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Sommer mit Happy End


von Rose Snow

belletristik
ISBN13-Nummer:
B01IZ0GIQG
Ausstattung:
eBook
Preis:
0.99 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Kontakt zum Autor oder Verlag:
autoren@rosesnow.de
Klappentext

Zwei, die unterschiedlicher nicht sein könnten. 
Er, Logan Jackson ist ein Traum von einem Mann. Gutaussehend, mit trockenem Humor und absolut keinem Interesse an einer ernsthaften Bindung. 
Sie, Amy Turner ist verantwortungsbewusst und direkt - und erst seit kurzem Managerin von Happy End Love, einer Partnervermittlung, die noch an die wahre Liebe glaubt und für die Amys Herz schlägt. Dass ausgerechnet der arrogante Logan Jackson das Unternehmen von seinem unbekannten Vater erbt, bringt ganz schön viel Aufregung in das kleine Städtchen Wolfred Creek. 
Kein Wunder, dass Logan und Amy immer wieder aneinander krachen – und als sie dann auch noch gemeinsam zwei Tage auf einer einsamen, exotischen Insel verbringen müssen, ist das Abenteuer schlichtweg vorprogrammiert …

Rezension
Leseprobe

Amy

Ich setzte gerade Wasser auf, als es an der Tür klingelte. Leicht genervt ging ich aus der Küche. Ich wollte jetzt keine Gesellschaft haben, ich wollte einfach nur meinen Tee trinken und meinen Gedanken nachhängen. Als ich die Eingangshalle schon halb durchquert hatte, klingelte es zum zweiten Mal. Diesmal blieb der Besucher länger mit dem Daumen auf dem Klingelknopf.

„Ich komme schon“, rief ich und öffnete gereizt die Tür.

Draußen stand derselbe dunkelblonde Typ, den ich schon auf dem Friedhof gesehen hatte, und an seiner halb erhobenen Hand sah ich, dass er eben im Begriff gewesen war, ein weiteres Mal zu klingeln.

„Soll ich die Tür noch mal schließen? Dann können Sie ein drittes Mal klingeln“, sagte ich frostig und versuchte das seltsame Gefühl aus meinem Körper zu verjagen, das mich bei seinem Anblick überkommen hatte. Aus der Nähe bemerkte ich erst, wie attraktiv er war und dass er die unglaublichsten Augen besaß, die ich je bei einem Mann gesehen hatte. Sie waren hellblau und stachen aus seinem Gesicht regelrecht hervor. Unwillkürlich musste ich an Gletschereis denken und genau so kalt war auch sein Blick.

„Danke für das Angebot, aber ich möchte nicht noch mehr Zeit verlieren als ohnehin schon“, entgegnete er mit einer Stimme, die meine Nervenenden zum Vibrieren brachte. „Sind Sie Amy?“ Er sprach meinen Namen mit einem leicht abfälligen Unterton aus und schlagartig erlosch jegliches Vibrieren. Der Typ war einfach nur ein Arsch.

„Ja, ich bin Miss Turner“, antwortete ich kühl und sah ihm direkt in seine Gletscheraugen. „Und Sie sind?“

„Mister Jackson“, erwiderte er im gleichen Tonfall.

„Und was kann ich für Sie tun, Mr. Jackson?“ Noch während ich das sagte, begann der Teekessel in der Küche zu pfeifen und ich drehte mich halb um.

„Für den Anfang könnten Sie mich reinlassen“, meinte er.

 

Logan

Das Anwesen war riesig, aber ich sah auf einen Blick, dass es dringend eine Generalsanierung gebraucht hätte. Das schmiedeeiserne Tor zur geschwungenen Auffahrt rostete vor sich hin und vom Mauerwerk des Herrenhauses bröckelte der Putz ab.

Unwillig ließ ich meinen Blick über den Garten schweifen. Er hatte einen gewissen wildromantischen Charme, aber mir war momentan nicht nach Romantik zumute.

Nachdem ich kurz bei der Beerdigung vorbeigeschaut und mich dort absolut fehl am Platz gefühlt hatte, war ich zu der Adresse dieses Notars gegangen. Dort hatte ich eine geschlagene Stunde gewartet, bis er endlich seinen Arsch von der Beerdigung zurück in sein Büro geschafft hatte.

