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Belletristik
Buch Leseprobe Revue des Todes, Bärbel Küpker
Bärbel Küpker

Revue des Todes


Kurzgeschichten

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Flucht


 


Er kauerte wie ein waidwundes Tier unter einer verkrüppelten Kiefer. Der Mond schien und ließ die feuchten Blüten einer verholzten Besenheide wie kleine Sterne glitzern. Seine Kleidung war durchnässt. Er spürte es nicht. Er bemerkte auch nicht das warme Blut, das langsam an seiner Schläfe herunterlief und sich mit dem kalten Schweiß vermischte.


 Er blickte starr zum Himmel. Der Mond, der verfluchte Mond. Er schaute flehend auf eine große dunkle Wolke, als wollte er sie mit seinem Blick dirigieren. Ganz langsam kroch die Wolke näher an den Mond heran. Die Blüten der Heide verwandelten sich in ein dunkles Grau. Sein Herz schlug schneller. Gleich war es soweit. Die Wolke schob sich gemächlich vor den hellen Mond. Es wurde dunkel.


 Jetzt! Er schnellte aus seiner geduckten Haltung hoch und rannte los. Sein Herz raste und er spürte den dicken Knoten in seinem Hals. Der Boden des Hochmoors federte unter seinen Füßen. Er zählte seine Schritte. Einhundertsechs, einhundertsieben ... Eine Dohle flog tief über seinen Kopf hinweg und stieß ihr klagvolles metallisches Krächzen aus. Er spürte den Druck in seiner Brust und hörte sein schweres Keuchen. Eintausendacht, eintausendneun ... Sein Blick glitt zu der noch einige Hundert Meter entfernten Baumgrenze. Er musste es schaffen. Es gab kein Zurück. Nicht für ihn. Er hatte Glück gehabt. Heute jedenfalls. Die Wagenkolonne, der Tumult, die hektische Unruhe und die früh einsetzende Dämmerung. Er hatte sich einfach fallen lassen und war weggerollt. Die Spitze eines Steines riss eine lange Wunde an seinem Kopf, aber der Graben sog ihn auf wie ein Schwamm. Er hatte einige Zeit dort gelegen. Sekunden ... Minuten. Nichts war passiert. Bald würden sie es bemerken.


 


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