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Belletristik
Buch Leseprobe Männertour, Ben Bertram
Ben Bertram

Männertour


Aber anders...!

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Über eine halbe Stunde war ich zu früh im Billard-Café eingetrudelt. Trotzdem setzte ich mich an unseren Tisch und klönte mit Lisa, während ich auf meine Freunde wartete.


 


Pünktlich trafen Anton und Carlos, fast zeitgleich, ein.


Ein kurzes Winken genügte und wir bekamen drei Mischen an den Tisch gebracht.


 


Es war still, irgendwie unheimlich still, an unserem Tisch.


>>Ich muss Euch was sagen.<<, Anton durchbrach die Stille und tatsächlich fing er direkt an, von dem Gespräch mit seinem Chef zu berichten.


 


Als er zum Ende kam, sagte er,


>>Und somit habe ich jetzt das notwendige Geld, dafür keinen Job mehr und eine ungewisse berufliche Zukunft vor der Nase.


Aber das ist mir egal. Die Hauptsache ist doch, ich kann dabei sein, wenn unser Vorhaben startet.


Sag mal Carlos, was machen wir eigentlich, wenn Nick keinen unbezahlten Urlaub bekommt?


Fahren wir dann alleine?


Canceln wir dann unseren Plan?


Ich meine, es war unser gemeinsames Ziel, mit dem Wohnmobil on Tour zu gehen.


Wir können es doch nicht ohne Nick durchziehen. Oder doch?


Sag mal Carlos, was meinst Du.<<


 


Anton war in Redelaune und es sprudelte nur so aus ihm heraus. Er war glücklich über seinen Mut.


Zum ersten Mal in seinem Leben machte er etwas Verrücktes.


Ich meine etwas richtig Verrücktes.


Nicht eine Sache wie, Appetit auf zwei Kugeln Melonen-Eis haben und sich vier kaufen.


Oder das fünfundvierzigste T-Shirt kaufen, da er noch keins in orange / blau hatte, sondern nur eins in blau / orange.


 


Nein, diesmal wagte er etwas, bei dem eine ungewisse Zukunft vor ihm lag.


Er überlegte, wie er es seinen Eltern beichten sollte und ich wusste, dies war ein großes Problem für ihn.


 


>>Was meinst Du, wenn wir einfach still und leise unsere Tour beginnen und Du deinen Eltern von unterwegs eine E-Mail schickst, dass Du für die nächsten vier Monate auf großer Tour bist?<<, schlug ich Anton vor.


 


>>Das geht nicht, meine Eltern haben keinen Internetanschluss.<<


>>Und wenn Du ihnen eine SMS schickst?<<


>>Dann wissen sie nicht, wie sie die öffnen sollen.<<


>>Dann mach es wie früher und versende eine Postkarte.<<


>>Aber stell dir vor, die kommt nicht an.<<


>>Dann schickst Du vorsichtshalber eine zweite hinterher.<<, mischte sich Carlos ein, stand anschließend von seinem Platz auf und setzte sich auf die Armlehne meines Stuhls.


 


>>Wie cool ist das denn? Ich freue mich total!<<, sagte Carlos, während er mich in den Arm nahm.


 


Anton saß etwas irritiert auf seinem Platz und blickte zu uns rüber. >>Worüber freust Du dich.<<, wollte er von Carlos wissen.


>>Auf den ersten Mai.<<


>>Auf den ersten Mai?<<, wiederholte Anton.


>>Ja, auf den ersten Mai. Anders gesagt, auf unseren Tour-Start.<<


>>Also fahren wir zwei auf jeden Fall?<<


>>Wir zwei fahren auf jeden Fall!<<, sagte Carlos und lachte laut, während er vor Freude eine Flasche Bacardi, zwei Flaschen Cola und einen Eisbottich quer durch den Laden bestellte.


 


Als Lisa die Bestellung brachte, fragte sie, ob dies bedeutet, dass wir tatsächlich unsere Tour starten.


