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Belletristik
Buch Leseprobe Seelensplitter , Stephanie Pinkowsky
Stephanie Pinkowsky

Seelensplitter


Zwischen Schuld und Begehren

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Auszug aus Kapitel 14 - Abschied und Neubeginn


 


»Wie erkläre ich es bloß Katja?«


Helene spielte die Szene in Gedanken in verschiedenen Varianten mehrmals durch, doch sie kam zu keinem Ergebnis. Ihre nächste Sorge galt der Presse. Bisher war ihre Karriere skandalfrei. Sie hatte nie mehr von sich preisgegeben als nötig, bei den wenigen Interviews kaum über Privates, sondern immer nur von ihrer Arbeit gesprochen. Selbst das Familieninterview war im Grunde nichtssagend gewesen. Helene mochte sich gar nicht vorstellen, wie die Medien sie zerfetzten, sollte die Geschichte ihrer damaligen Affäre bekannt werden. Sie zwang sich, das erst einmal beiseite zu schieben und Ruhe zu bewahren.


Als Katja am Nachmittag nach Hause kam, schien sie zu spüren, dass etwas geschehen war. »Du hattest mir versprochen, dass du dir dieses Wochenende endlich mal Zeit nimmst!«, warf sie ihrer Mutter erneut vor. »War der blöde Termin denn so wichtig?«


»Es tut mir wirklich leid«, entschuldigte sich Helene. »Wir holen das nach, ganz bestimmt.« Katja schaute sie skeptisch an. »Das sagst du immer!«


»Setz dich bitte, ich muss mit dir reden.« Die Elfjährige gehorchte. »Du weißt doch noch, worüber wir neulich gesprochen haben?«


Das Mädchen nickte. »Über meinen Vater.« »Ja, über deinen Vater.«


Helene fasste die Ereignisse des letzten Nachmittags so kindgerecht wie möglich zusammen, wobei sie die Liebesnacht natürlich aussparte. Ihre elfjährige Tochter sah sie verständnislos an.


»Heißt das, er wohnt jetzt bei uns?« Das Mädchen verschränkte die Arme und Helene vernahm einen seltsam verzweifelten Unterton in der Stimme. Sicher, sie hatte damit gerechnet, dass Katja erst einmal verstört sein würde. Doch diese ablehnende Haltung überraschte sie zutiefst, zumal ihre Tochter oft nach ihrem Erzeuger gefragt hatte.


»Ist das nicht toll? Wir wären dann endlich eine richtige Familie, du hättest einen Vater.« Katjas Unterlippe begann nun zu beben, in ihren Augen sammelten sich Tränen. »Liebes, was hast du denn plötzlich?« Sie streckte eine Hand aus, um ihre Tochter zu trösten, doch diese wehrte die Berührung wütend ab.


»Lass mich!«, fauchte sie.


Helene zog daraufhin ihren Arm erschrocken zurück. Katja konnte mit Worten nicht erklären, warum sie sich so verletzt, ja gar verraten fühlte. Eine beklemmende Regung breitete sich in ihrem Magen aus. Dieses Gefühl hatte sie schon öfter beschlichen. Es war eine Art Instinkt, ein Bauchgefühl, welches sie inständig beschwor, von ihrer Mutter Abstand zu nehmen.


»Wenn er jetzt hier einzieht, dann brauchst du mich doch nicht mehr!«


Helene zuckte zusammen. »Wie bitte? Wie meinst du das?«


Katja bemühte sich, mit fester Stimme zu sprechen, sie schob trotzig die Unterlippe vor. »Ich will wieder bei Emilie und Richard leben, und zwar ganz!«


»Aber warum denn?« Die junge Mutter begriff noch immer nicht.


»Weil du jetzt ja meinen Vater hast«, erklärte das Mädchen entschlossen. »Du liebst ihn doch sowieso viel mehr als mich.« Sie schluchzte. »Du hast alle anderen lieber als mich!«


»So ein Unsinn!« Helene war fassungslos. »Das ist nicht wahr! Wie kannst du so etwas nur zu mir sagen? Ich habe dich sehr lieb und ich möchte, dass du hierbleibst.«


Katja schüttelte den Kopf. »Nein, Helene.« Sie nannte sie bewusst beim Vornamen, erhob sich und ging in ihr Zimmer. Sie schloss die Tür ab und achtete darauf, nur ganz leise zu weinen, während sie ihre Koffer packte. Das Mädchen war ehrlich zu seiner Mutter gewesen, doch eines hatte sie verschwiegen. Die Vorstellung, sie jetzt nicht nur mit den Medien und den Fans, sondern nun auch jeden Tag mit einem Mann teilen zu müssen, war für Katja unerträglich. Sie hatte sich zwar gewünscht, ihren Vater kennenzulernen, aber sie wollte doch nicht, dass er wieder mit ihrer Mutter zusammenlebte! Die Intensität dieser Eifersucht erschreckte sie selbst so sehr, dass sie sich damit nicht auseinandersetzen wollte, lieber verschwand sie aus Helenes Leben. Irgendetwas Seltsames ging in Katja vor und es beängstigte sie zutiefst. Sie wusste nicht, was es war, das diese Frau in ihr auslöste. Aber dieses gesichtslose Etwas war Katja feindlich gesonnen, es war etwas Schlechtes. Und es war mächtig.


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