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Belletristik
Buch Leseprobe Lebensabschnitte, Rainer Grebe
Rainer Grebe

Lebensabschnitte


Nichts ist zu Ende

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„Ich trau‘ dieser ganzen Sache noch immer nicht so richtig. Ich habe nach wie vor die Sorge, die DDR-Führung und die Sowjets werden diese Entwicklung irgendwann mit aller Macht stoppen. Das haben sie doch leider bisher immer so gemacht.“ Max blickte ihn unsicher an. „Das ist sicher richtig“, wandte Han ein. „Aber ich glaube, die Entwicklung in den letzten Wochen und der Abend heute – da ist etwas in Bewegung geraten. Ich denke, die wissen selbst nicht, wie sie reagieren sollen.“ Max blickte auf seine Uhr, es war jetzt 22.30 Uhr. „Han, du hast recht, was soll ich hier noch rumsitzen. Ich fahre auch nach Hause.“ Mit diesen Worten erhob er sich. Auch Han war aufgestanden. „Max, glaub mir, alles wird gut.“ „Han, ich wünsche und hoffe das auch von ganzem Herzen.“ Als Max auf die Straße trat, herrschte lebhafter Verkehr. Einige Menschen hupten wie wild, andere winkten lachend aus den vorbeifahrenden Autos. Max blieb kurz stehen, zündete sich einen Zigarillo an und machte sich dann langsam auf den Weg zu seinem geparkten Wagen. Es war inzwischen kurz nach 23 Uhr, als er zu Hause ankam. Das Haus lag im Dunklen, es schien niemand da zu sein. Max ging in den Keller und holte eine von seinen besseren Flaschen Rotwein aus dem Weinregal. Als er in das Wohnzimmer kam, schaltete er zuerst den Fernseher ein, dann öffnete er die Flasche und goss sich ein Glas ein. Er hatte in der Wohnung kein Licht angemacht, stand jetzt an der Terrassentür und schaute, während er an seinem Glas nippte, abwechselnd auf das Fernsehbild und in den Garten. Besonders an der Bornholmer Straße schien sich die Lage mehr und mehr zuzuspitzen. Der Sender berichtete, dass ganz offensichtlich an allen Grenzübergängen des Landes ähnliche Verhältnisse herrschten. Die Menschen waren in diesen Stunden ganz ohne Zweifel entschlossen, nur noch in eine Richtung gehen zu wollen – über die Grenze nach Westen. Um Mitternacht war es endlich so weit, alle Übergänge in Berlin waren offen. Max schaute gebannt auf die Fernsehbilder, er spürte nicht, wie ihm die Tränen über das Gesicht liefen. Am Brandenburger Tor kletterten die Berliner von Ost und West über die Mauer, auf beiden Seiten der Grenze lagen sich wildfremde Menschen in den Armen.


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