Gleichzeitig hörte sie von Anton ein >>Nein!<<, sowie von Carlos und mir ein >>Ja!<<


 


Während Anton und Lisa leicht merkwürdig guckten, lachten Carlos und ich.


 


>>Hast Du Nick nicht richtig zugehört?<<, wollte Carlos von Anton wissen.


>>Man, Anton. Alter, wir fahren!<<, Carlos nahm jetzt Anton in den Arm und Lisa ging zum Tresen, um mit vier Erdbeerlimes zurückzukommen.


>>Auf die Tour!<<, rief Lisa und hob ihr Glas, um mit uns anzustoßen.


 


Wir standen auf, um diesem Drink einen gebührenden Rahmen zu gebieten. Nachdem wir es sechs Mal klirren hörten, hatte jeder sein Glas am Mund und lies das rote, süße Zeug durch seinen Hals laufen.


 


Die Frage, wann ich gesagt hatte, dass ich frei bekomme, verkniff Anton sich. Er nahm sich vor, Carlos oder mich, später einmal zu fragen.


 


 


Planungen


 


Die nächsten Tage liefen sehr schnell. An Arbeiten war während der Arbeitszeit jedoch nur wenig zu denken.


Meistens notierte ich mir irgendwelche Dinge, die mir noch für unsere Tour einfielen oder ich telefonierte mit Carlos und Anton.


 


Da Carlos die meiste Zeit hatte, war er für das Organisieren und die Besorgungen verantwortlich.


Außerdem war er der Besitzer des Wohnmobils und wusste daher am besten, wie viel Platz wir für Vorräte oder anderen Krimskrams hatten.


 


Mein Handy meldete sich heute bestimmt zum zehnten Mal. In der SMS stand die Frage


>>Wisst ihr Chaoten eigentlich, dass wir nur ein Wohnmobil und keinen LKW haben ...?<<


 


Ich überlegte, ob Carlos wohl damit auf meine letzte SMS geantwortet hatte, in der ich noch einige, aus meiner Sicht sehr wichtige, Vorschläge gemacht hatte.


 


 Ich fand zum Beispiel, für regnerische Abende, eine Autorennbahn angebracht und auch mein Tischfußballspiel würde, wenn wir es zusammenklappten, bestimmt irgendwo einen Platz finden.


>>Na ja, vielleicht hatte Anton ja auch etwas an Carlos geschrieben, was unangebracht war.<<, dachte ich und machte mir keine weiteren Gedanken darüber.


 


Nachdem ich die nächste SMS gelesen hatte und gerade antworten wollte, da Carlos tatsächlich dagegen war, eine Autorennbahn oder ein Tischfußballspiel mit zu nehmen, kam der Dicke in mein Büro.


 


>>Chef, was gibt's<<, fragte ich, während ich mein Handy auf den Schreibtisch legte.


>>Du hast jetzt genau drei Möglichkeiten. Entweder stellst Du Dein Handy heute und morgen aus, Du stellst es heute und morgen auf leise oder Du stellst es heute auf leise und nimmst morgen deine restlichen Überstunden.<<, sagte der Dicke und lächelte dabei.


 


>>Der kann ja richtig nett sein.<<, dachte ich und sagte:


>>Dann entscheide ich mich für die dritte Variante! Danke Chef.<<


 


Am Freitag weckte mich kein Wecker.


Ich erhielt auch keine SMS und keinen Anruf.


Geweckt wurde ich heute von einem furchtbaren Geraschel.


Ich stand auf, ging ins Wohnzimmer, machte die Balkontür auf und setzte Bobby, da es warm genug war, auf den Balkon.


Als ich wieder im Bett lag, fiel es mir wie Schuppen aus meinen nicht vorhandenen Haaren.


>>Was sollte ich während der Tour mit Bobby machen?<<


 


Bei meinem ersten Kaffee und zwei Scheiben Toastbrot hatte ich plötzlich eine Idee.


Eine sehr gute sogar und so fuhr ich zum Baumarkt, kaufte breite Holzbretter, eine Glasscheibe und baute daraus einen Stall für Bobby.


