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Belletristik
Buch Leseprobe Paschkes reisen wieder!, Sabine de S.A.Pires
Sabine de S.A.Pires

Paschkes reisen wieder!



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Auszug von "Paschkes reisen wieder!" - Ab Seite 130


»Uii, das Schnuckelchen ist da!« rief Oma und stellte die Salatschüssel auf den Tisch. Gemächlich begann Onkel Harald die alte Grillkohle durch Neue zu ersetzen. Mit dem Zeigefinger hob er missgünstig den Rost an und rief, »ist ja widerlich. Hier gibt es Männerarbeit, der Rost muss gesäubert werden. Jost komm her, Ausführung!«


»Nor doll«, unwillig schlich Jost herbei und nahm mit den Fingerspitzen die „Männerarbeit“ entgegen.


»Ein Bier?« bot mein Vater Torsten an, der lehnte dankend ab.


»Nur einen Saft bitte, ich bin mit dem Auto da, Bier mag ich eh nicht besonders.«


»Nicht?« Vater wirkte sichtlich erschüttert. In seiner Welt tranken Männer Bier. Während Jost halbherzig den Rost schrubbte, erzählten Torsten und ich unsere gestrigen Erlebnisse.


»Der Film war interessant, aber du hast mir gefehlt!« »Du mir auch«, verlegen scharrte ich mit dem Zeh in einer Holzfuge, »vielleicht solltest du nächsten Freitag zu uns kommen, ich würde mich freuen!«


»Oder du kommst mit ins Kino?«


»Na, fast wie neu!« lobte Harald Jostens Werk und eröffnete den Grillabend. Doch bevor das erste Fleisch brutzeln konnte, musste erst die Kohle ordentlich glühen und so überbrückten wir die Zeit mit Salat und albernen Ratespielen.


»Eine fette Raupe!« stellte Torsten überrascht fest.


»Falsch«, schimpfte Tante Isadora, »ich sagte doch, kein Tier.«


»Nein, in meinem Salat!«


»Iiiih«, schrie Melle und ließ glattweg die Gabel fallen.


»Wer hat den Salat zubereitet?« wollte Mutter empört wissen.


»Ich«, Oma Beck zeigte auf sich. »Das Tierchen habe ich wohl übersehen? Freu dich, ein paar Zusatzproteine können nicht schaden!«


Mitleidig begaffte Melle das sich windende behaarte Würmchen, »gib her, ich lege es auf ein Birkenblatt.«


»Fresschn für de´ Biebmädze«, stichelte Jost, »gib das Viech gleich Doras Kanaries!«


»Siehste Junge«, polterte Onkel Harald, »bei uns kommt nichts weg!«


Alles lachte, Torstens Mimik verriet mir, dass dies nicht seinen Humor traf.


»Hallo?« Eine fremde Stimme drang zu uns. »Hallo, is´ hier jemand?«


»Das gibt´s doch nicht! « hastig sprang Vater auf und rief, »Bruno, Monika?«


Mutter seufzte schwer, »auch das noch! Jost, Melle, bitte zwei Stühle für die Kaboffkes!«


Bruno Kaboffke, bester Angelkumpan der Paschkebrüder Heinrich und Harald. Mit seiner Frau besitzt er einen Zeitungsladen in Hermsdorf. Beide sind eingefleischte Berliner in vierter Generation, Mitte fünfzig und ausgesprochen gesellig.


»Mensch, ick hab den Opel und den Benz jesehen und da hab ick jedacht, dit sind Paschkes und siehste da, wat een Zufall!«


An Zufall mochte ich nicht recht glauben und an eine karmische Verknüpfung, wie Oma Beck es stets beschrie, auch nicht. Bierflaschen klirrten aneinander und sofort wurden Neuigkeiten ausgetauscht.


»Dänemark war´n juter Tip vom Heinrich, an der Westküste war´n wa´ schon ´ne Woche, nu´ für drei Tage hier, dann Kopenhagen und ab nach Hause. Stehn drüben uff´m Campingplatz mit dit olle Ei!«


Das „olle Ei“ war Kaboffkes Wohnwagen von 1976, der am Heck von oben bis unten mit Aufklebern ihrer jeweiligen Reisestationen bestückt war.


»Schön habt ihr´s hier!« stellte Monika sich von ihrem Sitz aus umschauend fest. »Wir ham direkten Blick zum Meer, ooch sehr schön. Aber wir stören euch, Bruno sieh doch, Paschkes woll´n zu Abend essen!«


»Ihr stört doch nicht!« warf Vater energisch ein und die übliche „ach-bleibt-doch-zum-Essen-nur-wenn-es-euch-nichts-ausmacht“ Diskussion setzte ein.


»Möchtest du mehr Salat?« fragte ich Torsten leise und er lehnte dankend ab. »Ich möchte mit dir allein sein«, sagte er stattdessen. Rotwangig druckste ich ein »vielleicht später« hervor. »Ich nehme dich beim Wort«, flüsterte er zurück.


»Wat is´n dit?« Verwundert zeigte Bruno zu mir, »haste dir jetröstet mit dit Blauauge da?«


 


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