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> Belletristik > Mit Asche in den Schnee geschrieben
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Belletristik
Buch Leseprobe Mit Asche in den Schnee geschrieben, Marianne C. Kruse
Marianne C. Kruse

Mit Asche in den Schnee geschrieben



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Alison hat nun schon über eine Stunde Fahrzeit in ihrem Auto hinter sich und gerade ist die Sonne seitlich vor ihr aufgegangen. Sicher wird es heute einen schönen Tag geben. Gestern Abend regnete es noch in Strömen und sie hatte alle Not ihr Auto bei dem miesen Wetter zu packen. Aber jetzt hat sie es geschafft und so gut wie alle Brücken hinter sich abgebrochen. Ab heute wird ein neuer Lebensabschnitt für sie beginnen. Ihre Heimat war bis jetzt ganz im Norden von Deutschland, das heißt sie ist ein richtiges nordisches Kind, liebt das Meer, die Möwen und den rauen Wind. Nie hätte sie gedacht ihre geliebte Heimat eines Tages zu verlassen. Nun führt ihr Weg sie aber in den Süden, genau genommen erst einmal nach München. Sie fängt in den nächsten Tagen dort in einer größeren Firma, einer Schwesterfirma ihrer bisherigen Arbeitsstelle als Teilkonstrukteurin an. Ihr Freund Eric arbeitet auch dort im gleichen Betrieb. Vor einigen Wochen hat Eric ganz durch Zufall in der Nähe von München sogar eine Wohnung bekommen, ein Kollege von ihm ist für drei Jahre nach England gegangen und so konnte er dessen Wohnung übernehmen. Sie ist sogar schon teilmöbliert, das passte gut. Alison hatte in ihrer Wohnung auch einiges an Einrichtungsgegenständen, von denen sie sich nicht trennen mochte. Aus diesem Grund war Eric am letzten Wochenende mit einem gemieteten Kombi bei ihr, um die guten Möbelstücke und sonstige Sachen aus ihrer alten Wohnung in die neue mitzunehmen. Außer einem großen Bett, das spätestens in acht Tagen geliefert werden soll, fehlt nun in der neuen gemeinsamen Wohnung nicht mehr viel. Vor einem Jahr war Alison noch totunglücklich als es hieß, Eric geht nach München. Sie hätte sich damals nicht vorstellen können, auch von Norddeutschland in den Süden zu gehen. Schnell hat sie sich aber doch mit dem Gedanken, ihre Heimat zu wechseln, anfreunden können. Zweimal hatte sie Eric in München besucht und sich sofort in die Berge verliebt. Nun zählt sie schon die Stunden, endlich vor Ort und bei Eric zu sein. Aber leider nimmt der Weg noch einige Zeit in Anspruch. Wenn alles gut geht, hat sie es in etwa sechs bis sieben Stunden geschafft. Aber bis jetzt ist noch nicht einmal Halbzeit. Jetzt sucht sie im Autoradio nach einem neuen Sender. Ihr Heimatsender hat nicht mehr den richtigen Empfang. So, endlich hat sie einen gefunden mit so richtig schöner Musik zum Mitsingen, sogar gerade eine Marschmusik. Das passt in ihre Stimmung. “Au .. wow, jetzt muss ich aber aufpassen“, denkt sie. Der Verkehr wird plötzlich ganz schön eng und ein Laster will einen anderen überholen. Schon steckt sie im ersten Stau. “Mensch, muss das sein? Bis jetzt ist doch alles so gut gelaufen.“ Alison überlegt, ob sie an der nächsten Tankstelle abfahren sollte. “Ja, ich könnte eine Pause einlegen, einen schönen Kaffee trinken und nochmal volltanken. Wenn ich Glück habe, hat sich dann der Stau verlaufen“, sind ihre Gedanken. Nun wird auch schon die nächste Tankstelle angezeigt. “Also noch fünf Kilometer. Man, das dauert aber, man soll nicht glauben, dass sich fünf Kilometer so lange hinziehen können. Na endlich, geschafft und es wird auch gleich ein Parkplatz frei oder sollte ich doch erstmal tanken?