 


Etwas Angst hatte ich vor der Reaktion meiner Freunde.


Immerhin war Bobby bisher nicht eingeplant und ihr neues Zuhause nahm schon einigen Platz weg.


Aber ich war zuversichtlich, dass meine Überzeugungskraft groß genug sein würde.


Ich hatte ja auch bereits auf die Wii, mein Tischfußballspiel und die Autorennbahn, mehr oder weniger freiwillig, verzichtet.


Außerdem gab es keine andere Möglichkeit.


 


 


Abfahrt


Endlich war Carlos da und als wir das Einladen endlich beendet hatten, kam mein Auftritt.


 


>>Äh, Jungs. Wartet mal kurz, ich muss euch noch etwas sagen...<<


>>Was willst Du? Ich warne Dich, fang bloß nicht wieder von der Wii oder dem anderen Mist an!<<


 


>>Bobby muss mit.<<


>>Klar, mit Terrarium.<<, Carlos lachte.


>>Nein, ohne.<<


>>Ach, wir lassen sie einfach im Wohnmobil laufen?<<, Carlos lachte weiter.


>>Nein, ich habe gestern ein neues Gehege für Bobby gebaut.<<


 


Nun lachte Carlos nicht mehr, sondern ging in mein Wohnzimmer.


Anton folgte ihm, während ich lieber im Flur stehen blieb.


Meiner Meinung nach, war es jetzt besser, etwas Abstand von Carlos zu halten.


 


Ich hatte es mir schwieriger vorgestellt und hatte damit gerechnet, eine ganze Menge Überzeugungskraft aufbringen und vielleicht sogar Erpressungsversuche starten zu müssen.


Aber der Drops war schneller gelutscht als gedacht.


Anton schnappte sich Bobbys neues Gehege und trug es zum Wohnmobil.


Carlos konnte es sich nicht verkneifen zu fragen, ob ihn noch weitere Überraschungen erwarten würden.


Ich begann von der Wii zu sprechen, doch noch bevor ich meinen Satz beendet hatte, flog mir ein Sofakissen mitten ins Gesicht.


 


 


  


 


Im Auto


 


>>Nach Rügen? Ich dachte wir fangen mit Sylt an?<<


>>Dahin geht es später.<<, Carlos tat so, als ob es das normalste der Welt sei, eine Männertour mit der Insel Rügen zu beginnen.


>>Wie bist Du ausgerechnet auf Rügen gekommen?<<, wollte ich wissen, doch Anton war schneller und hatte die Frage bereits gestellt.


>>Es ist eine Insel, und ihr wolltet auf Inseln.<<


 


>>Aber Rügen ist im Osten. Dort wimmelt es von Ossis!<<, dachte Anton, doch diesmal war ich schneller und sprach es laut aus.


>>Ja und? Dafür sind das Wasser und die Brandung dort wie gemacht, um Surfen zu lernen.<<


>>Wer sagt, dass ich Surfen lernen will?<<


>>Pass mal auf Nick, und Du kannst auch gleich zuhören Anton! Wenn ich mit euch beiden die Küsten abklappere und wir Surfbretter dabei haben, dann werde ich euch das Surfen beibringen!<<


 


>>Aber ...<<, Carlos unterbrach mich.


>>Kein Aber. Ich bringe euch das Surfen bei. Ob ihr wollt oder nicht. Wenn es einem von euch nicht gefällt, kann er aufgeben. Aber frühestens nach zwei Wochen.<<


 


Das war ziemlich energisch. Aber so energisch wie es war, Carlos hatte ja Recht. Eine solche Tour machen, ohne es zu probieren, wäre schon ziemlich beknackt.


 


>>Auf nach Rügen!<<, rief Anton und drehte die Musik lauter.


 


 


Surfen!?


 


Leidenschaftliche Surfer sind von anderen Menschen ganz einfach zu unterscheiden.


