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Belletristik
Buch Leseprobe kinderleicht?, Anne-G. Werres
Anne-G. Werres

kinderleicht?


Eltern werden ist nicht schwer…

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Trick 17


 


Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, über welchen Einfallsreichtum die Lebensmittelbranche verfügt? Nicht nur in puncto Geschmackskomposition, nein, auch hinsichtlich der Namens-gebung ihrer Schöpfungen sind die Herren und Damen Lebensmittelingenieure höchst kreativ.


Wie, das ist Ihnen bisher entgangen? Dann haben Sie bestimmt noch nie vor einem Kiosk gestanden, der vorrangig von Familien mit Kleinkindern frequentiert wird. Also, hier befinden sich zum Beispiel Eistüten, Schaumwaffeln, Schokoriegel und andere Snackereien, die mit den drolligsten Namen behaftet sind!


Besonders interessant daran finde ich persönlich ja das Preis-Namens-Verhältnis: je weniger bescheuert der Name in einem Erwachsenenohr klingt, desto lauter klingelt die Kiosk-Kasse! Also, wenn das mal nicht Trick 17 ist! Denn welcher Erwachsene schämt sich nicht, einen derart lächerlichen Namen wie „Nussinaschi“ in den Mund zu nehmen?


Sie zucken mit den Achseln? Na, dann bestellen Sie doch mal einen „Schokischleck“ oder ein „Lutschi-Leckerl“, ohne dabei rot zu werden,oder wenigstens einen Knoten in der Zunge zu bekommen! Aber vorsicht, es könnte sein, dass Sie sich umgehend der allgemeinen Belustigung ausgesetzt fühlen. Vielleicht schenken Sie mir ja dann Glauben, dass so manche kostengünstige Alternative zu den „Markenschmankerln“ nicht rein zufällig einen derart peinlich klingenden Namen trägt.


Spätestens ein kurzer Blick auf den Aushang enthüllt den leidgeprüften Eltern die bittere Wahrheit: ein schlichtes, bodenständiges „Erdbeer-Ass“ oder „Schoko-Chick“ ist tückischerweise mindestens doppelt so teuer wie eine „Schnuckimuckischnitte“.


Tja, Sound sells – und Wohlklang hat seinen Preis, so sieht das aus!


Neulich im Zoo musste ich mit meinen verfressenen Kindern mal wieder notgedrungen den Kiosk aufsuchen. Ausgerechnet in diesem Moment kam mein ehemaliger Chef samt seiner vornehmen Gattin vorbei. Diese mitleidigen Blicke, als ich, umringt von meiner quengelnden Bande, die Bestellung aufgab: Ich hätte jede einzelne Silbe dieser verdammten


„Schnuckimuckischnitte“ auf der Stelle verschlucken mögen!


 


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Hier eine weitere Leseprobe:


Stuhl-gang: zwei schöne, saubere Silben für eine ziemlich zähe, geruchsintensive Angelegenheit. Bis vor kurzem hatte ich noch mit zwei Stinkepopos gleichzeitig zu kämpfen – das waren herrliche Zeiten!


Seit ein paar Tagen bleibt Leonas Stuhlgang nämlich aus. Und warum? Weil wir leidgeplagten Eltern mit dem Töpfchentraining begonnen haben!


Leona hasst ihren Topf so sehr, dass sie ihn regelmäßig in eine Gaswolke hüllt, ihm den bitter benötigten Stuhl jedoch hartnäckig vorenthält. Pipi macht sie einfach bei uns in den Garten, denn das macht Nachbar’s Lumpi schließlich auch. Scheißköter, vielleicht sollte ich endlich einmal das Loch in der Hecke stopfen:


Letzten Monat musste ich das bisschen Platz in unserer Restmülltonne noch bis auf den Kubikzentimeter genau verplanen, dafür haben wir nun ungeheure Kapazitäten frei. Ja, ohne Leonas Höschenwindeln herrscht im Abfallcontainer totale Flaute.


Oh, welch süße Luft umweht nun unsere gebeutelten Nasen: lediglich eine schwache Fahne von Klein-Mäxchens Exkrementen dringt uns beim Öffnen der Tonne entgegen. Leider ist dies kein Grund zur Freude, denn Leona macht und macht einfach kein „Kacka“. Dafür straft sie uns und das Töpfchen mit eisiger Verachtung.


Statt ihren kleinen Darm einmal vernünftig zu entleeren, gehen alle unverdaulichen Nahrungsbestandteile sofort in den gasförmigen Zustand über.


„Da habt ihr’s“, schimpft Oma. „Das Kind wird sich noch komplett in Schall und Rauch auflösen!“


Da haben wir uns anscheinend wirklich etwas eingebrockt, denn etliche Kilo Trockenpflaumen, Weizenkleie und Milchzucker später will sich das erhoffte große Geschäft noch immer nicht einstellen. Leonas Bauch gleicht einem Gasluftballon und die Luft ist zum Schneiden. Eine schwere Dunstglocke liegt über unserem Anwesen, es riecht nach Schwefel, Gülle und faulen Eiern. Wir trauen uns nicht, auch nur den allerkleinsten Funken zu entfachen  – zum Glück sind wir ein Nichtraucherhaushalt!


„So langsam wird’s echt prekär“, versuche ich meinem Mann den Ernst der Lage zu vermitteln. „Nicht, dass sie wegen dem ollen Topf noch einen Darmverschluss bekommt!“


„Das ist doch wirklich kein Grund sich derart aufzuregen“, brummelt Bernd, „nur weil ein Kind mal ein paar Tage lang nicht kloßen kann!“


Doch heute, an Leonas sechstem Tag ohne „Stinker“, packt selbst ihn die Angst.


„Anke, kannst du nicht doch mit ihr beim Doc vorstellig werden? Anscheinend sitzt ihr echt ’ne Wurst quer!“


Beim stets überfüllten Kinderarzt ist eine Kaffeekasse auf dem Präsentierteller, äh, ich meine natürlich auf dem Praxistresen, einfach Gold wert. Nun zahlen sich unsere regelmäßig (und nicht ganz selbstlos!) gespendeten Euros endlich einmal aus: als verlässliche Großsponsoren, die stets einen reibungslosen Nachschub von aromatischem Bohnenheißgetränk garantiert haben, werden wir tatsächlich von einer ebenso kooperativen wie koffeinabhängigen Sprechstundengehilfin dazwischengeschoben.


Leider hat der Doc, vermutlich ein passionierter Teetrinker, nur ein genervtes Grinsen für unser Kacka-Anliegen übrig.


„Seit sechs Tagen, sagen Sie? Und deswegen kommen Sie extra zu mir in die Sprechstunde?!“


„Seit sechs Tagen und sieben Stunden, um genau zu sein!“, rechtfertige ich unser Erscheinen. Nicht, dass dieser „Halbgott in Weiß“ noch denkt, ich würde irgendwelcher Nichtigkeiten wegen den Platz seiner wirklich bedeutsamen, präferierten Patienten blockieren.


„Soso“, grinst der Pädiater gönnerhaft. Ob ich es denn wenigstens mal mit Trockenpflaumen, Weizenkleie, Milchzucker und gesteigerter Flüssigkeitszufuhr versucht hätte.


Gleich platze ich: mache ich etwa den Eindruck, als müsse man mich noch in die Geheimnisse von Großmutters Hausmitteln einweihen? Was bildet sich dieser Sesselpupser überhaupt ein?!


 


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