Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern

zurück zum Buch

IRBIS


Gebundene Herzen 03

von Amelia Blackwood

belletristik
ISBN13-Nummer:
9783864434730
Ausstattung:
Broschur - EBook
Preis:
12.90 ebook 3.99 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Sieben Verlag
Leseprobe

Prolog

Auszug aus den Chroniken der Vergessenen: Man nennt mich Claudio, den Schreiber. Mir wurde die Aufgabe zuteil, unsere Geschichte niederzuschreiben. Auf dass sie niemals vergessen werden würde. Es ist das Jahr 1705 der menschlichen Zeitrechnung. Einst lebten die Clans der Sangualunaris und der Delcours in Eintracht miteinander. Doch durch den Wahnsinn eines Einzigen wurden Freundschaften zerstört, Familienbande zerschlagen und sowohl Vampire als auch Menschen mussten ihr Leben lassen ... ... Menschen, was sind Menschen? Für uns sind sie nichts anderes als Vieh, das wir ohne ihr Wissen halten, um uns zu nähren und uns zu unterhalten. Sie sind dumme Herdentiere, die sich für größer halten, als sie tatsächlich sind. Zu welchem anderen Zweck sollten sie existieren, wenn nicht, um mit ihrem Lebenssaft unsere Bedürfnisse zu stillen? Blutsklaven sind sie, nichts anderes kann ihre Bestimmung sein. Unser König ist schwach, er zwingt uns, von unserer eigenen Spezies zu trinken. Er befiehlt uns, Kannibalen zu sein, obwohl andere Nahrung direkt vor unserer Nase lebt. Wir werden das nicht länger akzeptieren. Wir werden aufstehen und unsere Freiheit erkämpfen! Das Joch des Kannibalismus und des Versteckens wird fallen ~ 5 ~ ... Der Krieg tobt seit Dekaden. Beide Seiten bluten aus körperlichen und seelischen Wunden. Das Volk ist entzweit mit verhärteten Fronten. Unsere Seite hat schwere Verluste erlitten. Des Königs Truppen gehen erbarmungslos gegen uns vor. Uns gehen die Krieger aus. Vor einigen Jahren haben wir begonnen, uns mit Menschenfrauen zu paaren. Sie werden entführt und zu den stärksten und besten Männern unseres Lagers gebracht. Menschenfrauen haben einen schwachen, leicht zu beeinflussenden Geist, weshalb für die Vereinigung selten Gewalt angewendet werden muss. Leider sind unsere Versuche neue Krieger zu züchten, fehlgeschlagen. Die Menschenfrauen gebären durchweg nur menschliche Kinder ... ... Wir haben eine neue Art Vampir erschaffen. Einige der Sprösslinge unserer Verbindungen mit Menschen haben sich zu Vampiren gewandelt, nachdem sie von einem von uns gebissen worden waren. Darius biss seinen Sohn Leander im Zorn, da dieser nur menschlich und daher vernachlässigbar war. Kurz darauf trat eine Veränderung im Körper des Jungen auf, welche ihn innerhalb weniger Stunden zum Vampir werden ließ. Leander krümmte sich vor Schmerzen und schrie die ganze Nacht. Wir konnten hören, wie seine Knochen von selbst brachen und sich danach wieder zusammenfügten. Darius war durch diesen Zauber wie geblendet und eilte in die Zimmer seiner anderen drei Söhne. Jeden biss er und wartete ab. Igor und Janus wandelten sich, nur Erik blieb ein Mensch. In seiner Wut tötete Darius sein eigen Fleisch und Blut, indem er ihn blutleer trank ... ... Wer hätte gedacht, dass das dunkle Zeitalter noch dunkler werden könnte? Darius ist tot, der König ist ebenfalls gefallen und seine Gemahlin, die Königin, dem Wahnsinn verfallen. Leander, Igor und Janus haben nun das Kommando über uns. Auf der feindlichen Seite stehen Orion und Andromeda an der Spitze. O Sc hicksal, steh uns bei! Der Krieg ist in die Hände von jungen Vampiren gefallen, die beinahe noch Kinder sind. Leander ist ruhig und darum bemüht, weise zu entscheiden. Igor ist ein Hitzkopf und Janus erfüllt von Brutalität