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Belletristik
Yvonne Wacker

Tauchgang 1 - Marks Tagebuch



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Erster Eintrag

Hallo Tagebuch,
18.9
schreibt man das so? Ich habe noch nie ein Tagebuch geschrieben und wenn Kim mir nicht dieses Buch geschenkt hätte, dann wäre es auch nie dazu gekommen. Sie meinte ich könnte hier drin meine Probleme besser verarbeiten und lösen, weil ich keine Scheu haben muss etwas zu schreiben, woran sich andere anstoßen könnten. Aber ich glaube kaum, dass sich meine Probleme nur durch ein wenig schreiben bessern oder gar lösen können! Dennoch bin ich bereit es für Kim zu versuchen. Schaden kann es ja nicht...
Ich sollte vielleicht einmal meine Sorgen auflisten. Ich habe mal gelesen, dass man sich ihrer so besser bewusst wird und einem damit die Verarbeitung leichter fallen würde.
· Ich bin dumm
· Ich kann mich nicht verstellen
· Ich kann mich nicht durchsetzen und für meine eigenen Ziele kämpfen
· Ich nehme alles hin
Das alles führt dazu, dass ich nicht in diese wunderschöne „Vorzeige Familie" passe, die mein Vater will, meine Mutter vorspielt und meine Schwester schon lange verlassen hat, um ihr eigenes Leben zu führen. Ich fiebere dem Tag entgegen, an dem ich ihr endlich folgen kann. 2 Jahre noch... Dann muss ich keine Angst mehr haben, wenn ich mal wieder eine 5 geschrieben habe und dann auch noch der Sündenbock für alles Elend dieser Welt werde.
Ich frage mich, was mein Vater tun wird, wenn er endlich begreift, dass ich sitzen bleiben werde und nicht mehr auf dieses Gymnasium gehen will, wo sich doch alle für Einstein persönlich halten. Ich wollte von Anfang an nicht auf ein Gymnasium gehen, aber warum musste es auch noch diese Schule sein, von der allgemein bekannt ist, dass dort nur die Besten überleben! Oder auch diejenigen, dessen Eltern mit den Lehrern gute Kontakte haben. Friss oder stirb - eine andere Möglichkeit gibt es nicht und ich bin auf dem besten Weg Selbstmord zu begehen.
Ich bin so froh, dass die Lobos zu mir halten. So hat Anja unsere Gruppe genannt, weil sie so gerne Spanisch und Wölfe mag. Ja, Wölfe! Ein Rudel, das zusammenhält, füreinander einsteht und eine Alfa-Wölfin (Anja) hat, die immer für einen da ist. Der nahe gelegene Wald ist unser Revier. Dort machen wir das, was wir am besten können. Unsere Grenzen mit den Fahrrädern austesten. Sobald ich im Sattel sitze und mir der Wind um die Nase weht, dann bin ich frei und glücklich. Ja, dann kann ich alle meine Sorgen vergessen. Den Ärger zu Hause, in der Schule oder wo auch immer. Dann bin ich frei wie ein Wolf, der durch sein Revier rennt und den nichts und niemand aufhalten kann. Meine Eltern gefällt das nicht. Mir gefällt aber auch nicht, was sie tun. Wenn ich die Stimme meines Vaters höre, wenn er wieder sagt, dass ich seinem Ruf in der Firma schade, wenn ich so schlechte Noten nach Hause bringe, dann wird mir schlecht. Warum erzählt er seinen Kollegen auch davon? Er weiß doch, dass ihre Kinder alle so viel besser sind als ich. Mit meiner Schwester konnte er Eindruck machen, schließlich hat sie auf meiner Schule Abi gemacht und das mit 17 (!). Was niemand außer unsere Familie weiß ist, wie sehr Vater Karin angestachelt hat und ständig hinter ihr stand und aufpasste, damit sie auch wirklich lernte und nichts anderes machte. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sie einmal mit Freunden ausgegangen ist oder, dass sie überhaupt von welchen erzählt hat. Es wundert mich nicht, dass sie mit 18 ausgezogen ist. Ich werde es auch tun, sobald ich die Möglichkeit habe.
Die Lobos sind im Moment meine einzigen Freunde. Bei ihnen kann ich völlig unbeschwert, frei und einfach ich selbst sein.
Es wundert mich... Ich wollte gar nicht so viel schreiben und nun sind schon vier Seiten voll! Es kam einfach aus mir heraus. Vielleicht hatte Kim ja doch Recht? Ich sollte es weiter versuchen...


Verschiedene Auszüge:

12.10.
„Und wenn ich Mark durch die Schule prügeln muss", hat er gesagt und ich fürchte das meint er ernst. Als wir zu Hause waren, hat er mich wieder geschlagen. Diesmal ist es nicht bei einer Ohrfeige geblieben. Meine Arme... mein Rücken... Es tut alles weh. In einer Sekunde, wo er seinen Griff etwas gelockert hat, konnte ich losrennen

22.10.
Heim für verhaltensauffällige Jugendliche, so nennt sich das Ganze hier genau. Ich fühle mich überhaupt nicht wohl, habe Angst vor den anderen und ICH WEISS AUCH GAR NICHT WAS ICH HIER SOLL! Ich habe mich weder geschlagen, jemanden bedroht, erpresst, bestohlen, noch habe ich Drogen genommen oder ähnliches. Das sind die Gründe warum die anderen hier sind.

22.11.
Ich kann fliegen. Na ja fast. Amy und ich sind zusammen. Dank Alister! Er wusste von mir, dass ich Amy liebe und von ihr, dass sie mich auch liebt. Alister hatte es satt sich von beiden Seiten das Gejammer an zu hören und hat daher kurzen Prozess gemacht. Er ist mit uns auf das Zimmer gegangen und dann hat er es einfach gesagt. Ich war total platt, da ich nie gedacht hätte, dass Amy wirklich mehr als freundschaftliche Gefühle für mich hat.

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