“ überlegt Alison. “Ja die Tankstelle ist auch einigermaßen leer, wer weiß was später ist. Also erstmal volltanken. Man schon wieder mal drei Cent teurer als gestern, aber das liegt vielleicht auch daran, dass es eine Autobahntankstelle ist, also volltanken.” Es kommt sogar noch ein netter junger Mann und putzt die Frontscheibe, dabei ist es eigentlich nicht mal nötig.“ Aber wenn er schon mal so freundlich ist, man will ihm schließlich nicht die Freude verderben. Nun schnell noch bezahlen und dann aber zurück auf den Parkplatz.” Gleich hinter dem Parkplatz stehen Bänke auf einem Grünstreifen. Einige sind von müden Urlaubern besetzt. “Wie man sieht haben sie schon einen weiteren Weg hinter sich als ich“, denkt Alison. “Ja, sie kommen aus Holland, meine Güte, wann sind sie denn los gefahren? Kein Wunder, dass sie beinahe am Einschlafen sind.” Alison wickelt sich ein Brot aus und trinkt dazu aus ihrer Thermosflasche einige Schlucke von ihrem süßen Milchkaffee. Das tut gut, nun noch einige Kniebeugen und noch einmal richtig tief durchatmen, dann kann es wieder weiter gehen. Bald ist Alison auch schon auf der Autobahn. Sie hat tatsächlich Glück, der Stau hat sich aufgelöst. Sie fährt nun froh und flott singend weiter ihrem Ziel entgegen. Ab und zu geht es wieder etwas langsamer voran, mal ist es eine Baustelle oder wieder mal ein Überholmanöver, aber ansonsten sind keine besonderen Vorkommnisse. Die Zeit vergeht, nun ist sie schon sieben Stunden unterwegs. Auf einem Schild sieht Alison, dass sich ihre Fahrt dem Ende entgegen neigt. Sie hat noch 20 km Autobahnfahrt vor sich. Sie bekommt ein Kribbeln im Bauch und kann nun Eric anrufen, so ist es ausgemacht. Er wird an der Autobahnausfahrt auf sie warten und sie dann die letzten Kilometer bis zur neuen Wohnung lotsen. Die paar Kilometer hat Alison schnell hinter sich und tatsächlich, da steht Eric schon und winkt aus seinem Wagen. Auch er war gerade angekommen. Eric fährt nach einer kurzen Verständigung sofort weiter und Alison im Schlepptau hinter ihm her. Ach was ist es hier schön, ganz besonders nach den vielen Autobahnkilometern. Sie entfernen sich immer weiter von der Stadt hinein ins Grüne. Die Berge heben sich majestätisch vom blauen Himmel ab. Am liebsten würde Alison aussteigen und zu Fuß laufen. Sie kurbelt beide Fenster herunter, um die wunderbare Bergluft zu genießen. Nach gut einer halben Stunde drosselt Eric das Tempo und gibt ihr ein Zeichen. Nun dauert es nicht mehr lange und das neue Heim ist erreicht. Eric hält, steigt aus und wartet auf Alison. Auch sie steigt aus, flink rennt sie auf ihn zu. Sofort nimmt Eric sie in die Arme und sagt: “Mein Mädchen wir sind da” und zeigt ihr stolz das neue Zuhause. “Wie gefällt es dir?” “Oh ja, hier ist es wunderschön, ich bin also angekommen“, sagt Alison glücklich und küsst und drückt dabei ihren Eric. So stehen sie nun vor einem hübschen kleinen zweistöckigen Häuschen. Vor dem Haus ist ein Blumengarten angelegt, der mit viel Liebe von der Hausfrau bepflanzt und gepflegt wird. Alles sieht bunt und lieblich wie in einem Bilderbuch aus. Haus und Garten sind umsäumt von großen Tannen und einigen Laubbäumen. Hinter dem Gebäude fängt eine große Wiese an. Auf der anderen Straßenseite ist eine Pferdekoppel auf der zwei Pferde grasen und zwei kleine