Klar, man erkennt sie an der stets gebräunten Haut und den ausgeblichenen Haaren.


Aber beides könnten auch Menschen haben, die einfach nur viel Zeit am Strand und im Meer verbringen.


 


Nein, leidenschaftliche Surfer gehen auch nach nur drei Stunden Schlaf und nach einer langen Partynacht mit ihren Surfutensilien an den Strand.


 


Ich wette darauf, dass Carlos es auch an diesem Tag nicht nur wegen des tollen Wetters machte, sondern er auch bei Regen und Sturm auf der Ostsee surfen würde.


 


Er saß bereits im Neoprenanzug auf einem seiner Surfbretter am Strand, als Anton und ich mit Strandtaschen beladen dort ankamen.


 


>>Wo sind die Bretter?<<, fragte er uns.


>>Na oben am Wohnmobil.<<, antwortete Anton brav.


>>Witzig. Dann zieht mal schnell die Anzüge an und anschließend holt ihr die Bretter.<<


>>Welche Anzüge?<<


>>Welche wohl? Die aus euren Taschen!<<


 


Ich sah Anton an und parallel fingen wir an, unsere Taschen auszupacken.


Wir holten Strandlaken, Zeitschriften, Sonnenmilch, einen Volleyball, Bananen, Äpfel und etwas zu trinken heraus.


Als wir damit beginnen wollten, uns einzucremen, merkte Carlos, dass wir ihn keinesfalls verarschen wollten, sondern tatsächlich einen Strandtag geplant hatten.


 


>>Was meint ihr, warum oben die anderen beiden Bretter und die Surfanzüge vor dem Wohnmobil gelegen haben?<<


>>Zum Auslüften!<< erwiderte Anton wahrheitsgemäß, während ich an seiner Stelle lieber mit einer Notlüge geantwortet hätte, da ich merkte, dass Carlos leicht genervt und sauer war.


>>Spinnst Du?<<, wollte Carlos wissen.


 


In Surfanzügen standen wir nun bereits seit einer Stunde im knietiefen Wasser der Ostsee und keiner von uns beiden schaffte es, länger als wenige Sekunden auf diesem blöden Brett zu stehen.


 


Nach zwei Stunden ging es etwas besser. Allerdings leider nur unwesentlich.


 


Plötzlich fegte Carlos mit einer irren Geschwindigkeit zwischen uns hindurch, sprang vom Brett und stand nur zwei Meter von uns entfernt im Wasser, während sein Brett weiter in Richtung Strand fuhr.


 


>>Pause!<<, rief Carlos, kam näher und ruckelte dann gleichzeitig an unseren beiden Brettern, sodass wir fast zeitgleich vom Brett fielen und im Wasser landeten.


 


Am Strand warteten belegte Brötchen und kühles Bier auf uns.


Carlos hatte die Brötchen bereits heute Morgen besorgt und so konnte jetzt eine richtig coole Stunde Chillen eingelegt werden.


 


Es wurden zwei Stunden, wir waren alle drei eingeschlafen und wäre nicht dieser blöde Hund an uns vorbei, über uns hinweg und durch uns hindurchgelaufen, hätte unsere Augenpflege sicher noch länger gedauert.


 


Der Hund gehörte Blondie, was wir allerdings erst erkannten, nachdem Carlos und ich mit einigen kleinen Steinen nach ihm geworfen hatten.


 


>>Wie süß, ihr spielt mit Susi!<<, rief sie schon von weiten und ergänzte >>Ich dachte schon, Susi hätte euch geweckt und ihr seid sauer oder so.<<


 


>>Alles ist gut. Echt süß, Dein Hund.<<, log Anton, der normalerweise nicht auf Hunde steht.


>>Seid ihr surfen gewesen?<<


>>Nein, wir schützen uns mit den Anzügen nur vor der Sonne.<<, sagte ich und legt mich wieder hin, während Carlos meinte,


>>Und die Bretter liegen hier, damit wir vor angreifenden Hunden aufs Wasser flüchten können!<<


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