Und dann hatte der Kerl schon mit dem ersten Satz, der aus seinem elendigen Mund kam, verschissen.

„Oh mein Gott. Sie sehen genauso aus wie Ihr Vater, als er noch jung war“, stammelte er und ich hätte ihm dafür am liebsten eine verpasst. Aber da er nur ein Idiot war und nicht so aussah, als ob er einer Fliege was zuleide tun könnte, knurrte ich ihn nur an, dass ich nicht viel Zeit hätte.

Und hier stand ich nun, vor diesem abgefuckten Herrenhaus und mit der beschissensten Firma, die sich ein Mensch nur ausdenken konnte. Happy End Love. Schon allein der Name brachte mich dazu, mein Frühstück in den Seerosenteich mit den verfluchten weißen Schwänen kotzen zu wollen.

Genervt drückte ich die Klingel. Auch hier hatte der Zahn der Zeit überall genagt. Die Steinfliesen der Treppe waren an mehreren Stellen gesprungen und der Türrahmen war deutlich verzogen.

Von drinnen war kein Geräusch zu hören und ich klingelte ein zweites Mal. Konnte ja nicht sein, dass das Tor sperrangelweit offen stand und keiner da war.

Dabei atmete ich tief aus. Ich war so verdammt wütend, dass ich am liebsten mit der Faust in das bröckelnde Mauerwerk geboxt hätte. Denn das Testament meines beschissenen Erzeugers sah vor, dass ich die Angestellten nicht kündigen oder degradieren durfte. Ich musste diese Amy als Managerin behalten, sonst würde mein gesamtes Erbe auf sie übergehen – einfach so. Mit einem Fingerschnippen.

Der Arsch schaffte es noch aus dem Grab, über mein Leben zu bestimmen. Angepisst hob ich die Hand und wollte eben ein drittes Mal klingeln, als die Tür mit Schwung aufgemacht wurde. Ich starrte direkt in das Gesicht einer jungen Frau mit langen, dunklen Haaren, die genauso verärgert aussah, wie ich mich fühlte.

„Soll ich die Tür noch mal schließen? Dann können Sie ein drittes Mal klingeln“, meinte sie kalt und reckte ihr zartes Kinn in die Höhe. Sie war schöner, als ich erwartet hatte, aber ich versuchte mich von der Tatsache nicht ablenken zu lassen. Hatte Harry sie etwa flachgelegt? Hatte er ihr deshalb seine Firma vererben wollen, wenn ich mich nicht an seine Bedingungen hielt?

„Danke für das Angebot, aber ich möchte nicht noch mehr Zeit verlieren als ohnehin schon“, entgegnete ich knapp. „Sind Sie Amy?“

„Ja, ich bin Miss Turner“, entgegnete sie kühl und sah mir direkt in die Augen. „Und Sie sind?“

„Mister Jackson“, antwortete ich im gleichen Tonfall.

„Und was kann ich für Sie tun, Mr. Jackson?“ Noch während sie das sagte, setzte ein hohes Pfeifen ein, das nach einem Teekessel klang. Sie drehte sich halb um und ihre seidigen braunen Haare flossen ihr über den Rücken.

„Für den Anfang könnten Sie mich reinlassen“, sagte ich gelassen.

Der Teekessel schien ihr verdammt wichtig zu sein, denn sie nickte nur abgelenkt und durchquerte dann mit schnellen Schritten die Eingangshalle. Ich betrat das Haus und blickte mich um. Es war seltsam, an einem Ort zu sein, der für ihn ein Zuhause gewesen war, und ich schob die Gefühle rasch zur Seite. Ich musste fokussiert bleiben.

Die Erbschaftsbedingungen besagten zwar, dass ich niemanden entlassen durfte – aber ein Schlupfloch hatte Harry übersehen. Wenn ich diese Amy Turner und den Rest der Mannschaft dazu brachte, freiwillig zu gehen, würde ich das Anwesen einfach verkaufen können.

„Möchten Sie auch einen Tee?“, rief diese Miss Turner aus der Küche. Ihre Stimme hatte einen leicht rauchigen Klang, den ich ziemlich sexy fand, aber das würde ihr auch nicht helfen.