigen, wenn du dich der Sache annehmen würdest. Du arbeitest zielorientierter als diese Bürokraten.“


„Das werde ich selbstverständlich tun. Glücklicherweise halte ich mich gerade in meinem Apartment in D.C. auf. Am besten ich logge mich von hier aus ein, so gewinnen wir wertvolle Zeit.“


„Einverstanden. Und danke für deine Unterstützung“, höre ich noch seine Antwort, ehe ich das Gespräch beende.


Mit großen Schritten eile ich ins Schlafzimmer zurück, in dem sich Hannah mittlerweile aller Klamotten entledigt hat. Der Anblick der nackten Frau ist verführerisch, doch momentan geht es um weitaus Wichtigeres als körperliche Befriedigung. In einer Welt, in der der Frieden ohnehin zerbrechlich ist, können wir keine weiteren Bedrohungen oder Spannungen benötigen.


„Hannah, es tut mir leid, wir haben einen Notfall in der Firma. Du musst gehen!“ Ich klaube mein Hemd vom Boden auf und werfe es mir über.


Ungläubig blickt sie mich aus großen Augen an. „Aber kann ich denn nicht hier warten?“


Ich schüttle den Kopf. „Nein, es könnte sich zu einer längeren Angelegenheit entwickeln. Bitte zieh dich an. Wenn du mir deine Telefonnummer gibst, melde ich mich bei dir, sobald wir das Problem gelöst haben.“


Sie setzt einen Schmollmund auf. „Echt jetzt? Du wirfst mich einfach so raus?“


Als ich nicht widerspreche, rappelt sie sich gemächlich in eine sitzende Position auf, wobei sie den Rücken durchdrückt, um mir einen reizvollen Blick auf ihre prallen Brüste zu gewähren.


Die Kleine arbeitet wirklich mit allen Tricks, was leider vergebliche Liebesmüh ist, denn mein Hirn wird längst nicht mehr von Hormonen, sondern von ungelösten Fragen geflutet.


Ich möchte wissen, wem es gelungen ist, alle Abwehrmechanismen und Sicherheitssysteme der Rechner des Weißen Hauses zu durchdringen. Der Hacker muss ein wahres Genie sein, dessen Identität ich unbedingt herausfinden will.


„Würdest du dich bitte beeilen!“, fordere ich Hannah ungeduldig auf, die nach wie vor alle Zeit der Welt zu haben scheint.


„Mann, du bist so ein Arsch!“, wütet sie los. Springt dann aber auf und sammelt ihre Klamotten zusammen.


Sie schlüpft in die Unterwäsche, wirft sich die Bluse über und steigt anschließend in ihren Rock. Während sie noch die Knöpfe über ihren Brüsten schließt, stapft sie wutentbrannt an mir vorbei. Im Flur hebt sie ihre kurze Lederjacke vom Boden auf, die sie zuvor dort hat fallen lassen.


„Ruf mich besser nicht an!“, brummt sie, nachdem sie in ihre High Heels gestiegen ist und sich mit wogenden Hüften auf den Fahrstuhl meines Apartments zubewegt.


Erleichtert atme ich aus, als sich die Aufzugstür hinter ihr geschlossen hat.


Die Absätze meiner Schuhe klacken auf dem Marmorboden, als ich in mein Arbeitszimmer eile, das mit den vielen Laptops, Bildschirmen und Druckern wie ein Technologiemuseum wirkt. Ich falle auf einen der Bürostühle und fahre meinen leistungsstärksten und schnellsten PC hoch. Ein paar meiner schulterlangen dunklen Haarsträhnen sind mir seitlich ins Gesicht gefallen, daher schiebe ich sie mir mit einer Hand von der Wange und klemme sie mir hinters Ohr.


Ich kann es kaum erwarten, mich in die Rechensysteme des Weißen Hauses einzuloggen, was gelinde gesagt einer der größten digitalen Herausforderungen gleichkommt, die ich kenne. Für die Daten und Dokumente, die darin abgespeichert sind, würde so mancher Politiker oder Feind der Vereinigten Staaten töten, denn hier bündeln sich Zukunftspläne, Strategien, Informationen über vergangene und kommende Krisen sowie unzählige Geheimnisse, die niemals an die Öffentlichkeit gelangen dürfen, da sie das Leben vieler Menschen unwiederbringlich verändern würden.


Dass es wirklich jemandem gelungen ist, dieses virtuelle Territorium zu betreten, kann ich immer noch nicht so recht fassen. Niemand dürfte das Know-how haben, sich Zutritt zu diesen Systemen zu verschaffen.