Fohlen vergnügt herum toben. Ansonsten ist weit und breit kein weiteres Haus in Sicht. Wie nun Alison und Eric noch so dastehen, kommt eine fröhliche dralle Person aus dem Haus und begrüßt die Ankömmlinge mit “Grüß Gott” und einem herzlich Willkommen. Sie lädt Alison und Eric gleich erst einmal zu einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen ein, da sie meint, Alison würde sicher von der langen Fahrt müde sein und eine kleine Stärkung nötig haben. Eric nimmt die Einladung dankend an, Alison hat von dem Wortschwall der molligen Vermieterin kaum etwas verstanden und Eric muss nun erst einmal dolmetschen. Der Kaffeetisch ist in einem gemütlichen hellen Raum schon hübsch gedeckt. Alison kann durch ein großes Fenster ohne Vorhang direkt auf die Berge sehen. Sie ist von diesem Anblick sehr fasziniert. Er gleicht einem wunderschönen Gemälde. Nun ist es die Hauswirtin, die überhaupt nicht versteht, was Alison da in ihrer norddeutschen Mundart von sich gibt. Wieder einmal muss Eric übersetzen. “Oh weh, das wird ja heiter werden“, denken die beiden Frauen mit Schrecken. Alison stammelt verzweifelt, “sag mir bitte Eric, wie soll ich mich denn hier nur verständigen? Ich verstehe nichts und man versteht mich auch nicht. Wie kann ich denn da in einem Betrieb arbeiten, in dem jeder eine andere Sprache spricht, nur nicht Deutsch.” Eric aber lacht nur, “wirst schon sehen Alison, das klappt schon, in den Firmen wird Hochdeutsch gesprochen und das kannst du doch sicher auch und wirst es auch verstehen.” Alison beruhigt sich wieder und muss nun auch lachen, denn sie hatte ihre Verwunderung in ihrem Eifer über die schöne Aussicht auf die Berge in ihrem besten nordischen Platt von sich gegeben. Nun lacht auch die Hauswirtin mit, ihr Name ist übrigens Frau Obermayer. Beide Frauen nehmen sich nun vor, beim Reden darauf zu achten, Hochdeutsch zu sprechen, was beiden im Augenblick noch recht schwer fällt, aber es gelingt zunehmend immer besser. Nach kurzer Zeit verabschieden sich Alison und Eric von Frau Obermayer und gehen hoch in ihre eigene Wohnung. Alison ist schon gespannt wie ein Flitzbogen auf das neue Heim. Eric öffnet die Tür und trägt Alison, ehe sie sich recht versieht, über die Schwelle. Sie ist so verblüfft über Eric und die schöne helle Wohnung, dass sie keinen Ton heraus bringt. Eric setzt seine Alison ab und fragt verwundert: ”Mein Mädchen, du sagst ja gar nichts, gefällt es dir nicht?” Nun findet Alison erst ihre Sprache wieder. Sie stottert nur “doch, doch es ist alles wunderschön hier und der bunte Blumenstrauß auf dem Tisch, du hast alles so schön für mich hergerichtet, ich bin nur einfach glücklich und sprachlos.” Nun ist Eric beruhigt, er hatte sich wirklich alle Mühe gegeben, um Alison einen schönen Empfang zu bereiten, aber als sie nun keinen Ton von sich gab, kamen ihm doch beinahe Zweifel. Sie gehen Hand in Hand von Zimmer zu Zimmer und Alison ist immer wieder von neuem erstaunt, wie schön Eric alles in der Wohnung hergerichtet hat. Auch ihre Möbel, die Eric noch letzte Woche geholt hatte, wurden so wunderbar mit eingeordnet als hätten sie schon immer hier her gehört. Im Schlafzimmer hat Eric ein großes Doppelluftbett ausgebreitet für die ersten Nächte bis das richtige Bett geliefert wird. Am liebsten würde sich Alison gleich hinein kuscheln, dann fällt sie aber Eric um den Hals und bedankt sich nun noch einmal für die schöne Wohnung. Das Wohnzimmer hat