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> Belletristik > Just a little Wonder
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Belletristik
Buch Leseprobe Just a little Wonder, Mel Weichl
Mel Weichl

Just a little Wonder


Wünsch dir doch ein kleines Wunder

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„Was \'n Scheiß Wetter, “ Peter Sampler betrat den Raum. Seine dicke fette Brille mit der Dioptrien-Zahl, die einen Maulwurf wieder zum Sehen gebracht hätte, war mit dicken Wassertropfen bedeckt. Aber das störte Peter nicht sonderlich, genau genommen machte das gar keinen Unterschied mehr. Denn sein Augenlicht war seit seiner Kindheit nicht gerade mit Helligkeit gesegnet. Am schlimmsten war es in den letzten Jahren geworden, seit ihn seine Freundin verlassen hatte. Er selbst wollte sich nicht eingestehen, dass das der Grund dafür sein konnte, dass seine Sehfähigkeit immer weniger wurde. ER war kein Mann, der wegen irgend so einer blöden Pute sein Leben verpfuschte. Außerdem konnte er jede Frau haben. Schade dass Peter fast blind ist, dachte sich auch Lisa. Auch sie hätte ihn ansonsten nicht von der Bettkante gestoßen. Peter war ein Prachtexemplar eines Mannes. Muskulös, braungebrannte, glatte Haut, ein schönes Gesicht mit vollen Lippen und einem unwiderstehlichen Lächeln. Und das wusste er auch. Denn genau dieses Lächeln setzte er regelmäßig ein, um Frauen flach zu legen. Und es funktionierte grundsätzlich immer. Er nannte das den Behindertenbonus. „Wahrscheinlich vögeln die Weiber aus Mitleid mit mir“, sagte er einmal bei einer Sitzung, „aber damit kann ich leben, ich bin eh nicht an einer festen Bindung interessiert. Und wenn man weniger sieht, dann werden die anderen Sinne umso schärfer. Ich rieche und schmecke umso besser, wenn ihr versteht, was ich meine.\" Er lachte lasziv und blickte arrogant in die Runde. Das hasste Lisa an ihm, er hatte manchmal so eine schreckliche ordinäre Art an sich. Als ob er krampfhaft versuchen würde, durch seine Obszönitäten sein fehlendes Augenlicht zu kompensieren. Obwohl er merkte, dass seine Kommentare meistens fehl am Platz waren, machte er weiter damit. Es schien ihm sogar irgendwie Spaß zu machen und je mehr schlechte Blicke er erntete, desto mehr provozierte er. „Ach, unser Frauenschwarm ist auch schon da“, entgegnete er spöttisch. „Und heute schon einen weggesteckt, Kumpel?“ Er setzte sich zu ihm aufs Sofa und gab ihm einen heftigen Klaps auf die Schulter. „Ach ja, stimmt ja, der kleine Michael ist ja nicht der Typ für Standing Ovations. Ich vergaß. Also, mein kleiner Peter ist heute schon mehrfach aufgestanden. Jetzt hat er gerade Pause, aber spätestens nach der Sitzung heute, schicke ich ihn wieder ins Rennen.“ Michael sah ihn verachtend an, „Sehr witzig“, war das Einzige, was ihm dazu einfiel. „Kumpelchen, Kopf hoch, wir haben doch alle mal ‘nen Durchhänger, nicht wahr?“ Er lachte dreckig, „Durchhänger, du verstehst, durch – Hänger, das ist doch total komisch nicht?“ „Ja zum Brüllen Peter, lass ihn doch endlich mal in Ruhe“, sagte Lisa und schenkte ihm ein Glas Wein ein. „Mein Gott, ihr habt ja wieder eine Laune. Ich wollte nur komisch sein.“ „Du bist nicht komisch, du bist peinlich.“ „Ja, ja nörgel, nörgel … wo ist denn unsere Hausfrau und der Invalide. Lisa sah ihn böse an, was Peter zwar nicht wirklich sehen konnte, aber er spürte ihren Blick, der eine plötzliche Stille in den Raum brachte. „Was?“ Peter sah sie unschuldig an. „Er ist doch Invalide, oder nicht?“ „Ich finde es nicht gut, wie Sie über andere Menschen reden.“ „Oh, ES kann sprechen, du wirst doch nicht etwa die Stimme gegen mich erheben, mein kleiner impotenter Freund“. „Nein, die Stimme erhebt er nicht, aber wenn du nicht aufhörst, Michael so blöd anzumachen, dann erhebe ich meine Hand, balle sie zu einer Faust und klopfe sie kräftig gegen deinen Solarplexus, mein kleiner, sehr potenter Freund.“ Lisa setzte sich den Beiden gegenüber. „Oh, eine schlagfertige Frau, mit schlagfertigen Argumenten, das gefällt mir. Aber du, ich wüsste da noch etwas anderes, was du mit deiner Hand tun könntest. Dazu müsstest du auch eine Faust machen und schnelle, rhythmische Bewegungen von oben nach unten.“ „Sie sind so oberflächlich“, sagte Michael. „Ja ich bin vielleicht oberflächlich, aber im Gegensatz zu dir befriedigt und glücklich.“ „Ach ja? Wenn du so glücklich bist, was machst du denn dann heute hier, “ fragte Lisa sarkastisch. Worauf Peter sofort erwiderte „Ich wollte euch den Trennungsschmerz ersparen. Ich meine was habt ihr denn schon außer mir? Und wenn ich auch noch weg bin, was hat euer Leben denn dann überhaupt noch für einen Sinn?“ Lisa verdrehte genervt die Augen. “Oh lieber Gott, gib ihm bald sein Augenlicht zurück, damit er von hier verschwindet.“ Sie ging Richtung Türe, im selben Moment klopfte es. Sie öffnete die Türe mit einem großen Ruck. „Na endlich, da seid ihr ja, vielleicht könnt ihr diesen Labersack zum Schweigen bringen.“ „So, Peter ist also schon da“, erwiderte Roger Bixt. Er hatte wie immer Schwierigkeiten mit seinem Rollstuhl durch den engen Türrahmen zu kommen, erst nach dem dritten Anlauf hatte er es geschafft. „Sag mal, kann nicht wenigstens ich durch die Vordertüre kommen, so wie jeder andere normale Mensch auch?“ „Nein, du weißt, warum“, meinte Lisa und sah besorgt auf die nassen Abdrücke, welche die Räder seines Rollstuhles, auf ihrem, „ach so“ geliebten Marmorboden hinterließen. „Ja, wissen tue ich es, nur verstehen tue ich es nicht.“ Roger rollte schnell und geschickt mit einem Räderschlag zu den Anderen. Nadja Hellrich war wie immer in mehreren Schichten von Kleidungsstücken umhüllt und hatte Schwierigkeiten sich diesen zu entledigen. Lisa half ihr aus dem schweren Ledermantel, den Nadja von ihrer Mutter geerbt hatte. Sie konnte nicht verstehen, wie jemand, der sowieso schon 30 Kilo zu viel auf den Rippen hatte, sich so unvorteilhaft kleiden konnte. Aber sie verkniff sich jeglichen Kommentar und hängte den Mantel an ihre Hausgarderobe


 


 


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