Ich leite eine der größten IT-Firmen der Welt namens Kryonex und selbst mir wäre der Zugang zu den Computern des Weißen Hauses verwehrt, würde ich nicht der Connection angehören. Eine Organisation - bestehend aus mehreren engagierten und vertrauenswürdigen Mitarbeitern - die der amerikanische Präsident John Boyd vor gut zwei Jahren ins Leben gerufen hat. In Bedrohungslagen handeln wir unbürokratischer und diskreter als die staatlichen Stellen. Zudem muss kein gigantischer Verwaltungsapparat in Gang gesetzt werden. Das spart in gefährlichen Situationen kostbare Zeit und erregt keinerlei unerwünschte Aufmerksamkeit.


Kein Außenstehender ist über diese Gruppe informiert und unsere Existenz darf niemals bekannt werden, denn das würde den Präsidenten zu Fall bringen. Bisher konnten wir schon mehrere Erfolge verbuchen, an denen sich die Geheimdienste höchstwahrscheinlich die Zähne ausgebissen hätten. Zudem sind wir bestrebt, nur im äußersten Notfall Menschenleben aufs Spiel zu setzen, was uns bislang weitestgehend gelungen ist. Und da John Boyds zweiter Amtszeit nichts im Wege zu stehen scheint, werden wir auch zukünftig unermüdlich daran arbeiten, das Leben in unserem schönen Land sicherer zu gestalten.


Der Präsident beabsichtigte anfänglich, mir für meinen Einsatz ein großzügiges Gehalt zu zahlen. Da ich mit meiner Firma jedoch mehr verdiene, als ich jemals ausgeben kann, habe ich dieses Angebot dankend abgelehnt. Es ist für mich eine große Ehre, diesem elitären Kreis anzugehören. Kein Geld der Welt könnte den nicht zu unterschätzenden Vorteil, den mir diese Verbindung bringt, jemals aufwiegen.


Das Emblem des Weißen Hauses, das auf meinem Bildschirm erscheint, reißt mich aus meinen Gedanken. Ich benötige mehrere Passwörter sowie einen Gesichtserkennungsscan, um mich anzumelden.


Blitzschnell fliegen meine Finger dabei über die Tastatur.


Hier bin ich in meinem Element.


Die Welt der Bits und Bytes, Systeme und Algorithmen fasziniert mich seit meiner Kindheit und ich habe meine Expertise über die Jahre hinweg perfektioniert. Nur wenige Menschen können mir in puncto IT das Wasser reichen.


Nachdem ich mich in die Rechner des Weißen Hauses eingeloggt habe, stelle ich fest, dass die meisten Daten noch vorhanden zu sein scheinen und die Software intakt ist.


Erleichtert atme ich aus, denn ich habe schon Hackerangriffe erlebt, nach denen alle Datenbanken leer geräumt oder gelöscht waren.


Einzig anhand von Fehlermeldungen und Codes bemerke ich, dass sich tatsächlich jemand Unbefugtes im System aufhält. Die Sicherheitsprotokolle wurden verändert und mehrere illegale Downloads ausgeführt, wobei unser Eindringling vorwiegend an älteren Vorgängen interessiert zu sein scheint. Wer auch immer hier am Werk ist, durchsucht die politische Vergangenheit der Vereinigten Staaten.


Leider kann ich auf die Schnelle nicht einschätzen, ob das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist. Aber eine Sache ist mir bewusst, ich muss diesen Hacker ausfindig machen, ehe er Schlimmeres anrichten kann. Daher hefte ich mich an seine Fersen und folge seinem digitalen Fußabdruck ähnlich einer wärmegesteuerten Rakete.


Unablässig unternehme ich dabei den Versuch, seine Log-in-Daten oder die IP-Adresse zu erkennen, doch alle Hinweise liegen im Verborgenen.


Allerdings habe ich nichts anderes erwartet.


Jemand, der in der Lage ist, die Firewalls des Weißen Hauses zu durchdringen, muss ein wahrer Profi sein.


In diesem Augenblick fällt mir auf, dass ein Mitarbeiter der NSA Anstrengungen unternimmt, den Datenabfluss und die Infiltration zu stoppen.


Mir entfährt ein Seufzen.


Das ist wieder so typisch für diese weltfremden Geheimdienstanalysten!


Eine derartige Vorgehensweise wäre katastrophal, denn sobald der Hacker aus dem System gedrängt wird, verschwindet er auf Nimmerwiedersehen im digitalen Nirwana und wir werden niemals in Erfahrung bringen, mit wem wir es zu tun hatten. Das muss ich mit allen Mitteln verhindern, denn mein Interesse an diesem begnadeten IT-Genie ist aus mehreren Gründen geweckt.


Ohne den Blick von meinem Rechner abzuwenden, greife ich nach dem Handy, das ich zuvor neben der Tastatur abgelegt habe, und drücke eine Kurzwahltaste.


„Cole, gibt es etwas Neues?“, meldet sich der Präsident bereits nach dem ersten Läuten.


Ich stelle ihn auf Lautsprecher, um weiterhin mit beiden Händen tippen zu können.


