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Belletristik
Buch Leseprobe Meine Seele weiß von dir, Sabine Ludwigs
Sabine Ludwigs

Meine Seele weiß von dir



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2013
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Prolog


 


Das Wasser war schwarz, kalt und schmeckte durchdringend nach Chlor. Ich versank darin. Ich versank und konnte nichts dagegen tun.


Es drang durch meine Kehle, die Nasenlöcher, in die Ohren. Und unter dem unglaublichen Druck platzten meine Trommelfelle. Gleichzeitig hatte ich das entsetzliche Gefühl, meine Augäpfel würden aus ihren Höhlen gedrückt. Lichtblitze zuckten stroboskopisch durch meinen Schädel.


Es tat weh zu ertrinken!


Überall. Am ganzen Körper. In meinem Kopf. Im Hals. Hinter den Rippen. In den Lungen. Im Bauch. Sogar in den Kammern meines Herzens.


Ich hatte keine Kraft. Bewegungslos hing ich in der Schwebe; ein Empfinden, als wäre ich aus aufgeweichtem Brot und mein Fleisch würde sich bröckchenweise von den Knochen lösen und davontreiben.


Mir wurde schwindelig. Doch schon im nächsten Augenblick meinte ich, in rasender Geschwindigkeit abwärts in einen unendlich tiefen Schacht gezogen zu werden. Eine Supernova explodierte hinter meiner Stirn, gefolgt von alles verschlingender Dunkelheit.


Es wurde tiefschwarz.


Und unglaublich still.


Daran erinnerte ich mich noch, als ich in der Klinik aufwachte. Und an eine von Zorn entstellte Männerstimme, kurz bevor mich die Lautlosigkeit verschluckte. Verzerrt und zischend, als würde sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervorgepresst: „Ich bring dich um!“


Darüber denke ich nach. Hier. Im Krankenhaus. In der dämmrigen Wärme eines Kleiderschrankes, in den ich mich zurückgezogen habe. Ich kauere auf dem Holzboden und komme zu dem Schluss, dass mein sterbender Verstand mir wahrscheinlich einen bösen Streich gespielt hat. Nicht mit der Erinnerung an das Ertrinken. Aber mit der zischenden Stimme.


Auf einmal werde ich aus meinen Gedanken gerissen. Jemand klopft mit harten Fingerknöcheln gegen die weiß lackierte Schranktür.


Ich erstarre.


Poch macht es. Poch ... Poch.


„Sina-Mareen?“


Die Stimme eines Fremden. Sie klingt sanft, beinahe zärtlich, und sie bringt meinen Nackenflaum dazu, sich aufzurichten.


Poch macht es wieder. Poch ... Poch.


„Sina-Mareen“, flüstert der Fremde. „Ich bin da.“


 


Irgendwo habe ich diese Stimme schon einmal gehört.


 


 


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