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Belletristik
Buch Leseprobe Kinder-Theater , Stefan Kleiber
Stefan Kleiber

Kinder-Theater


Gedichte und kurze Geschichten

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Erlebnis Einkauf


 


Welch ein Sonntag - schönes Wetter,


1000 Dinge könnt' ich tun,


sogar die Läden haben offen,


nichts wie weg zur Einkaufstour.


 


Die Idee haben noch andere,


Blechlawine Richtung Stadt,


freuen kann sich heute jeder,


der einen Platz zum Parken hat.


 


Ganz viel Spaß haben die Kinder,


vor allem, wenn sie kleiner sind


und in ihrem Wagen schlafen,


während die Einkaufsschlacht beginnt.


 


Heute ist es wieder billig


Rabatte, Schnäppchen, Attraktion,


in einem Laden lockt das Häppchen,


im anderen Mariacron.


 


Wird es morgen noch was geben,


seh' ich die Massen, glaub' ich's nicht,


wie hieß es doch: „Einkauf erleben",


erleb' ich's noch mal, kauf' ich mir 'nen Strick.


 


Abenteuer-Rutsche


 


Es war an einem sonnigen, fast zu sonnigen Sonntag, an dem das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ausgetragen wurde, als die Temperaturen bei uns auf 36 ° kletterten. Als Familie mit kleinen Kindern konnte man der Hitze eigentlich nur in einem Freibad entgehen. Da es im Weingartener Freibad leider kaum Schattenplätze gibt, machten wir uns in Richtung Waldbronner Freibad auf, in dem alt eingesessener Baumbestand für den nötigen Schatten sorgt.


Für die Kleinen gibt es dort neben einem mit Sonnensegel überdachten Sandelplatz noch ein Kleinkindbecken mit Rutsche sowie zwei Schwimmerbecken und eine etwa 10 Meter hohe Wasserrutsche, die man über eine Wendeltreppe erreichen kann - Schritt für Schritt kommt man der roten Haube des gelben Minarett-Turms näher. Die Wasserrutsche mit ihrem blauen Kunststoff-Röhrensystem war auch an diesem Sonntag die Hauptattraktion bei den Kindern. Sie standen Schlange, um das kurvenreiche, offene Röhrensystem hinunterzuschnellen, um kurze Zeit später in einem kleinen, tiefen Becken einzutauchen. Von weitem sah das blaue Röhrensystem mit Minarett doch gewaltig beeindruckend aus und es wunderte mich nicht, dass viele Kinder großen Respekt vor der Rutsche hatten.


Meine 2-jährige Tochter Jule leider nicht. Sie wollte rutschen - mit ihrem Papa. Am Fuße des Minaretts erläuterte ein Warnschild, welche Sitzhaltungen erlaubt waren. Aufrechtes Sitzen mit angewinkelten Beinen bedeutete langsame Fahrt, Rückenlage mit ausgestreckten Beinen stand für schnelle Fahrt. Kindern von 0-6 Jahren war das alleinige Rutschen untersagt. Ich überlegte, dass es für ein 2-jähriges Kind doch noch etwas früh sei, sich solch einer Riesenrutsche auszusetzen und als ich noch weiter hin und her vernünftige Argumente wälzte, die ein Rutschen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben hätten, stieg meine Jule bereits die Treppe zum Minarett hoch. Ich folgte, nachdem meine Frau mir dringlich deutlich machte, dass ich mit meiner Übervorsicht bei der Kleinen nur die Angst vor dem Rutschen schüren würde. Immerhin hatte Jule Schwimmflügel an. Stufe für Stufe näherten wir uns langsam der Startplattform. Immer wieder stürzten sich kleine Wasserratten schwungvoll in das Röhrensystem. Manche zogen sogar vor dem Start die Badehose runter, um noch schneller rutschen zu können.


Jetzt waren wir dran. Ich schnappte meine Jule und setzte sie zwischen meine angewinkelten Beine. Unter uns sprudelte das Wasser. Ich erinnerte mich: angewinkelte Beine = langsame Fahrt. Meine Beine blieben angewinkelt. Wir saßen aufrecht. Aber seltsamerweise nahmen wir kaum Fahrt auf. Im Gegenteil - noch vor der ersten Kurve versuchte ich mit beiden Armen anzuschieben - vergeblich. In meiner Verzweiflung legte ich mich dann mit ausgestreckten Beinen wie ein Rennrodler flach auf den Rücken. Doch selbst das half nichts. Die jenigen, die nach uns rutschen wollten, wurden langsam ungeduldig und riefen: „Zieh endlich deine Badehose aus". Ich versuchte es stattdessen weiter mit den Armen. Leider immer noch mit mäßigem Erfolg. Mittlerweile merkte ich, dass von hinten etwas bedrohlich näher kam - es war einer dieser Ungeduldigen. „Es geht leider nicht schneller", entschuldigte ich mich vorsichtshalber. Der Hintermann bremste ab - langsam näherten wir uns dem Ende der Rutsche, die kurz vor dem Eintauchbecken glücklicherweise etwas steiler wurde. Und dann war es endlich soweit: Ich war heilfroh, als ich mit Jule das kalte Nass spürte.
Jule war das Eintauchen, obwohl ich sie sofort nach dem Wasserkontakt wie einen Siegerpokal in die Höhe streckte, etwas zu heftig. Vorwurfsvoll blickte mich mein kleiner Liebling an: „Du hast mich vertrunken" und weinte. Ich versuchte sie zu trösten und ging auf meine Frau zu, die das Schauspiel am Rande des Eintauchbeckens verfolgte. Bevor sie etwas sagen konnte, sagte ich: "Das war meine erste und letzte Fahrt". „Du hättest anfangs nur nicht gleich die Beine anwinkeln dürfen, dann wäre alles kein Problem gewesen."


Ich rollte genervt die Augen, hatte aber in diesem Moment nicht mehr die Kraft etwas kluges oder spitzfindiges nachzulegen.


 


Ich schlug daher meinem Freund vor, mit den Kindern an den Kiosk zu gehen und ihnen ein Eis zu kaufen und bei dieser Gelegenheit vielleicht noch ein eiskaltes Hefeweizen zu trinken, um mich abzukühlen. Zum Glück musste ich ihn und die Kinder nicht lange überreden - selten hat mir ein Hefeweizen so gut gemundet wie nach dem Abenteuer Rutsche.


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