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> Belletristik > Mein Wille soll dein Glaube sein
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Belletristik
Buch Leseprobe Mein Wille soll dein Glaube sein, Emerenza Loheit
Emerenza Loheit

Mein Wille soll dein Glaube sein


Teil 1

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Genau in dem Moment stand mein Chef hinter mir und sagte, es würde mich jemand am Telefon sprechen wollen. Ich war überrascht, dass er nicht Carinas Namen aussprach. Wer sonst sollte mich in dem Lokal anrufen? Durch den Anruf zunächst der brenzligen Situation entkommen zu sein, stimmte mich froh. Vielleicht hat die schreiende Kuh sich in der Zwischenzeit beruhigt, dachte ich. Paul war am Telefon, um mir die freudige Nachricht seiner unerwarteten Rückkehr mitzuteilen. Er rief aus einer Kneipe an, die nicht mehr als hundert Meter von meinem Arbeitsplatz entfernt war. Ich hoffte, dass die blöden Weiber sich bis zu seinem Erscheinen verpisst hätten. Als ich zwecks Aufnahme einer Bestellung wieder vor ihnen stand, schrie mich die „Nassgewordene“ an: „ Du alte Haushaltsfotze, das hast du doch mit Absicht gemacht. Hast du eine Ahnung, was der Rock gekostet hat?“ Es interessierte mich nicht im Geringsten, was sie für den Fummel bezahlt hatte. Ich grinste sie an und sagte, „ Bring mir die Rechnung von der Reinigung, dann kriegst du die Kohle zurück.“ Meine Antwort schien sie beeindruckt zu haben, zumindest hielt sie die Klappe. Die mit der Zahnlücke bestellte erneut eine Cola Rum und brüllte lautstark hinter mir her: „ Ohne Eis du alte Haushaltsfotze.“ Mir gefiel dieses Wort, das ich kurz hintereinander hörte zweimal gehört hatte, überhaupt nicht.


Noch weniger gefiel mir, dass sie mich so nannten. Als ich ihr das Getränk brachte, hielt sie mich am Arm fest. Der Griff war sehr unangenehm, weil sie dabei ihre Fingernägel in meine Unterarme bohrte. Der Schmerz erschütterte mich weniger als das, was sie zu mir sagte: „Wenn du die Finger nicht von Paul lässt, kommen wir jetzt jeden Abend.“ Ich riss mich aus ihrer Umklammerung und brüllte sie an, dass es sie einen Scheißdreck anginge, bei wem ich meine Finger hätte. Aus den Augenwinkeln hatte ich längst wahrgenommen, dass einigen Männern gefiel, was sie sahen. Besonders jene, die ich immer verhöhnt hatte. Ich war geschockt, als sie mir sagte, dass Paul ihr Kerl sei und es sie eine Menge anginge. Der Barkeeper kam, um sich zu erkundigen, ob ich Probleme hätte. Ich verneinte, weil es mir peinlich vor den anderen Gästen gewesen wäre, auf Hilfe angewiesen zu sein.


Mein Chef kam und forderte mich auf, kein Theater zu machen, das sei die Frau von Paul und er wolle mit den beiden keinen Stress haben, sagte er. Die Frau von Paul, die müsste doch älter sein, dachte ich. Außerdem schaffte die nicht an. Meine Gedanken überschlugen sich, bis ich ganz allmählich begriff, dass sie Magda, seine Geschäftsführerin war. Mich ekelte bei dem Gedanken, dass er mit diesem Miststück das Bett teilte. Mein Chef glaubte, die Situation glimpflich ausgehen  lassen zu können, wenn er den Mädels eine Flasche Krim spendierte. Sie verwandelten sich bei seinem Vorschlag augenblicklich in kleine sanfte Lämmer und beschwerten sich, wie unfreundlich die Bedienung (ich) sei. Das ging mir zu weit. Ich wurde bedroht und mein Chef spendierte den Weibern eine Flasche Sekt, stellte ihnen sogar persönlich noch Salzstangen und einen Käseigel auf den Tresen. Nicht nur das, er forderte mich in ihrer Gegenwart auf, mich bei ihnen zu entschuldigen. Ich stellte mich vor „Pauls Frau“ und sagte: „Ich glaube es wird Paul nicht gefallen, dass du mich anbaggern willst. Er ist sehr eifersüchtig und wird dir bestimmt auf die Fresse hauen, wenn ich es ihm erzähle.“


Ich habe bis heute keine Ahnung, weshalb ich das sagte, kann mich aber noch genau an das Gefühl erinnern, wie sie versuchte, mein Gesicht in den Käseigel zu drücken. Ich spannte meine Halsmuskulatur an und versuchte und versuchte gegen den Druck ihrer Hände anzuarbeiten. Die wahnsinnige Angst davor, die Zahnstocher, auf denen die kleinen Käsewürfel aufgespießt waren, könnten in meine Augen dringen, verlieh mir enorme Kräfte. Genau in dem Moment, als ich spürte, dass mich meine Kräfte verließen und ich nicht mehr lange Widerstand würde leisten können, fiel ihre Hand von meinem Hinterkopf. Langsam begab ich mich in eine aufrechte Haltung und konnte kaum glauben, was ich sah.


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