auch so ein wunderbares großes Fenster wie unten bei Frau Obermayer und sogar ein Balkon ist vorhanden. Alison fühlt sich wie im Märchenland. Die Berge und die grünen Wiesen mit den vielen bunten Blumen, die man von dem Balkon aus sehen kann… Alles sieht zum Greifen nahe aus. Sie lehnt wie trunken am Balkongeländer, beinahe wie im Traum. Dann erschrickt sie, es klopft an der Tür. Eric öffnet. Er hatte am Vormittag noch Tisch, Sessel und Liegestühle für den Balkon bestellt, die nun gerade geliefert werden. Eric hatte Glück, das Geschäft macht einen Herbstausverkauf und so hat er alles zu einem guten Sonderpreis bekommen. “Sicherlich gibt es in diesem Herbst noch schöne warme Tage und wir können die Balkonmöbel vor unserem Urlaub noch benutzen, zum Beispiel gleich heute.” sagt Eric. “Klar, wir können heute hier auf dem Balkon unser Abendessen einnehmen“, schlägt Alison vor. “Fein, so sind die Sachen gerade noch zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Bei uns zu Hause ist es schon nicht mehr so schön warm wie hier, übrigens hatte es gestern den ganzen Tag geregnet, das war ganz schön unangenehm beim Beladen des Autos. Ich komme mir gerade vor, als sei ich in einer ganz anderen Welt gelandet.” “Na das bist du ja eigentlich auch und warte mal ab, wenn im Herbst dann noch die Föntage kommen, dann bekommen wir noch einmal Temperaturen bis über die zwanzig Grad”, verspricht ihr Eric. “Au, das wäre fein Eric, aber nun sollten wir meinen Wagen entladen und alles in die Wohnung holen, ich habe noch leckere Sachen fürs Abendessen in der Kühltasche, die können dann gleich mal in den Kühlschrank.” So gehen die beiden Verliebten nun wieder hinunter, um die Sachen aus Alisons Auto zu holen. Es sind schwere Koffer und Taschen dabei, alles was Alison an Kleidung hat und was sie sonst noch so benötigt. Eric stöhnt “man oh man, hoffentlich kriegen wir das alles noch unter in unseren Schränken.” Alison antwortet darauf nur, “das werden wir schon, wenn nicht, werfen wir einiges von deinen Sachen raus.” Eric erwidert darauf nichts und steuert gleich auf den Keller zu. Alison rennt hinterdrein, “was soll denn das, wohin willst du denn jetzt?” “Na in den Keller, denkst du etwa ich lasse meine Sachen wegwerfen? Nun bringen wir eben die Koffer von dir gleich im Keller runter.” “Man das war doch nur Spaß”, versichert Alison. “Gut, aber das glaube ich nur, wenn ich jetzt sofort einen langen Kuss von dir bekomme und du mich bittest, die Koffer alle hoch zu tragen.” “Okay, wird gemacht, die Bitte sofort und den Kuss bekommst du in der Wohnung, wenn die Koffer oben sind.” “Auch gut, damit bin ich einverstanden, aber nur, wenn es oben dann zwei Küsse werden.” So einigen sich Alison und Eric und sie schleppen nun zusammen Koffer und Taschen in die Wohnung. Alice warnt aber gleich vor, eine größere Kiste mit Büchern käme noch mit der Spedition. “Okay, die kommt dann aber gleich in den Keller oder es müssen mindestens vier Küsse werden”, lautet Erics Antwort. So lachen und schnaufen sie mit den schweren Lasten die Treppe zur Wohnung hoch. Frau Obermayer schaut aus der Tür und wundert sich über die beiden ausgelassenen jungen Leute. Sie denkt dabei ... Ja, ja, Liebe ist schon was feines, leider ist das alles bei mir schon so lange vorbei. Ja, als mein Sepp noch lebte, aber der liegt nun auch schon beinahe sieben Jahre auf dem Friedhof …


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