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> Belletristik > Mit Worten spielen, ....
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Belletristik
Buch Leseprobe Mit Worten spielen, ...., Hrsg. Bianca Bolduan
Hrsg. Bianca Bolduan

Mit Worten spielen, ....


... anstatt mit Fäusten zu sprechen"

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Kleiner Elb – Große Worte


von Isabelle Pulfer


 


Bregedan wurde an diesem Morgen geweckt. Doch nicht wie sonst vom Gezwitscher seiner geliebten Vögel, sondern vom prasselnden Regen, der wie tausend winzige Finger auf das Blätterdach seines Baumes klopfte. Er ließ den Blick durch sein Zimmer schweifen, über den Tisch mit den Blumen, die schon zu welken begonnen hatten, hin zum Fenster. Es stand offen, wie immer. Ein kalter Wind wehte herein und brachte die Nässe des Regens mit sich. Draußen war alles grau in grau. Kein einziger Sonnenstrahl schob sich durch die Wolken. Kein Lichtblick am Horizont.


Bregedan seufzte. Dann kroch er aus dem warmen, kuschligen Bett. Seine langen schwarzen Haare fielen auf seinen bloßen Rücken. Seine grünen Kleider waren kalt, als er hineinschlüpfte und seine Hände zitterten, als er die braunen Stiefel schnürte und sein Haar zu einem Zopf zurückband.                                                                                                         


Ein Eichhörnchen erschien in seinem Fenster, keckerte und blickte ihn erwartungsvoll an. Er lächelte. Wenigstens etwas Gutes hatte dieser graue Morgen, ein alter Freund kam ihn besuchen. Er strich dem Eichhörnchen zur Begrüßung über den Kopf, holte dann eine Schale mit Nüssen und getrockneten Früchten aus dem Schrank neben dem Fenster und stellte sie ihm hin. Dann ging der Elb zur Tür und schulterte seine Tasche, er war bereits spät dran. Der Blättervorhang, der den Eingang zu seinem Baum verbarg, raschelte, als er ihn beiseiteschob.                        Er blieb einen Moment lang stehen und sah sich um. Keines der Tiere, die ihn morgens normalerweise begrüßten und ein Stück begleiteten, war zu sehen. Alle hatten sie sich in ihren Höhlen und Bauten verkrochen, um dem Regen zu entgehen. Er schüttelte den Kopf und sprang zu Boden.


Kaum hatten seine Füße den nassen Waldboden berührt, war er auch schon bis auf die Haut durchnässt. Er zögerte. Er könnte umdrehen und zurück in sein warmes Bett schlüpfen. Er könnte sagen, dass er krank sei. Aber nein. Was, wenn die Ältesten es herausfänden, was, wenn jemand seinetwegen starb? Das war zwar unwahrscheinlich, aber das Risiko, erwischt zu werden, war ihm zu groß. Und so machte Bregedan sich auf den Weg, stapfte durch den Wald, an diesem Morgen, der sich in so vielen Dingen von einem gewöhnlichen Morgen unterschied.



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