und Gewalt. Wie es um Orion und seine Schwester Andromeda steht, vermag ich zu diesem Zeitpunkt nicht zu sagen ... ... Ich schreibe nun im Namen des Hauses Sangualunaris. In Zeiten wie diesen muss jeder sich für eine Seite entscheiden ... Es ist das Jahr 2012 der me nschlichen Zeitrechnung. Der gute König Orion ist tot. Er ist im Kampf gegen den Feind gefallen. Seine Nichte, Siria Leandra Sangualunaris, Tochter der Andromeda und des Leander Delcours, regiert mit Umsicht und Geduld. Sie folgt den Fußstapfen ihres Onkels Orion. Sie hat Zwillinge geboren. Die ersten natürlich geborenen Vampire seit unzähligen Jahrzehnten, die auf diese Art das Licht der Welt erblickt haben ... ... Eine Krankheit hat von unserem Volk Besitz ergriffen. Vampire, die sich regelmäßig von der lebenden Quelle nähren, verfallen einer Art Blutgier. Die Wissenschaftler der Königin sind auf der Suche nach einem Heilmittel. Sogar unsere Führerin steht ununterbrochen in den Laboratorien. Anscheinend wird die Krankheit durch Mikroorganismen, die sich im puren menschlichen Blut befinden, ausgelöst. Die Zeit drängt, da auch Draconis Orion, der Bruder der Königin, davon betroffen ist . ... Andromeda und die abtrünnigen Vizekönige schlagen immer wieder aus dem Hinterhalt zu. Sie können jedoch kaum Siege verbuchen, da di e Kämpfer der Sangualunaris ein dichtes Netzwerk an Spionen und Spähern aufgebaut haben. Der Krieg ist nun offiziell ausgebrochen und wir laufen Gefahr, von den Menschen entdeckt zu werden ... ... Die Seuche wütet ungehindert weiter. Durch sie werden diejenigen entlarvt, die sich nicht an das wichtigste Gesetz halten. – Es ist verboten, uns an der lebenden Quelle zu nähren. – Die Königin hat jedoch die Todesstrafe, die auf dieses Verbrechen steht, abgescha fft. Sie hegt den Verdacht, dass die Infektion inzwischen auch über andere Wege übertragen wird. Sie möchte niemanden bestrafen, der möglicherweise unschuldig ist. Sie ist jedoch die Einzige, die an diesen Ansteckungsweg glaubt. Die meisten ihrer Anhänger halten weiterhin an der direkten Infektion durch das Nähren aus der lebenden Quelle fest. Deshalb wurde Draconis dazu verurteilt, sich von Menschen fernzuhalten. Ihm wurde ein striktes Verbot auferlegt, Menschen zu beißen. Ob mit oder ohne deren Einwilligung und das bis an sein Lebensende ... ... Nach Orions Trauerzeremonie haben die Angriffe der Outlaws und der Abtrünnigen an Stärke gewonnen. Siria hat aber in Gabriel einen guten General, auf den sie sich verlassen kann. Er schlägt gnadenlos zurück und nur seinen wachsamen Spähern ist es zu verdanken, dass unsere Existenz noch nicht entdeckt worden ist. Menschen, die zwischen die Fronten geraten, werden eleminiert. Strippenzieher Er schloss seinen Internetbrowser und lehnte sich zufrieden zurück. Seine Strategie schien aufzugehen und schon bald würden seine Bemühungen erste Früchte tragen. Da war er sich sicher. Ein Blick auf sein Quartier zeigte, dass der Verputz von den Wänden bröckelte. Vom Boden her kroch der Schimmel das Mauerwerk hoch und über allem hing ein modriger Gestank. Die erbärmlichen Menschen, die ebenfalls in diesem Loch hausten, zerrten mit ihrem konstanten Lärm an seinen Nerven. Er hoffte, dieser Absteige entkommen zu können. Bald, ermunterte er sich immer wieder selbst. Bald würde er in einer großen Stadtvilla leben und tun und lassen, was er wollte. Dann müsste er sich nicht mehr verstecken. Weder vor seinen Feinden noch vor seinen eigenen Leuten. Im Augenblick stand er zwischen den Fronten, ohne dass diese etwas davon wussten. Er zog die Fäden im Verborgenen und das Resultat seiner Pläne