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Belletristik
Buch Leseprobe Maria und Pedro, Maximilian Tubè
Maximilian Tubè

Maria und Pedro


Eine glücklich-glücklose Liebe

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Kupferfarben glänzte ihr Haar im Licht der Sonne dieses frostigen Wintertages. Der Junge und das Mädchen an ihrer Seite drückten sich eng an sie, um so ein wenig Schutz zu finden. Weniger vor der Kälte des Windes und den treibenden Schneeflocken, als vielmehr vor der Menschenmenge, die sich wie eine zähflüssige Masse träge über den vorweihnachtlich geschmückten Markt bewegte. Ihr Blick war traurig, wie eigentlich fast immer, und schien in die Unendlichkeit gerichtet zu sein. Wenn man sie jedoch genauer beobachtete, merkte man, dass sie direkt in die Sonne sah, die sich durch die Wolken drängte. Sie träumte mit offenen Augen in den Tag hinein. Alles um sie herum versank in einem tiefen Nebel. Und wie so oft, wenn sie die klare Winterluft gierig in ihre Lungen einsog und an den festlich geschmückten Buden vorbeizog, erinnerte sie sich daran, wie sie selbst und ihre etwas jüngere Schwester vor vielen Jahren über einen ähnlichen Wintermarkt bummelten, Hand in Hand. Sie waren beide selbst noch Kinder und genossen es, durch den Schnee zu laufen, dem Geruch der vielen weihnachtlichen Düfte zu folgen und die Passanten zu ärgern. Wie so oft hatten sie sich getrennt, und Maria schlenderte gerade an der riesigen Tanne vorbei, als sie ihre kleine Schwester laut rufen hörte: >>Mama ..., Mamaa ..., Maamaaa ...<< Sie wendete ihren Blick und lief sofort in jene Richtung, aus der die Rufe hallten, bis sich Rosa, noch einmal laut >>Maamaaa ...<< schluchzend, in ihre Arme fallen ließ. Ratlos und auch ein wenig entsetzt schüttelten die Menschen um sie herum ihre Köpfe und murmelten leise, >Die ist ja selbst noch ein Kind ...< Ihre Gedanken tauchten noch tiefer in die Vergangenheit ein. Und plötzlich erschien da auch wieder das Bild von Pedro vor ihren Augen, jenem Jungen, mit dem sie vor einigen Jahren geschlafen hatte, obwohl sie bereits mit einem Anderen verbunden war. Nein!, sie hatten nicht nur einfach so miteinander geschlafen, es war mehr gewesen, vom ersten Augenblick an, als sie sich begegneten. Das hatte sie sofort gespürt. Aber warum hatte sie nicht auf ihr Herz gehört? Sie hätte IHN nicht heiraten müssen, damals, aber sie hatte sich Adrian versprochen. Wie so oft in den letzten Monaten fragte sie sich, was wohl aus Pedro geworden ist, und ob sie ihn jemals wiedersehen würde ... Seit langem kriselte es schon in ihrer Ehe, aber bisher hatte sie nie den Mut gefunden, einen Schlussstrich zu ziehen, schon aus dem Grund, um ihren Kindern nicht den Vater zu nehmen, an dem sie so hingen. Eine Träne rann über ihr Gesicht und gefror sogleich. War sie wirklich glücklich? Langsam kehrten die Erinnerungen zurück, und mit ihnen ein Verlangen nach tiefer, inniger Liebe, tabuloser Hingabe und feucht-warmen Lippen, die zärtlich ihren Körper verwöhnten. Ein leises Seufzen verließ ihren Mund und verschwand in der Anonymität dieses frostigen Wintertages. Ihre Nackenhaare begannen sich aufzurichten und leise, fast flehend, flüsterte sie seinen Namen: >>Pedro ...<< Doch in genau diesem Augenblick zog Lena kräftig an der Hand ihrer Mutter. >>Mama, lass uns Zuckerwatte naschen gehen. Und Karussell fahren will ich auch ...!<< Erschrocken, als hätte sie jemand bei ihren Gedanken ertappt, blickte sie um sich und sah in Lenas lachende Augen. >Ach, Kleines<, dachte sie, >wenn ich bei Pedro geblieben wäre, würde es dich nicht geben ...< Schnell beugte sie sich herab und schloss ihr "Baby" in die Arme, während sie Lenas Gesicht mit Küssen überhäufte. >>Was ist mit dir, Mama?<< fragte Christoph, der die verstörten Blicke seiner Mutter bemerkt hatte. Eilig wischte sie sich mit einer kurzen Handbewegung die Tränen aus dem Gesicht. >>Nichts, mein Großer, mir ist nur etwas ins Auge geflogen ...<< Schnell lief sie mit ihren Kindern los, und war augenblicklich in der riesigen Menschenmasse verschwunden.

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