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> Belletristik > Helene - Eine Kriegskindheit
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Belletristik
Buch Leseprobe Helene - Eine Kriegskindheit, Dieter Ebels
Dieter Ebels

Helene - Eine Kriegskindheit



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Die ersten Zeilen des Buches: Da saß sie nun vor mir, die alte Dame, die mir schon viele Geschichten aus ihrer Kindheit erzählt hatte. Die Zeit, die sie als junges Mädchen erlebte, brachte alles andere, als eine schöne Kinderzeit hervor. Gewiss, es gab auch einige recht lustige Anekdoten, doch das meiste von dem, was sie berichtete, war sehr erschütternd. Ich fragte mich, wie es diese Frau nach einer solch schicksalsreichen Kinderzeit noch schaffte, dieses stete, liebenswürdige Lächeln in ihrem Gesicht zu behalten. Nur manchmal, wenn sie von den unsäglichen Grausamkeiten des Krieges erzählte, dann wurden ihre Augen feucht, dann lief auch ab und zu die eine oder andere Träne ihre Wangen hinab. Nun saß sie vor mir. Ich hatte sie gefragt, ob ich ihre Geschichte aufschreiben durfte. Für einen Moment war das liebesnwürdige Lächeln aus ihrem faltigen Gesicht verschwunden. Ihre Antwort war ein, eher zögerliches: "Ja". Forschend blickte sie mich mit ihren glasigen Augen an. "Warum wollen Sie meine Geschichte aufschreiben?", fragte sie. Ich sagte ihr, dass auch andere Menschen, besonders jüngere, erfahren sollten, wie grausam so ein Krieg ist und was die Leute damals alles durchmachen mussten. Die alte Dame nickte. "Ja", sagte sie noch einmal. "Ich werde Ihnen all meine Erinnerungen an die schrecklichen Tage des Krieges erzählen." Ihr Blick ging für einen Moment nach unten. "Sie müssen mir aber eines versprechen", meinte sie schließlich und schaute mich wieder an. "Wenn ich Ihnen meine Kindheit schildere, dann werde ich kein Blatt vor den Mund nehmen. Ich werde auch von den Dingen berichten, über die man eigentlich niemals redet. Es gibt Einiges, das ich seit damals in mir trage und worüber ich noch mit keinem Menschen gesprochen habe, es sind Dinge, die mir wirklich sehr peinlich waren und immer noch peinlich sind. Damals bin ich sogar von einem Erwachsenen sexuell missbraucht worden, ohne dass es mir bewusst war. Ich möchte deshalb nicht, dass jemand meinen Namen erfährt. Auch die Namen der anderen Leute, von denen ich erzählen werde, dürfen Sie nicht nennen. Versprechen Sie mir das?" Ich gab der Dame das Versprechen und sagte ihr, dass ich beim Niederschreiben der Geschichte, die Namen durch andere ersetzen würde. Ihren Vornamen allerdings, Helene, den sollte ich ruhig aufschreiben. Da saß sie nun vor mir, die alte Dame. Ihre grauen Haare wirkten, als sei sie gerade erste beim Frisör gewesen. Diese ordentliche Frisur war mir schon öfters aufgefallen, genau wie ihre elegante Kleidung. Sie achtete ganz offensichtlich auch noch im Alter auf ein sehr gepflegtes Äußeres. Dennoch, da ich ihr wahres Alter kannte, wusste ich, dass sie gut zehn Jahre älter wirkte, als andere, gleichaltrige Frauen. Das war wohl der Tribut eines schicksalhaften Lebens. "Also, junger Mann", sagte sie, "was wollen Sie hören? Womit soll ich anfangen?" "Wie weit können Sie denn noch zurück denken? Woran können Sie sich denn noch erinnern?" Sie überlegte kurz. Dann sagte sie: "Ich weiß noch, wie ich eingeschult wurde." "Gut", meinte ich zu ihr und nahm meinen Block und meinen Stift zur Hand. "Dann erzählen Sie mal." Ich ahnte noch nicht, dass mir die Geschichte, die ich nun zu hören bekam, dermaßen unter die Haut gehen sollte, dass sie mir sogar die eine oder andere Gänsehaut bescheren würde. Hier ist sie nun, die Geschichte einer alten Dame, deren Kindheit eigentlich nichts anderes war, als eine große Tragödie, die Geschichte von Helene...

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