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Belletristik
Buch Leseprobe Iris Lunaris, Barbara Kühnlenz
Barbara Kühnlenz

Iris Lunaris



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Als sie beide abermals gleichzeitig den Gipfel der Lust erreicht hatten, stöhnte Karin vor Befriedigung auf. Simon setzte seine Zärtlichkeiten mit ihr fort. Sie genoss das Ausklingen der sexuellen Erregung mit ihm. So etwas war für Karin außergewöhnlich. Simon flüsterte ihr zu: „Liebes, du bist das Kostbarste, was mir je begegnet ist.“ Eng umschlungen schliefen sie bis erste Sonnenstrahlen die Nacht vertrieben. Simon liebkoste mit seinen Lippen über ihren Körper und erreichte schließlich ihren Mund. Karin verschloss ihn, als seine Zunge Einlass begehrte. Er wollte wissen: „Hab ich dir gestern wehgetan, Liebes?“ „Nein“, entgegnete Karin und hielt ihm vor: „Was haben wir getan, Simon?“ „Nichts Schlimmes, Liebes. Nur das, was unsere Gefühle füreinander schon längst begehrten. Bereust du es?“ „Es war einfach nur himmlisch. Ich bereue nichts. Nur wegen Alexander schäme ich mich. Er ist mein Ehemann. Nur er hat das Recht, mit mir sexuell zu verkehren. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich ihm in die Augen sehen soll, wenn er zurückkommt. Ich liebe dich, wie ich noch keinen jemals geliebt habe.“ „Mir geht es genauso, Liebes. Gegen die Liebe ist jeder machtlos. Ich bin auch bloß ein Mensch und kann mich nicht immer beherrschen, obwohl ich es dir einmal versprochen habe.“ Er stand auf und trug sie in die Dusche. Während sie zusammen unter dem warmen Wasserstrahl standen, küsste er sie, und sie liebten sich hemmungslos. Nachdem sie sich gegenseitig trocken frottiert hatte, schlug er vor: „Wir frühstücken und sehen uns die Innenstadt von Leipzig an. Die historischen Bauten möchte ich dir nicht vorenthalten. Außerdem vertreibt die frische Luft deine Gedanken von deiner angeblichen Untreue. Wir werden die gemeinsame Nacht nie vergessen, Liebes.“ Trotzdem erschütterten Karin Gewissensbisse. An seiner Hand trottete sie auf dem Fußgängerweg neben ihm, als führe er sie zur Schlachtbank. Die Sehenswürdigkeiten wie das Gohliser Schlösschen, die Nikolaikirche oder das Völkerschlachtdenkmal erregten nicht ihr Aufmerksamkeit. Die Kommentare von Simon prallten an ihr ab, sodass er empfahl: „Wollen wir uns noch eine Lesung anhören?“ „Wenn du gern möchtest …“ Sie fuhren wieder zum Messegelände und mischten sich unter das Gewimmel der Menschen, die an den Verlagsständen entlangpromenierten. Simon bemerkte ihre Lustlosigkeit und hielt ihr vor: „Liebes, ich wollte dich nicht kränken. Wenn dich unsere Nacht so sehr bedrückt, streiche sie aus deinem Gedächtnis. Aber vergiss nie, dass ich dich mehr als mein Leben liebe.“ „Das werde ich nicht tun. Es war die wunderbarste Nacht, die ich jemals erleben durfte. Aber sie darf sich nie wiederholen. Versprich mir das!“ „Das kann ich nicht, Liebes. Wenn du darauf bestehst, fahren wir jetzt nach Hause und trennen uns.“ „Warum denn gleich trennen? Wir können doch weiter Freunde bleiben, wie bisher“, beschwor Karin ihn mit Tränen in den Augen, als sie im Hotelzimmer waren. Simon überlegte kurz und widersprach: „Wie stellst du dir das vor? Ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt und soll schön brav auf die nächste Lesung warten, um dich sehen zu dürfen? Bei allem Verständnis für deine Lage, aber das kann ich nicht. Wir müssen uns treffen. Gleich morgen oder für immer trennen. Ja?“ „Bitte nicht“, flehte Karin ihn an. „Wenn Alex das rauskriegt, erschlägt er uns beide.“ Simon ignorierte ihre Aussage, breitete seinen Arme aus und umschlang sie. Er flüsterte ihr zu: „Ganz oder gar nicht.“ Seine Lippen legten sich auf ihre. Karin schloss die Augen, erwiderte seinen Kuss und löste sich von ihm, weil er mehr forderte. „Also gar nicht“, stellte Simon fest und trug ihr Reisegepäck aus dem Hotel zum Auto, nachdem er die Rechnung bezahlt hatte. Schweigend fuhren sie ab. Auf der Autobahn überholten viele Fahrzeuge sie. Karin fragte ihn: „Ist was mit dem Auto, weil du so langsam fährst?“ „Nein. Ich möchte nur deine Nähe länger genießen.“ Karin streichelte unwillkürlich über seine Wange. Er blickte sie an und hielt an dem nächsten Parkplatz. Er wandte sich Karin zu: „Nein. Ich kann das nicht. Trennen meine ich. Wie soll es mit uns weitergehen? Du liebst mich doch auch.“ „Ja, Simon, mehr als du glaubst. Aber Alex habe ich die Treue geschworen in schlechten wie in guten Zeiten. Und jetzt habe ich meinen Schwur gebrochen. Wie soll ich mir im Spiegel in die Augen sehen können? Wie kann ich ihm noch begegnen?“ „Dein Mann ist ein Ehebrecher allererster Sorte! Trampelt auf deinen Gefühlen herum, schlägt und vergewaltigt dich. Und du sprichst von Ehebruch. Das, Liebes, begreife ich beim besten Willen nicht. Wenn ich mir nur vorstelle, dass er dich …“ Simon unterbrach seinen Satz und empfahl ihr: „So kannst du nicht weiterleben. Lass dich scheiden, und zieh mit deinem Sohn zu mir!“ Karin senkte den Kopf und schüttelte ihn. Simon hielt ihr vor: „Schade! Es hätte so schön werden können“, startete und verließ den Parkplatz. Inzwischen sandte der Mond zwischen einzelnen Wolken gespenstisch sein Licht über Straßen, Felder und Wiesen. Stumm rasten sie durch die Nacht. Karin dachte an Florian, dem sie um siebzehn Uhr telefonisch versprochen hatte, gegen einundzwanzig Uhr Zuhause zu sein. Daraus wurde natürlich nichts. Kurz vor Berlin gerieten sie in einen Stau, der ihnen außer der späten Abfahrt noch anderthalb Stunden Verspätung bescherte. Gegen dreiundzwanzig Uhr hielt Simon vor Karins Wohnhaus. Sie verabschiedeten sich blicklos. Während Karin ausstieg, entschlüpfte Simon: „Ruf an, wenn du mich brauchst, Liebes!“ Er brauste davon, als sei der Teufel hinter ihm her. Karin blickte ihm lange nach. Sie glaubte zu wissen, dass mit ihm ihr Glück entschwand. Sie putzte sich die Nase und wischte sich die Wangen trocken. Kurz darauf betrat sie die Wohnung, in der sie schon sehnsüchtig von Florian erwartet wurde. Er empfing sie aufgeregt: „Ruf bloß Omchen an! Die ist völlig außer sich und denkt, du bist verunglückt. Sie ruft hier alle paar Minuten an.“ „Entschuldige, Flo, Simon konnte sich von den Buchständen nicht loseisen. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich längst zu Hause gewesen.“ In dem Moment klingelte das Telefon. Florian meinte: „Omchen! Schon wieder Omchen! Geh bloß ran, damit sie endlich Ruhe gibt.“ Karin nahm den Hörer und sagte: „Ich bin gerade zurück. Es ist alles in Ordnung, Mutti.