würde ihm die Herrschaft über alles und jeden einbringen. Er konnte gar nicht falschliegen. Niemand wusste, dass er sich regelmäßig hierher zurückzog, um mit seinen Verhandlungen weiterzumachen. Er ging unheilige Allianzen ein und ließ sich großzügig von der einen Seite bezahlen. Mit einem Teil des Geldes schmierte er die andere Seite. Den Rest behielt er für sich. Er schaute auf die billige Armbanduhr. Es würde der Zeitpunkt kommen, an dem er sich eine Rolex, eine Hublot oder eine Breitling würde leisten können. Oder alle drei. Er schob diesen Gedanken beiseite, denn es war Zeit, seinen nächsten Vertragspartner zu kontaktieren. Dank Skype musste er sich weniger um seine Sicherheit kümmern. Er hatte dafür gesorgt, dass sein Standort nicht ermittelt werden konnte und auch sein Gesicht wurde von der Webcam verzerrt. Er ging mit seiner Aktion ein großes Risiko ein. Doch wie hieß es so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Sein Kontakt war bereits online und genau deshalb wartete er noch einen Augenblick, bis er ihn anpiepte. Er wollte die Führung in diesem Gespräch und musste daher kontrolliert und arrogant wirken. Was machte er sich eigentlich vor? Er war arrogant und musste sich nicht nur so darstellen. Aber er wusste auch, dass diese Überheblichkeit nicht nur seine Antriebsfeder, sondern auch seine Achillesferse war. Wenn er nicht aufpasste, würde er eines Tages über sich selbst stolpern. Bequem lehnte er sich zurück, öffnete die Schublade und holte eine Fotografie heraus. Die dunkelhaarige Schönheit darauf würde die Krönung seines Erfolges sein. Nicht dass er sie begehrte. Im Gegenteil, er hasste Weiber. Aber die Macht, die dieses Miststück innehatte, musste ihm gehören, sonst waren alle Mühen umsonst gewesen. Er stellte das Bild neben den Monitor und klickte mit der Maus auf den Namen seines Kontaktmannes. „Schön, dass Sie Zeit ge funden haben, um mich anzuhören.“ Der männliche Mensch war mi ttleren Alters, hatte eine Halbglatze und war auch sonst von erbarmungswürdiger Hässlichkeit. Unter anderen Umständen hätte er sich mit dieser Kreatur nur abgegeben, um ihn leer zu saugen. „Ich konnte kaum anders, als dieser Einladung Folge zu leisten. Ich wollte wissen, wer hier so wunderliche Geschichten über Draculas herumerzählt.“ Machte sich der Waschlappen etwa lustig über ihn? „Ich kann Ihnen versichern, dass alles, was Sie bisher über Vampire gesehen, gehört oder gelesen haben, Kinderkram ist. Nach dem Gespräch, das verspreche ich Ihnen, werden Sie jede Nacht Albträume haben.“ Damit besiegelte er ihrer aller Schicksal, indem er einem ~ 10 ~ Menschen vom Geheimdienst von der Existenz seiner Rasse berichtete und einen Handel einging. Danach blieb nur noch eine Sache zu erledigen. Er griff zum Telefon und rief den afrikanischen Vizekönig an.

Klappentext

Für Irbis ist nichts mehr wie es war. Eingesperrt und erkrankt an der Blutseuche, weil er gegen das heilige Gesetz verstoßen hat. Wäre Blue nicht gewesen, hätte man ihn zum Tod verurteilt. Irbis ist nicht sicher, ob das nicht besser gewesen wäre, denn er ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Den charmanten, starken Krieger gibt es nicht mehr, er scheint für immer verloren. Am tiefsten Punkt seiner Existenz begegnet ihm Devina. Die junge Frau stellt seine Welt auf den Kopf, und er verspürt das erste Mal seit Langem wieder Lebensmut. Das Problem ist, dass Devina ein Mensch ist und das Urteil der Vizekönige ist eindeutig: Er muss sich sein Leben lang von Menschen fernhalten. Doch wie kann er ihr nahe sein, ohne gegen das Urteil zu verstoßen? Es würde seinen Tod bedeuten.