„Allerdings. Ich habe den Hacker im Visier. Er durchforstet blitzschnell und gründlich die Datenbanken des Weißen Hauses. Kannst du bitte die Anweisung geben, dass sich die NSA sofort zurückzieht. Diese Idioten haben nichts anderes im Sinn, als ihn zu vertreiben. Mein eigentliches Ziel ist es, in Erfahrung zu bringen, mit wem wir es zu tun haben.“


„In Ordnung“, antwortet er mit leicht skeptischem Unterton. Zum Glück stellt er keine weiteren Fragen. Wenngleich wir noch nicht allzu oft zusammengearbeitet haben, scheint er mir zu vertrauen. Mein guter Freund Grayson Weaver, ein Ex-Navy SEAL, hat mich für die Connection vorgeschlagen. Zuvor kannte ich den amerikanischen Präsidenten mitsamt Familie lediglich aus dem Fernsehen.


Mit Argusaugen beobachte ich auf meinem Bildschirm weiterhin alle Datenströme. Und tatsächlich, Sekunden später verlassen drei NSA-Mitarbeiter das System, was es mir ermöglicht, mich nun voll und ganz auf den Hacker zu konzentrieren. Ich analysiere seine Zugriffsmuster und den Datenfluss bis ins kleinste Detail. Die Pfade, die er einschlägt, sind deutlich erkennbar.


Fast erscheint es mir, als würde derjenige sich in den Rechnern des Weißen Hauses auskennen und gezielt nach etwas suchen.


Ein Insider?


Das wäre die Erklärung, wieso er überhaupt eindringen konnte.


Ich entscheide, auf Risiko zu gehen, und starte einen Frontalangriff, um die IP-Adresse dieses Kriminellen offenzulegen. Natürlich wird er das bemerken, daher müssen wir danach blitzschnell handeln.


Erneut wähle ich Johns Nummer.


„Cole“, meldet er sich sogleich.


„Ich versuche jetzt, die IP-Adresse des Hackers herauszufinden, dadurch wird er mich entdecken. Sobald ich den ungefähren Standort seines Rechners kenne, müssen wir zugreifen. Ich habe keine Ahnung, auf welchem Fleckchen der Erde, sich dieser Kerl aufhält. Aber mit ein wenig Glück könnte einer deiner Mitarbeiter oder irgendein amerikanischer Agent vor Ort sein, dem es womöglich gelingt, den Typen festzusetzen.“


Zischend lässt John Boyd die Atemluft entweichen. „Klingt nach einer Mission Impossible. Aber ich vertraue dir, daher hast du meine volle Unterstützung.“


„Das hört man gerne. Ich versichere dir, wir haben keine andere Wahl, wenn wir die Identität des Hackers enthüllen wollen. Bleib am besten fürs Erste in der Leitung!“


„Zu Befehl!“, antwortet er mit leicht amüsiertem Unterton.


Ich konzentriere mich wieder auf den Bildschirm vor meiner Nase und nähere mich dem unerlaubten Eindringling auf leisen Sohlen. Seine Log-in-Daten werden deutlicher. Jeden Augenblick sollte ich seine IP-Adresse erkennen können.


In dem Moment, als ich sie erblicke, wird er auf mich aufmerksam und versucht, sich zurückzuziehen.


Doch zu spät!


Ich habe ihn bereits am Haken.


Rasch starte ich auf meinem Rechner einen Geolokalisierungsdienst. Danach beobachte ich den Abgleich der IP-Adresse mit mehreren Datenbanken. Eine Weltkarte erscheint auf dem Bildschirm. Nahezu zeitgleich öffnen sich unzählige Fenster. Blinkende Punkte oder Markierungen leuchten auf, ehe sie wieder erlöschen. Zahlenkolonnen rattern über den Monitor hinweg.


Die Luft um mich herum scheint zu vibrieren. Die elektrisierende Spannung ist nahezu greifbar. Meine Stimmungslage schwankt zwischen Nervenkitzel und Neugier, denn derartige Herausforderungen begegnen mir nicht jeden Tag. Es ist immer wieder aufwühlend und faszinierend zugleich, live digitale Spuren zu verfolgen. Eine Aufgabe, die mir das Gefühl vermittelt, haargenau den richtigen Job ergriffen zu haben.


Schon nach kurzer Zeit bin ich darüber im Bilde, dass der Hacker sich weder in Indien noch in Russland versteckt, was ich eigentlich vermutet hatte. Vielmehr hält er sich in den Vereinigten Staaten auf. Für den Moment bin ich jedoch außerstande zu entscheiden, ob mich das beruhigen oder doch eher alarmieren soll.


Zu meiner großen Überraschung ist der letzte Standort, der auf meinem Bildschirm aufblinkt, Langley, der Hauptsitz der CIA, der sich nur wenige Meilen von mir entfernt befindet.


Danach bricht der Kontakt ab.


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2026 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 1 secs