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Immer wenn du denkst, es geht nicht


Meine Lebenserinnerungen

von Gisela Kunhart

belletristik
ISBN13-Nummer:
978393947862
Ausstattung:
Softcover, 340 Seiten
Preis:
17.90 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
www.verlag-kern.de
Kontakt zum Autor oder Verlag:
kontakt@verlag-kern.de
Leseprobe

Die Einladungen von Jean und Marianne, einem befreundeten

Ehepaar kamen immer spontan an einem Freitag. Sie hatten

eine kleine Tochter, die leider die Kartoffelnase vom Vater

geerbt hatte, wie mir Armand schon vorher lächelnd erzählt

hatte. Armand liebte Kinder und die Kinder ihn.

Jean war Koch des Prinzen (Bruder des Königs) und rief

jedes Mal an, wenn er eine gute Lieferung bekam. Sie

wussten, dass ich noch nie Austern gegessen hatte und

wollten sie mir bewusst beim ersten Essen schmackhaft

machen. Sie wurden frisch eingeflogen und der Prinz bekam

sie erst am nächsten Tag, am Samstag. Jean bestellte dann

immer einen Korb mehr für uns. Sie waren gespannt, ob ich

die Austern überhaupt essen würde. Alle schauten mich bei

Tisch gebannt an, als die beiden mir die Austern mit etwas

Meerwasser drin und einem Spritzer frischer Zitrone den

Muskel trennten, damit sich die Auster zusammen zieht

und fixierten meine Mimik dabei als ich sie wie empfohlen

schlürfte. Es war ein neues tolles Geschmackserlebnis und

alle strahlten mit, weil es mir sehr gut schmeckte. So müssen

Austern schmecken, auch wenn der Gedanke daran, dass die

Auster noch lebendig ist, gewöhnungsbedürftig war und

immer noch ist.

Jean ging manchmal auch mit auf die Jagd in die Berge.

Nur eine Jägerin war dabei, sie hatte mit ihrem Mann

und den beiden Kindern eine riesige Mandarinenplantage

außerhalb Casablancas. Leider habe ich deren Vornamen

vergessen und kann sie auch nicht mehr in meinen alten

Notizbüchern finden. Die Beiden waren patente, fleißige

und sehr sympathische Menschen. Auch bei ihnen war ich

einige Male zu Gast. Es waren Franzosen und sie wollten

damals in den nächsten Jahren wieder nach Südfrankreich

gehen, auf eine andere Plantage.

Als ich wieder nach Deutschland zurück ging und sie

vorher nochmals besuchte, wollten sie mich dort behalten

und schlugen vor, mir aus dem auf der Plantage stehenden

Sommerhäuschen eine richtige Wohnung einzurichten. Die

Kinder waren noch klein und ich hätte nur die Aufgabe

gehabt, während ihrer Abwesenheiten auf sie aufzupassen.

Ansonsten hätte ich für einige Zeit ein schönes Leben

gehabt, denn es gab für den Rest ja immer eine Fatima, die

Klappentext

Gisela Kunhart schafft es, achtundsechzig Jahre in eine glaubhafte, spannende Erzählung zu verpacken. Die ehrlichen Schilderungen der zuweilen auch erschreckenden Begebenheiten ziehen die Leser in ihren Bann. Keine Frage bleibt offen, kein Detail wird ausgelassen. Eine Lebensgeschichte, die man verinnerlichen muss.

Rezension