“ „Was machst du bloß für Sachen? Am Telefon sagst du mir, das du gegen 21 Uhr zurück bist und dann … warum hältst du nicht dein Wort? Ich bin von der Warterei fix und fertig.“ „Ich war nicht alleine da und musste auf Simon Rücksicht nehmen, der wollte nicht so früh …“ „Und wer nimmt auf mich Rücksicht? Ich sterbe hier bald vor Angst um dich“, unterbrach die Mutter Karins Entschuldigung. „Tut mir wirklich leid, Mutti, aber ich war auf das Auto von Simon angewiesen. Und dann gerieten wir auf der Avus in einen Stau. Eine Stunde …“ „Ist mir egal. Sein Wort sollte man halten. So … .“ „Aber, Mutti, ich kann für einen Stau nichts“, verteidigte Karin sich. Ihr klang nur noch ein Piepton entgegen. Florian stand abwartend neben ihr: „Na, ist sie nun beruhigt?“ „Sie hat einfach aufgelegt. Vermutlich ist sie böse. Morgen rede ich mit ihr. Persönlich kann ich ihr das besser erklären, als am Telefon.“ „Wie war′s denn?“, ertönte plötzlich hinter ihr die Stimme von Alexander. Erschrocken drehte Karin sich nach ihm um. Er legte seine Hände neben sie gegen die Wand, sodass sie nicht fliehen konnte. Seine Alkoholfahne widerte sie an. Als er sie küssen wollte, drehte sie ihr Gesicht von ihm weg. Unerwartet schlug er zu, sodass sie auf den Fußboden fiel. Sogleich traktierte er sie mit Fußtritten und schrie dabei: „Du verlogenes Miststück! Dir werd ich beibringen, dass du nur mit deinem Mann schlafen darfst.“ Er zerrte sie an den Haaren hoch und knallte ihren Kopf immer wieder gegen die Wand. Jetzt kreischte Karin um Hilfe. Alexander keuchte: „Schrei nur! Und behalte meine Autorität gut im Gedächtnis.“ Florian eilte herbei und trommelte mit seinen Fäusten auf Alexander ein. Er ließ von Karin ab und versetzte seinem Sohn einen Faustschlag, der ihn zu Boden schleuderte. Von unten wurde gegen die Wand geklopft, und an der Tür klingelte es Sturm. Alexander öffnete und erklärte dem Nachbarn, der sich wegen des Lärms beschwerte: „Entschuldigung! Beim Fußballspiel geht es nicht immer leise zu. Wir sind jetzt auch fertig.“ Die Tür krachte zu. Alexander nahm seine Reisetasche, aus der er die schmutzige Wäsche auf einen Haufen schüttete und befahl Karin: „Kannste waschen.“ Er öffnete den Schrank und packte frische Kleidung ein. Bevor er ging, drohte er Karin, die Florian an sich drückte: „Lass dir nicht noch einmal einfallen, mit dem Typ oder irgendeinem anderen zu verreisen! Adieu, du verlogenes Luder. Irgendwann komme ich wieder und will dich vor Erregung nach mir zittern sehen. Kapito!“ Als hinter ihm die Tür zugeknallt war, weinten die Gepeinigten jämmerlich. Florian flüsterte unter Tränen: „Lass uns abhauen, Mama! Der bringt uns beide um.“ „Wo sollen wir denn hin, Flo? Omchen braucht uns.“ Sie holte ihrem Sohn einen Eisbeutel zum Kühlen, duschte und fiel erschöpft auf die Couch. Das Ehebett mied sie. Nach kurzer Zeit kam Florian zu ihr und flüsterte: „Schläfst du schon, Mama?“ Nachdem Karin verneint hatte, setzte er sich zu ihr. „Ich kann auch nicht schlafen. Muss immer an Nele denken. Sie ist gestern für immer eingeschlafen.“ Karin drückte ihren Sohn an sich. Beide trauerten um das Liebste, was sie verloren hatten.  


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